Landesrechenzentrum Datenpanne: 350 Smartphones & Tablets der Landesverwaltung gelöscht

Aufgrund einer "Fehlkonfiguration" wurden hunderte Smartphones & Tablets der Thüringer Landesverwaltung auf Werkseinstellung zurückgesetzt. Die IT-Panne ereignete sich bereits Ende Juli.

Ein Schild mit der Aufschrift Thüringer Landesrechenzentrum
Alle Daten weg: Im Thüringer Rechenzentrum gab es im Juli ein IT-Panne. Bildrechte: MDR/Jörg Pezold

Im Thüringer Landesrechenzentrum sind Hunderte Smartphones und Tablets der Landesverwaltung komplett gelöscht worden. Wie das Finanzministerium mitteilte, ereignete sich die IT-Panne Ende Juli, etwa zeitgleich zu einem Mißtrauensvotum gegen Ministerpräsident Bodo Ramelow im Thüringer Landtag. Ein Zusammenhang bestehe laut Ministeriumsangaben aber nicht.

350 Geräte zurück auf Werkseinstellung

Eine Fehlkonfiguration habe rund 350 Geräte auf Werkseinstellungen gesetzt. Es seien auch Smartphones von Mitgliedern der Landesregierung betroffen gewesen. Das Zurücksetzen von 200 weiteren Geräten konnte durch die Beseitigung des Fehlers verhindert werden. "Die Störung wirkte sich negativ auf die mobile Arbeitsfähigkeit zahlreicher Bediensteter aus", hieß es vom Finanzministerium.

Ein Telefon mit der Startseite von mdr.de/mobil
Nach Neustart der Geräte seien diese erstmal kaum zu gebrauchen gewesen, schilderte ein Bediensteter. Bildrechte: Colourbox.de

Kontaktdaten weg

Als "sehr ärgerlich und hemmend", beschreibt ein betroffener Mitarbeiter eines Ministeriums den Vorfall. Die Geräte seien nach dem Neustart zunächst kaum zu gebrauchen gewesen. Ein anderer aus einem weiteren Ministerium schilderte, dass er sich viele Kontakte wieder neu anlegen musste. Auch bei einem anderen für die Landesregierung arbeitenden Mitarbeiter gelang es nicht, alle Kontakte wiederherzustellen.

Laut Ministerium wurden inzwischen Regularien beschlossen, um ähnliche Pannen in Zukunft verhindern zu können. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. September 2021 | 09:00 Uhr

31 Kommentare

emlo vor 6 Wochen

@Harka2: Nichts für ungut, aber mir war Ihr erster Beitrag ein wenig zu platt, um daraus erkennen zu können, dass Sie Insider sind. Aber egal. Mir ist die Thematik nicht völlig fremd, wenn ich auch nicht direkt damit zu tun habe.

martin vor 6 Wochen

@emlo: Na ja, und dann ist da auch noch der Datenschutz zu berücksichtigen. Löschpflichtige Daten haben auch in Datensicherungen nichts mehr zu suchen. Das macht die Sache nicht nur aufwendig, sondern auch teuer.

In diesem Zusammenhang ist dann auch die Frage zu klären, welche Daten wie wichtig sind und in wie weit die Nutzer der mobilen Endgeräte nicht zu verpflichten sind, die wichtigen Daten auf eine gesicherte Umgebung zu speichern / zu synchroniseren. Eine gewisse Eigenverantwortung würde ich von Nutzern mobiler Endgeräte durchaus erwarten und keine "all inclusive" Sicherheit auf Kosten der Steuerzahler.

Harka2 vor 6 Wochen

@emlo
Jetzt mal ernsthaft. Man sichert nicht die Daten auf den Endgeräten, man sorgt dafür, dass diese Daten zentral liegen und sichert diese. Das ist in einer mobilen Welt längst Realität. Jeder Besitzer eines Smartphones von einem namhaften Hersteller erwartet, dass sein neues Gerät die Daten des alten automatisch kennt. In der Thüringer Fachjustiz gibt es Sicherungsverfahren, da kannst du den gesamten Serverraum wegsprengen und es wird der Zustand von 5 Sekunden vor der Explosion wiederhergestellt. Dies ist aber nichts neues, das gibt es seit EDV-gefühlten Ewigkeiten und es kostet auch kein Vermögen, man braucht nur Fachlaute mit dem nötigen Wissen und die kann und will der öffentliche Dienst einfach nicht bezahlen. Nur, einmal mehr gilt, wer nur mit Bananen bezahlt bekommt am Ende nur Affen.

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