Ukraine-Krieg Thüringer SPD fordert Schröders Rückzug aus Russlands Staatskonzernen

Thüringer Sozialdemokraten haben Gerhard Schröder zum Rückzug aus russischen Staatskonzernen aufgerufen. In einem Offenen Brief appellieren die Politiker an den ehemaligen SPD-Bundeskanzler, unverzüglich alle Ämter in den Konzernen niederzulegen.

Gerhard Schröder und Wladimir Putin
Altkanzler Schröder steht wegen seiner Russland-Verbindungen zunehmend unter Druck.  Bildrechte: IMAGO

Zahlreiche SPD-Politiker aus Thüringen haben Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) zum Rückzug aus russischen Staatskonzernen aufgerufen. Die Thüringer Sozialdemokraten schließen sich damit einer Forderung der SPD-Bundesspitze an. In einem offenen Brief heißt es, dies sei auch eine Frage der internationalen Glaubwürdigkeit Deutschlands.

Zahlreiche Unterzeichner

Der Brief wurde bis Dienstagnachmittag unter anderem von Mitgliedern des SPD-Landesvorstands und SPD-Kreisvorsitzenden unterzeichnet. Unter ihnen waren Landesparteivorsitzender Georg Maier sowie seine Stellvertreterinnen und Stellvertreter Diana Lehmann, Antje Hochwind-Schneider und Sven Schrade.

Auch Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und Finanzministerin Heike Taubert haben den Brief unterschrieben. Darin rufen sie Schröder auf, sich "klar vom Aggressor Putin zu distanzieren".

In unseren Augen ist es absolut unvereinbar mit der aktuellen Lage und mit einer Mitgliedschaft in der SPD, auch nur einen Tag länger Aufsichtsratsämter in Staatskonzernen unter der Kontrolle der jetzt Krieg führenden russischen Regierung zu bekleiden.

Offener Brief der Thüringer SPD

Parteiordnungsverfahren gegen Schröder beantragt

Noch einen Schritt weiter ging der SPD-Kreisverband Heidelberg in Baden-Württemberg. Der hat am Dienstag offiziell ein Parteiordnungsverfahren gegen Schröder beantragt, an dessen Ende der Rauswurf aus der SPD stehen könnte. Auch hier werfen die Genossen dem Altkanzler eine fehlende Distanzierung zu Wladimir Putin und seinen Energiefirmen vor.

Bereits am Wochenende hatte SPD-Parteichef Lars Klingbeil Schröder aufgefordert, seine Geschäftsbeziehungen rasch zu beenden. Doch Schröder hat bislang nicht reagiert.

Schröder verliert seine Mitarbeiter

Aber nicht nur aus seiner Partei, sondern auch aus seinem Mitarbeiterkreis regt sich offenbar Unmut. Demnach wollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seines Bundestagsbüro nicht länger mit Schröder zusammenarbeiten, das bestätigte der Schröders langjähriger Büroleiter und Redenschreiber am Dienstag.

Gerhard Schröder gilt als langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Altbundeskanzler ist Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft und hat auch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/tta

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. März 2022 | 19:00 Uhr

36 Kommentare

Matthi vor 22 Wochen

Ich finde es unmöglich das es Russland Sanktionen die das Land und Personen betreffen gibt und Herr Schröder davon ausgenommen ist. Im Gegenteil er wird noch vom Deutschen Staat mit Steuergeldern bedacht.

AlexLeipzig vor 22 Wochen

Herr Schröder will sich offensichtlich nicht von Putin distanzieren, und das ist in meinen Augen schäbig - egal, welche Verdienste er in der Vergangenheit aufzuweisen hat. Und mit der SPD hat sein Verhalten auch gar nichts mehr zu tun. Das brauchen hier die AFD-Fans gar nicht unterstellen, die sollen sich lieber an die eigene Nase fassen.

Frau K. vor 22 Wochen

@freies Moria
Ich würde es meinem Staatsoberhaupt übel nehmen, wenn er in einem Angriff auf mein Land, seine Sachen packt und sich ergibt.
Da muss man ja Angst haben, wie ein Teil der Deutschen reagiert, sollte Putin unser Land angreifen. Die kapitulieren ja sofort.

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