Wirtschaft Friseure dürfen ab 1. März öffnen – geteiltes Echo in Thüringen

Ein Ende des Lockdowns für Friseurbetriebe soll am 1. März kommen. Bei den Innungsverbänden und Handelskammern in Thüringen stößt diese Entscheidung auf ein geteiltes Echo. Auf die Friseurtermine gibt es einen Ansturm.

Friseur mit Kundin
Viele Friseurstudios hofften darauf, ihre Arbeit bereits Mitte Februar wiederaufnehmen zu können. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Ende des Lockdowns für die Friseurbetriebe am 1. März ist bei Innungsverbänden und Handelskammern in Thüringen auf ein geteiltes Echo gestoßen. Überwiegend enttäuscht zeigte sich Obermeisterin des Landesinnungsverbands der Friseure, Sybille Hain, MDR-THÜRINGEN. In der Branche sei die Hoffnung groß gewesen, dass die Friseurstudios bereits Mitte des Monats Februar wieder öffnen dürften. 

Ansturm auf Termine

Einen entsprechenden Vorschlag hatte das Land Thüringen mit seinem Stufenmodell in der Bund-Länder-Konferenz unterbreitet. Hain zeigte sich enttäuscht, dass sich Thüringen damit nicht durchsetzen konnte.

Nach der Entscheidung, dass Friseursalons wieder öffnen können, habe ein Ansturm auf Termine eingesetzt, sagte Hain. In vielen Betrieben, die seit Mitte Dezember geschlossen sein müssen, seien Anrufbeantworter oder Rufumleitungen geschaltet. "Alle wollen arbeiten." Wie nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 würden sich viele Friseure wegen des Runs auf Termine auf lange Arbeitstage nach der Wiedereröffnung einrichten.

Ostthüringer Friseurhandwerk hat wieder Existenzperspektive

Als "klaren Fortschritt" bezeichnete hingegen der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Ostthüringen, Karsten Sachse, die neue Verordnung. Das Friseurhandwerk in der Region habe damit wieder eine Existenzperspektive.

Ende Januar hatte die Kammer eine Umfrage veröffentlicht, wonach rund 40 Prozent der Ostthüringer Friseur- und Kosmetikbetriebe vor dem Aus stehen, sollte der Lockdown um Monate verlängert werden.

Eine Sprecherin der Südthüringer Handwerkskammer verwies darauf, dass viele Betriebe nach wie vor auf die versprochenen staatlichen Hilfen warten. Mit einer "Aktion der toten Scheren" haben Friseure am Donnerstag und Freitag in der Region auf diesen Umstand aufmerksam gemacht

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Februar 2021 | 19:00 Uhr

18 Kommentare

Hans Dampf vor 23 Wochen

Die Fußballer die ihr ganzes Geld in die Schweiz schaffen die dürfen sich alles erlauben, der Handwerker, Händler Gastronom etc. der hier Arbeitsplätze schafft und Steuern zahlt wird durch diese Regierung gegängelt und hintergangen. Wer immer noch nicht begriffen hat was hier ab geht, der tut mir leid.

knarf2 vor 23 Wochen

Corona hat wohl noch nicht genug Leid angerichtet?Wie sollte denn Ihr Aufstand aussehen?Auch wenn wir uns Normalität zurück wünschen
alle Geschäfte jetzt schlagartig öffnen würde wahrscheinlich die 3.und noch schlimmere Coronawelle viele Todesopfer kosten.So verständlich der Wunsch nach Normalität ist so geht's leider nicht!

Critica vor 23 Wochen

Richtig, Hans Dampf, wir halten uns schon ein Jahr unseres Lebens mit Corona auf. Es gibt noch andere wichtige Dinge, die dringend angepackt werden müssen. Aber als Entschuldigung haben wir ja "Corona".

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