Vogelgrippe Mobile Geflügelhändler müssen Tiere untersuchen lassen

Wegen der Ausbreitung des für Federvieh hochansteckenden Influenzavirus H5N8 zieht das Land Thüringen Konsequenzen. Geflügel aus Betrieben ohne festen gewerblich angemeldeten Standort darf nur noch nach tierärztlicher Untersuchung verkauft werden. Die Regelung zielt damit vor allem auf reisende Geflügelhändler, die ihre Tiere etwa auf Märkten anbieten.

Freilandgänse stehen auf einer Wiese.
Mobile Händler müssen Geflügel untersuchen lassen, ehe es sie verkaufen, ordnete das Landesamt für Verbraucherschutz an. Bildrechte: dpa

Mobile Geflügelhändler dürfen in Thüringen nur noch Tiere verkaufen, wenn sie vorher von einem Tierarzt untersucht wurden. Das hat das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz mit einer sogenannten Notbekanntgabe angeordnet.

Betroffen sind ausschließlich Händler, die entweder gar keinen festen Standort haben oder die Tiere außerhalb ihres Betriebs verkaufen, zum Beispiel auf Märkten. Das Geflügel muss spätestens vier Tage, bevor es abgegeben wird,  klinisch untersucht werden. Enten und Gänse müssen virologisch untersucht werden.

Vorschrift: Nur untersuchtes Geflügel verkaufen

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) appellierte an alle Geflügelhalter in Thüringen, nur untersuchte Tiere zu kaufen. Außerdem solle beim Kauf unbedingt ein Kontakt angegeben werden. Nur so könne die Geflügelpest wirksam reduziert werden.

Das sogenannte Geflügelpest-Virus H5N8 ist über einen mobilen Geflügelhandel aus Nordrhein-Westfalen im März nach Thüringen gekommen. Laut Gesundheitsministerium ist das für Federvieh hochansteckende Influenzavirus in Thüringen seit dem 22. März in rund 35 Geflügelhaltungen nachgewiesen worden.

Betroffen sind kleine Geflügelhalter und insbesondere das Weimarer Land, die Landkreise Sömmerda, Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt sowie die Städte Erfurt, Weimar und Jena. In mehreren Kreisen gilt momentan eine Stallpflicht. Das Friedrich-Loeffler-Institut geht davon aus, dass besonders der Handel mit lebendem Geflügel das Virus verbreiten kann.

Quelle: MDR/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. April 2021 | 17:00 Uhr

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