Debatte Hochrisiko-Fußballspiele: Landesregierung für bundesweite Lösung bei Einsatzkosten

Wer zahlt den höheren Aufwand für Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Fußballspielen? In der Debatte um eine Kostenbeteiligung hat sich die Thüringer Landesregierung für eine bundeseinheitliche Regelung ausgesprochen. Die Präsidenten der Rechnungshöfe von Bund und Ländern empfehlen Gebühren.

Fußball Einsatz Kosten
Sollen die Kosten der Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Fußballspielen an die Vereine weitergereicht werden? Darüber diskutieren Politik und Vereine. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der Debatte um eine Kostenbeteiligung für Polizeieinsätze bei Hochrisiko-Fußballspielen hat sich die Thüringer Landesregierung für eine bundeseinheitliche Regelung ausgesprochen. Eine Regelung wie in Bremen, bei der Kosten an die Vereine weitergeleitet werden, gebe es in Thüringen bislang nicht, teilte das Thüringer Innenministerium auf Anfrage mit. Derzeit gebe es im Freistaat auch keine "gewinnorientierten Hochrisikoveranstaltungen", die unter die Bremer Kostenregelung fallen würden.

Bremen leitet Kosten weiter

Bislang hat der Stadtstaat als einziges Bundesland eine entsprechende Gebührenordnung und stellt zusätzliche Polizeikosten bei Hochrisikospielen der Deutsche Fußball Liga (DFL) in Rechnung. Diese wiederum leitet sie an den aktuellen Fußball-Zweitligisten SV Werder Bremen weiter. Dem Sportverein entstehen dadurch bei jedem betroffenen Spiel Kosten in sechsstelliger Höhe.

Rechnungshöfe empfehlen Gebühren

In der vergangenen Woche empfahlen die Präsidenten der Rechnungshöfe der Länder und des Bundes auch anderen Bundesländern, Gebühren für zusätzliche Polizeikosten zu verlangen. Dazu fassten sie auch einen Beschluss. Aus dem Thüringer Innenministerium hieß es, eine "abschließende Positionierung der Thüringer Landesregierung zu dieser Frage" sei noch nicht erfolgt. Daten, wie viel Geld Polizeieinsätze bei Fußballspielen in Thüringen jedes Jahr kosten, hat das Innenministerium nach eigenen Angaben nicht.

Quelle: MDR THÜRINGEN/cfr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

Sozialberuflerin vor 3 Tagen

Warum soll der Steuerzahler dafür aufkommen, dass es bei einigen Spielen, vielen Fans nur darum geht, Frust abzulassen?

Dieses immense Aufgebot an Polizei etc. hat der "andere" Bürger einfach nicht zu verschulden und somit auch nicht zu zahlen!

Also.... Auf die Vereine umlegen und diese holen es sich über Tickets zurück!
Wem es nämlich wirklich um den Sport ansicht geht, zahlt das dann auch gerne und fühlt sich wahrscheinlich noch sicherer!!

Wenn ganze Hunderschfaften, Busse mit wütenden Fans bis zur Autobahn begleiten, ganze Bahnhöfe überwacht und öffentliche Verkehrsmittel gesichert werden müssen....
Dann fehlen diese Einsatzkräfte an anderer Stelle!


Gerald vor 3 Tagen

Welche Hochrisiko-Fußballspiele gibt es eigentlich noch in Thüringen? Spielen doch alle unterklassig!

Mehr aus Thüringen

Frau mit Dutt in Erfurter fußgängerzone 1 min
Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Jenny Scherf ist eine Pfarrerin ohne Kirche. Ihre Gemeinde sind die Menschen, die sie in den sozialen Medien trifft.

16.10.2021 | 14:45 Uhr

MDR THÜRINGEN Sa 16.10.2021 14:30Uhr 01:15 min

https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/video-jenny-scher-online-pfarrerin100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video