Gaskrise Ministerin Siegesmund ruft Thüringer zum Energiesparen auf

27. Juli 2022, 17:21 Uhr

Aus Russland fließt weniger Erdgas nach Deutschland. Zunehmend stellt sich die Frage, ob die Ressourcen ausreichen, um über den Winter zu kommen. Entscheidend könnte sein, wie sich der Verbrauch hierzulande entwickelt. Aus der Thüringer Regierung gibt es nun einen Appell zum Sparen.

Wegen der gekürzten Gasliefermengen aus Russland ruft auch Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund zum Gassparen auf. Die Grünen-Politikerin sagte MDR THÜRINGEN, es müsse jedem klar sein, dass es auf jede Kilowattstunde Energie ankomme. Um sicher über den Winter zu kommen, müssten die Gasspeicher noch weiter gefüllt werden.

Auch Unternehmen und Ministerien müssen Energie sparen

Die Lage ist ernst, sagte die Energieministerin. Die Gasspeicher in Deutschland seien zurzeit nur zu zwei Drittel gefüllt. Ziel der Bundesregierung sei es, die Speicher bis zum 1. November bis zu 90 Prozent zu füllen.

Auch die Ministerien in Thüringen senkten ihren Energieverbrauch, wo immer dies möglich sei, so Siegesmund. Sie wolle außerdem jeden Donnerstag bei einer Schaltkonferenz mit den kommunalen Energieunternehmen beraten, wie die Energieversorgung über Herbst und Winter abgesichert werden kann.

Mehr Nachhaltigkeit gefordert

Neben dem Aufruf, Gas zu sparen, mahnte die Energieministerin anlässlich des Erdüberlastungstages erneut zu noch mehr Nachhaltigkeit. Dieses Jahr sind die natürlichen Ressourcen des Planeten demnach rechnerisch bereits am 28. Juli erschöpft - so früh wie nie zuvor.

Klima- und Artenschutz sowie ein schonender Umgang mit Ressourcen seien die Antwort darauf. Die große Nachfrage nach dem Reparaturbonus in Thüringen zeige, dass die Menschen aus der Wegwerfgesellschaft rauswollten. Das Land stellt mit der Neuauflage des Programms 600.000 Euro für die Reparatur defekter Elektrogeräte bereit.

Claudia Reiser - MDRfragt-Redaktionsteam, im Studiogespräch 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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MDR (mab)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Juli 2022 | 12:00 Uhr

98 Kommentare

lulu2020 am 29.07.2022

Der entscheidende Punkt ist, dass bei Leistungsempängern die enorme Preissteigerung berücksichtigt wird ,während man Durchschnittsverdiener mit einer Einmalzahlung abspeißt aber vielleicht lässt sich die Regierung dafür ja auch noch was einfallen.

Es ist auch so, dass sparsame, energiebewusste Leistungsempfänger, die bei Abrechnung eine Gutschrift erhalten, die dann nicht als Belohnung behalten dürfen sondern mit der Leistungszahlung verrechnet wird. Einerseits natürlich logisch, da ja alles vom Staat finanziert ist aber eben auch keine Motivation zum sparsamen Verbrauch.

Bria21 am 29.07.2022

martin
Ich habe das nicht übersehen. Natürlich muss es irgendwo eine Obergrenze geben, Wenn man rund um die Uhr heizt, weil man Tag und Nacht vorm Fernseher sitzt , kann man nicht erwarten das komplett bezahlt zu bekommen sondern eben nur das, was für eine bestimmte Personenzahl bei den örtlichen Gegebenheiten üblich ist, was ich übrigens auch in meinem Kommentar so erwähnte. Dass die Wohnung eine angemessene Größe haben muss, finde ich auch logisch, da auch jeder Berufstätige nur in einer so großen Wohnung leben kann, die er sich leisten kann. Die stark steigenden Preise für Heizung werden bei Leistungsempfängern allerdings berücksichtig, wie erst kürzlich in einem Bericht des MDR zu lesen war. Ist also die Wohnung nicht unangemessen groß und die Verbrauchsmenge nicht unverschämt hoch, werden die Kosten übernommen. Nur wer den Verbrauch übertreibt, muss dann etwas vom Regelsatz bezahlen, der aber auch zu 100 Prozent vom Staat kommt.

Bria21 am 29.07.2022

Frau K
ich habe doch geantwortet. Das es etwas länger gedauert hat, liegt daran, dass ich einen Vollzeitjob habe und nicht ununterbrochen den Kommentaren folgen kann.

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