Frauentag Frauenquote auch für die Landeskirche gefordert

Auch die Landeskirche muss über eine Frauenquote diskutieren. Das fordert Dorothee Land, Gleichstellungsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März. Sie hält die Landeskirche nur dann für zukunftsfähig, wenn Frauen und Männer gleichberechtigt behandelt werden.

Porträtfoto Dorothee Land
Dorothee Land ist die Gleichstellungsbeauftragte der EKM. Bildrechte: MDR/EKM

Geschlechtergerechtigkeit muss zu einem durchgängigen Leitprinzip in Veränderungsprozessen werden.

Dorothee Land

Weniger Frauen als Männer in Führungspositionen der EKM

In der EKM gibt es neben den etwa 550 Pfarrern etwa 340 Pfarrerinnen. Von den 38 Kirchenkreisen werden lediglich fünf von Frauen geleitet. Im Kollegium des Kirchenamtes ist mit der Präsidentin eine der sieben Führungspositionen von Frauen besetzt. In den derzeit besetzten 20 Referaten im Kirchenamt gibt es 11 Leiterinnen.

Im Landeskirchenrat gab es einen Rückgang von 36 Prozent im Jahr 2013 auf derzeit 32 Prozent. Zum Vergleich: Der Bundes-Durchschnitt liegt hier bei 36 Prozent. „Die Zahlen zeigen uns, eine geschlechtergerechte Beteiligung auf allen Ebenen ist eine bleibende Aufgabe. Sie ist für die Zukunftsfähigkeit von Kirche wesentlich", so Land.

Pfarrerin Ulrike Kaffka beim Gottesdienst in der Predigerkirche Erfurt aus dem Jahr 2017
Pfarrerin Ulrike Kaffka beim Gottesdienst in der Predigerkirche Erfurt aus dem Jahr 2017. Bildrechte: MDR/EKM

Ein Motto allein reicht nicht

Das von der UN proklamierte Motto des diesjährigen Frauentages lautet: "Frauen in Führungspositionen: Eine gleichberechtigte Zukunft in einer COVID-19-Welt erreichen". Neben einem Bewusstsein dafür braucht es laut Dorothee Land auch konkrete Schritte für mehr Geschlechtergerechtigkeit. "Zu denken ist dabei an alternative Leitungsmodelle, mehr Aufmerksamkeit in Besetzungsverfahren oder auch eine Diskussion zur Frage, ob eine Quote für Leitungsstellen notwendig ist“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. März 2021 | 18:00 Uhr

5 Kommentare

Leander vor 13 Wochen

Wenn sie die Leitungsstellen genau so gut ausfüllen, wäre das keine Frage. Aber es ist kein gutes Signal, wenn man schon über alternative Modelle nachdenken muss, damit es überhaupt klappt. Das kann bedeuten, dass die Leitungsarbeit leidet oder andere sie mitmachen müssen. Es sollte die abgelieferte Arbeit zählen, sonst nichts.

Eulenspiegel vor 13 Wochen

Also ich denke Frauenquote heißt das bei gleicher Qualifikation und gleicher Eignung an bestimmten Stellen die Frau den Vortritt bekommt. Da kommt natürlich auch die Frage auf warum eigentlich bei gleicher Qualifikation und gleiche Eignung im Regelfall der Mann den Vortritt bekommt. Und an vielen Stellen ist es sogar so das der Mann den Vortritt bekommt obwohl die Frau bessere Qualifikationen vorweisen kann.

ule vor 13 Wochen

Wenn Kirche sich auf den Spuren Clara Zetkins †, seinerzeit Aktivistin in USPD/KPD, begibt, wie kann man dann noch von Zukunftschancen der Kirche reden ?
Das wäre fast so, als wenn der Papst sich eine Büste von Lenin in seinen Palast aufstellen würde.
Kirche hat nur eine Chance, wenn sie sich auf ihre Aufgaben und das seelische Wohl ihrer Mitglieder und Anhänger besinnt.
Es wäre fatal und selbstzerstörerisch, aus der Kirche eine Gewerkschaft machen zu wollen.

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