Biontech-Vakzin Corona-Impfung beim Hausarzt: Thüringer Praxen können Impfstoff ordern

Ab dem 30. März dürfen Thüringer Hausärzte wöchentlich Impfdosen für ihre Patienten bestellen. Deren Anzahl ist allerdings limitiert. Nach Ostern soll es mit den Impfungen in den Praxen losgehen.

Eine Hausärztin verabreicht einem Patienten die erste Impfung gegen Covid-19.
Hausärzte sollen bald ihre Patienten impfen können - sowohl in ihren Praxen als auch im Hausbesuch. Bildrechte: dpa

Hausärzte in Thüringen können nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) vom 30. März an wöchentlich Impfstoff für die Corona-Schutzimpfung in ihren Praxen bestellen. Die Praxen seien darüber in einem Schreiben informiert worden, teilte eine Sprecherin der KV am Freitag mit.

Zahl der Biontech-Impfdosen beschränkt

Aus dem Schreiben geht hervor, dass die Ärzte pro Woche maximal 30 Impfdosen in einer Apotheke ihrer Wahl ordern können. Eingesetzt wird das Mittel von Biontech/Pfizer. Die erste Lieferung mit Impfstoff solle voraussichtlich in der Woche nach Ostern - am 6. oder 7. April - in den Praxen eintreffen. Dafür müssen die Bestellungen bis zum Dienstag eingegangen sein, ab 30. März kann laut KV dann wöchentlich bestellt werden. Steht nicht ausreichend Impfstoff zur Verfügung, soll der vorhandene so verteilt werden, dass alle Praxen die gleiche Menge erhalten.

Impfreihenfolge auch in Arztpraxen

Zunächst sollen Menschen im höheren Lebensalter geimpft werden - auch im Hausbesuch. Die KV verwies die Praxen darauf, dass die Impfreihenfolge gemäß der Priorität einzuhalten sei. Nach der Belieferung haben die Praxen fünf Tage Zeit, das Vakzin zu verbrauchen.

Terminvergabe für Corona-Impfung

Impftermine vergeben die Praxen selbst, eine zentrale Einladung gibt es nicht. Die Impfwilligen müssen sich auch nicht an die oft überlastete Vergabe-Hotline oder das Thüringer Online-Terminportal wenden. Dort gibt es nur Termine für die Impfstellen und -zentren.

Mehr als die Hälfte der Thüringer Hausärzte wollen impfen

Laut KV haben zunächst rund 800 der rund 1.500 Hausärzte in Thüringen Interesse an der Corona-Impfung in ihren Praxen bekundet. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete dies als einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Sie sei sich sicher, "dass die Hausärzte den begonnenen Weg, die Risikogruppen zuerst zu impfen, sehr verantwortungsbewusst fortsetzen werden", erklärte sie am Freitag.

Anders als Pflegeheimbewohner waren etwa zu Hause lebende Pflegebedürftige bislang auf die Impfstellen angewiesen, was vor allem für körperlich beeinträchtigte Menschen oft problematisch oder unmöglich war. In Thüringen hatten bis Freitag dieser Woche 11,3 Prozent der Menschen zumindest die Erstimpfung erhalten, den kompletten Impfschutz aus Erst- und Zweitimpfung erhielten bislang 5,2 Prozent der Menschen.

Quelle: MDR/dg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. März 2021 | 12:30 Uhr

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