Lockdown Thüringer Freizeitbäder leiden unter Corona-Pandemie

Die Thüringer Freizeitbäder haben ein wirtschaftlich schwieriges Jahr hinter sich. Der doppelte Corona-Lockdown im Frühjahr und Herbst hat bei vielen zu finanziellen Engpässen geführt. Jetzt hoffen sie auf ein baldiges Ende der Schließungen und auf eine Rückkehr der Gäste.

Ein Freizeitbad in Klosterlausnitz von innen.
Das Freizeitbad Saalemaxx in Rudolstadt. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Für die Thüringer Freizeitbäder und Thermen glich das Jahr 2020 einer Achterbahnfahrt. Viele von ihnen waren mit gestiegenen Gästezahlen ins neue Jahr gestartet. Mitte März dann der coronabedingte Stillstand. Die Folgen: Einnahmen brachen weg, bereits gezahlte Gebühren für Kurse mussten erstattet werden. Und nicht nur das:

Wir haben weiterhin immense Kosten, denn wir können nicht einfach alles abschalten und die Becken leer lassen. Dann fallen uns bald die Fliesen von der Wand.

Susan Zetzmann, Geschäftsführerin Saalemaxx Rudolstadt

Sorgen um Arbeitsplätze

Im ersten Lockdown entschieden sich viele Bäder, geplante Wartungs- und Reparaturarbeiten früher als geplant durchzuführen. Die meisten Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt. Das entlastet die Unternehmen zwar finanziell, die Mitarbeiter jedoch machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze.

Drei Holzhütten stehen an einem Weg.
Die Themensaunen in der Kristalltherme Bad Klosterlausnitz. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Die Mitarbeiter sind mittlerweile sechs Monate in Kurzarbeit. Da müssen sich viele finanziell einschränken. Und jeder fragt sich: Wird unser Bad überleben? Da geht schon eine gewisse Angst um. Aber wir versuchen, die Mitarbeiter zu unterstützen.

Mandy Hoenicke, Betriebsleiterin Kristalltherme Bad Klosterlausnitz

Kein Anspruch auf Corona-Hilfen

Viele Bäder haben während der Pandemie finanzielle Hilfen beantragt. Doch die meisten von ihnen sind in kommunaler Hand und hatten keinen Anspruch auf die Corona-Soforthilfen im Frühjahr. Ob sie Mittel aus den Hilfspaketen für November und Dezember erhalten, steht noch nicht fest.

Zuschüsse von den Kommunen können auch nicht unbegrenzt fließen. Denn auch sie leiden unter Einnahmeausfällen. Das Saalemaxx in Rudolstadt wollte eigentlich ab 2026 ohne städtische Zuschüsse auskommen. Dieses Ziel rückt jetzt in die Ferne.

Ein Freizeitbad in Rudolstadt von innen.
Die Kristalltherme Bad Klosterlausnitz von innen. Bildrechte: MDR/Andreas Dreißel

Am Wichtigsten ist jetzt erst mal, die Stadt auch ein bisschen zu entlasten, dass das Bad diese ganze Situation überlebt, dass wir sicher aus der Krise rauskommen. Da muss man auch vielleicht mal den einen oder anderen Abstrich machen.

Susan Zetzmann, Geschäftsführerin Saalemax

Viele Gäste kauften Saisonkarten

Nach dem ersten Lockdown ging es für die Freizeitbäder langsam wieder aufwärts. Mit umfangreichen Schutzkonzepten konnten die meisten Anfang Juli wieder Gäste begrüßen. Nach und nach wurden in vielen Bädern auch wieder Schwimm- und Gesundheitskurse angeboten. Doch bereits Anfang November mussten die Bäder wieder schließen.

Wann sie wieder öffnen dürfen, ist ungewiss. Viele Gäste halten "ihrem Bad" auch jetzt die Treue, kauften zum Jahresende Saisonkarten und Gutscheine und sorgten damit für etwas Entspannung in der Kasse.

Mitarbeiter und Gäste hoffen nun auf eine baldige Wiedereröffnung.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Januar 2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

adler123 vor 22 Wochen

Die Bäder bleiben zu!....Die Chloratmosphäre tötet das arme Virus ab......das geht nun gar nicht. Das würde ja diese Panikmacher durcheinander bringen.

Kleingartenzwerg vor 22 Wochen

Beiträge die so formuliert werden sollte besser nicht veröffentlicht werden. Man hat den Eindruck dass nur die Thüringer Freizeitbäder Probleme mit der Lookdown- Situation haben. Sicher hat jeder der in der Pflege oder im Krankenhaus arbeitet, im Kulturbereich und und und tätig "Schaum vor dem Mund" wenn er einen so unmöglich geschrieben Beitrag liest. Abgesehen davon lässt sich bei solcher Beitragsqualität eine Gebührenerhöhung für die öffentlich-rechtlichen Medien kaum begründen.

ReinSch vor 22 Wochen

Den Freizeitbädern in Bayern, Ba-Wü, Hessen, R-P, Saarland, NRW, Niedersachen, S-H, Hamburg, Bremen und Berlin gehts blendend, die wissen gar nicht wohin mit dem Geld.
Ja, das soll sarkastisch sein...

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