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Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck nahm am Dienstag an der Sitzung des Landeskabinetts teil. Bildrechte: dpa

Streit um Windräder im WaldHabeck treibt Landesregierung beim Ausbau erneuerbarer Energien an

von MDR THÜRINGEN

Stand: 17. Mai 2022, 15:55 Uhr

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat Thüringen zu mehr Engagement beim Ausbau erneuerbarer Energien aufgerufen. Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte zeitgleich, wieder Pumpspeicherwerke zu planen, um Sonnen- und Windenergie "parken" zu können.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Thüringen zu mehr Engagement beim Ausbau der erneuerbaren Energien aufgefordert. Habeck sagte nach einem Treffen mit der Thüringer Landesregierung auf Schloss Ettersburg, erneuerbare Energien bedeuteten mehr Unabhängigkeit von russischem Gas. Sie würden zudem immer mehr zu einem Wettbewerbsvorteil - dank neuer Arbeitsplätze und regionaler Wertschöpfung.

Habeck verwies auf die Thüringer Debatte zu Windrädern im Wald, die nach einem Landesgesetz nicht möglich sind. Er verstehe die Emotionen, die es bei diesem Thema gebe. Aus Gesprächen mit Waldbauern wisse er aber, dass diese sich Windräder auf Flächen mit toten oder sterbenden Bäumen vorstellen könnten, um mit den Einnahmen die Wiederaufforstung voranzubringen.

Neben Wirtschaftsminister Robert Habeck äußerten sich auch Bodo Ramelow, Anja Siegesmund und Wolfgang Tiefensee zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Bildrechte: dpa

Windräder sollen sich finanziell für Anwohner lohnen

Da in Thüringen die Zustimmung für den Bau von Windrädern begrenzt ist, will Klimaminister Habeck Anwohner mit Geld locken. Nach Habecks Worten möchte der Bund künftig sogenannte Bürger-Windparks fördern. Die Renditen sollen an die Menschen in der Nachbarschaft fließen. Ziel ist laut Habeck, zwei Prozent der Bundesfläche für den Bau von Windrädern bereitzustellen. Dafür müsse jedes Bundesland seinen Beitrag leisten. In Thüringen sind bisher nur 0,4 Prozent als Windvorranggebiet ausgewiesen.

Ramelow will Regelung für Pumpspeicherwerke

Bei dem Treffen auf Schloss Ettersburg bei Weimar verlangte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Bundesregelungen für Pumpspeicherwerke, um Strom zu "parken". Thüringen verfügt mit der Anlage in Goldisthal in Südthüringen über das größte Pumpspeicherkraftwerk in Deutschland. Auch an den Saale-Talsperren gibt es kleinere Anlagen. Bei einem Überangebot an Strom pumpen sie Wasser von unten in ein höher gelegenes Becken. Wird Strom gebraucht, wird das Wasser abgelassen, treibt Turbinen an und liefert wieder Strom.

Laut Ramelow müssen diese Werke nicht wie Kraftwerke, sondern wie Stromspeicher behandelt werden. Sie sollten in die Netzarchitektur eingebaut werden, wodurch sie auch wirtschaftlicher würden, forderte er. Habeck sagte eine Prüfung zu.

Thüringer CDU kritisiert Wirtschaftsminister Habeck

Die CDU-Fraktion im Landtag kritisierte Habecks Aussagen: Der parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion Andreas Bühl warf dem Minister Versäumnisse vor. Nur zu sagen, man habe den Osten im Blick, reiche nicht. Die CDU fordert deshalb eine Gas-Zusicherung vom Bund.

Käme ein Lieferstopp für russisches Gas, so Bühl, wären nicht nur 7.000 Arbeitsplätze in der Thüringer Glasindustrie in akuter Gefahr, es betreffe branchenübergreifend sogar 64.000 Jobs im Land.

Rund um die Energiewende

MDR (dst), dpa

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 17. Mai 2022 | 14:00 Uhr

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