Corona-Pandemie Gesundheitsministerin Werner will an 2G im Thüringer Einzelhandel festhalten

Seit längerer Zeit fordern die CDU-Fraktion und die FDP-Gruppe, die 2G-Regel im Thüringer Einzelhandel abzuschaffen. Gesundheitsministerin Heike Werner hat dem eine Absage erteilt, will die Corona-Regeln aber anpassen.

Heike Werner (l, Linke), Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie, und Annette Rommel, Erste Vorsitzende der Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (kvt)
"2G im Einzelhandel werden wir nicht anfassen", sagte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (l.) am Dienstag. Bildrechte: dpa

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) hat Forderungen die 2G-Regel im Einzelhandel, abzuschaffen eine Absage erteilt. "Wir halten uns hier an die gemeinsamen Absprachen", sagte Werner am Dienstag. Am Tag zuvor hatte es Beratungen von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie gegeben. Die Regierungschefinnen und Regierungschefs hatten sich darauf verständigt, Kurs zu halten und die bisherigen Maßnahmen weitgehend beizubehalten.

Gerichte kippen 2G-Regel im Einzelhandel

Mit Blick auf 2G im Einzelhandel sagte Werner, dass es ärgerlich sei, wenn man sich auf eine gemeinsame Grundlage verständige, die dann aber vor Gerichten nicht standhält. "Die beste Möglichkeit, so etwas gerichtsfest zu regeln, wären Beschlüsse auf Bundesebene", betonte die Ministerin.

Hintergrund ist, dass die 2G-Regel im Einzelhandel, wonach in vielen Geschäften nur noch Menschen Zutritt haben, die geimpft oder genesen sind, in einigen Bundesländern von Gerichten gekippt wurde.

In Thüringen fordern die CDU-Fraktion und die FDP-Gruppe seit längerer Zeit, 2G im Einzelhandel abzuschaffen. Werner sagte: "2G im Einzelhandel werden wir nicht anfassen."

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 24.01.2022 19:00Uhr 01:33 min

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Handwerkskammer fordert Lockerungen

Die Handwerkskammer Ostthüringen forderte die Landesregierung zu Lockerungen der Zutrittsregelungen in Friseur-, Kosmetik- und Fußpflegesalons auf. Spätestens mit der im Februar zu erwartenden neuen Corona-Landesverordnung müsse die aktuelle 2G-Regelung durch 3G ersetzt werden, verlangte Kammerpräsident Wolfgang Jacob am Mittwoch.

Jacob empfahl der Regierung, sich an Sachsen zu orientieren, wo die 3G-Regelung für die sogenannten körpernahen Dienstleistungen bereits eingeführt sei. Die Kammer begründete ihre Forderung mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage der durch die Pandemie gebeutelten Betriebe.

Corona-Regeln in Thüringen sollen angepasst werden

Werner kündigte an, die Corona-Regeln in Thüringen leicht anzupassen - und damit auch mit den Maßnahmen der Nachbarbundesländer teils zu harmonisieren. So sollen nicht nur Schwimmhallen, sondern auch Thermen und Saunen bald wieder öffnen dürfen.

Gericht bestätigt Kontrollpflicht am Eingang

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht bestätigte am Mittwoch die Pflicht der Unternehmen, Kunden am Eingang auf Einhaltung der 2G-Regeln zu kontrollieren. Es wies den Antrag eines Unternehmens ab, die Thüringer Verordnung in diesem Punkt außer Vollzug zu setzen. Ohne eine Pflicht zu Kontrollen könne nicht sichergestellt werden, dass alle ungeimpfte Personen die Zugangsbeschränkung beachteten.

Der Thüringer Landessportbund (LSB) begrüßte die Lockerungen. "Auch wenn es vorsichtige Schritte sind, für den Sport sind diese sehr bedeutsam", erklärte der LSB-Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel. Nun erwarte man, dass diese Ankündigungen umgesetzt werden. "Ein generelles Verbot für den Schwimmsport ist für uns alle nicht weiter hinnehmbar."

Verkürzte Genesenen-Regelung gilt in Thüringen

Werner stellte am Dienstag auch klar, dass die verkürzte Genesenen-Regelung in Thüringen bereits gilt. Demnach hat man in Thüringen nur noch Genesenen-Status, wenn die Covid-19-Erkrankung nicht länger als drei Monate her ist. Auswirkungen hat das für die Betroffenen vor allem bei den 3G-, 2G- und 2G+-Regelungen.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 29.11.2021 19:00Uhr 02:00 min

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Quelle: dpa,MDR(jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. Januar 2022 | 12:00 Uhr

6 Kommentare

Tpass vor 16 Wochen

Egal wie??? Es wird am Ende nicht viel übrig bleiben von Gastronomen oder kleinen Läden. Der Ministerin ist es bestimmt egal 😐 sie verdient genug….sorry bekommt zu viel Steuergelder. Ihr Kleidung kann nicht viel kosten. Wenn alles zu ist, bleiben ja noch die Internet Händler wie Amazon die kaum Steuer zahlen..Die Gastronomie hat kaum noch Personal und wenn der Mindestlohn steigt können die Wirte nicht mehr überleben.

Logik-Mensch vor 16 Wochen

Vor dem Hintergrund, dass mit Omikron das Virus durch die gesamte Bevölkerung "durchrauschen" wird, sollten sämtliche bestehende Maßnahmen nach einem realistischen Nutzen beurteilt werden. Ich glaube, dass im Ergebnis hier nicht viel übrig bleiben wird, was sinnvollerweise fortgeführt werden sollte.

Ich sehe hier als sinnvollste Maßnahme die Impfung, um die Folgen der unvermeidbaren Infektionen zu mildern. Wenn man das Virus mit einem Waldbrand vergleicht, erscheinen alle anderen Maßnahmen als Versuch, diesen Waldbrand mit Wassereimern zu löschen.

Sigrun vor 16 Wochen

@Hansi63:
Text gelesen und vor allem verstanden? Da steht, dass die 2G-Regel in einzelnen Bundesländern von Gerichten kassiert wurde. D.h. gerade nicht, dass sie grundsätzlich in Frage steht. Frau Werner sagt hierzu: "Die beste Möglichkeit, so etwas gerichtsfest zu regeln, wären Beschlüsse auf Bundesebene". Die gab es mal, allerdings hat die CDU-geführte Bundesregierung die gesetzlichen Grundlagen im Herbst 2021 auslaufen lassen. Da war ja sogar die Rede "vom Ende der Pandemie". Schon vergessen?

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