Mangelnder Vorlauf Universitäten überrascht von Testangebotspflicht für Studierende

Dass die Thüringer Hochschulen ihren Studierenden ab sofort zwei kostenlose Schnelltests pro Woche zur Verfügung stellen müssen, teilte das Wissenschaftsministerium am Mittwoch der Öffentlichkeit mit. Auch die Hochschulen erfuhren erst am Mittwoch davon - und reagierten überrascht. Die Universitäten beklagen den mangelnden Vorlauf. Bisher waren sie davon ausgegangen, dass Studierende die Tests selbst bezahlen müssten.

Eine Frau fuehrt einen Corona-Selbsttest durch (gestellte Szene).
Die Universitäten müssen Studierenden in Thüringen nun zwei kostenlose Selbsttest pro Woche zur Verfügung stellen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Dass sie für ihre Studierenden ab sofort zwei kostenlose Corona-Schnelltests pro Woche zur Verfügung stellen müssen, hat die Hochschulen in Thüringen überrascht. Um genügend Tests zu beschaffen und eine entsprechende Infrastruktur aufzubauen werde man bestimmt zwei Wochen brauchen, sagte etwa eine Sprecherin der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Personal müsse rekrutiert werden und Räume gesucht werden. Auch eine Sprecherin der Universität Erfurt sagte: "Ein bisschen mehr Vorlauf hätte uns das Ganze erleichtert."

Natürlich ist klar, dass es etwas Vorbereitungszeit braucht, um die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen.

Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD)

Das Wissenschaftsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Hochschulen ab sofort zwei kostenfreie Tests pro Woche für ihre Studierenden bereithalten müssen. Die Hochschulleitungen waren darüber ebenfalls erst am Mittwoch informiert worden. Nach Angaben von Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) war auch das Ministerium von der geänderten Rechtslage überrascht worden. Man habe es für notwendig gehalten, die Hochschulen schnell zu informieren. Dass das vor Ort hier und da zu Irritationen geführt habe, sei bedauerlich, aber nicht vermeidbar gewesen. "Natürlich ist klar, dass es etwas Vorbereitungszeit braucht, um die entsprechenden Vorkehrungen zu treffen."

Hochschulen gingen davon aus, dass Studierende Tests selbst zahlen müssen

Bislang habe man eine andere Rechtsauffassung gehabt und sei davon ausgegangen, dass nur Beschäftigte der Uni zweimal pro Woche kostenlose Tests von ihrem Arbeitgeber erhalten, hieß es aus Jena. Nach ursprünglichen Planungen hätten sich Studierende bei Testzentren in der Stadt testen lassen müssen. In Erfurt hatte die Uni bereits ein Testzentrum etabliert, in dem Studierende für einen Euro unter Aufsicht Selbsttests machen können. Da man aber nicht wisse, wie viele Studierende nun das kostenlose Angebot wahrnehmen, müsse man schnell große Mengen Tests zusammenkratzen. Die Nachbestellungen würden einige Tage dauern.

Studierende mit Mund- und Nasenmaske sitzen in einem Hörsaal
Die Testangebotspflicht der Hochschulen soll den Studienalltag für Studierende vereinfachen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Christian Schaft, begrüßte hingegen die Entscheidung des Ministeriums. "Ich sehe damit auch keine Schwächung des Anreizes zur Impfung", sagte er. Die Studierendenvertretungen hätten immer wieder signalisiert, dass mehr Präsenz in Verbindung mit Infektionsschutzmaßnahmen wie etwa Testangeboten gewünscht sei. Gerade für Studierende, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, sei das eine Vereinfachung im Studienalltag.

Das ist natürlich ein Zugewinn an Sicherheit.

Hannah Schneider, Sprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften

Die Sprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften, Hannah Schneider, sagte: "Das ist natürlich ein Zugewinn an Sicherheit." Damit könne man Lücken bei den 3G-Stichprobenkontrollen schließen. Wichtig sei jedoch, dass durch den finanziellen Mehraufwand für die Hochschulen nicht anderweitig Finanzierungslücken entstehen.

Wintersemester beginnt

An den Thüringer Hochschulen beginnt in diesen Tagen die Vorlesungszeit. Das Wintersemester soll erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder in Präsenz stattfinden. Für den Zutritt zu Lehrveranstaltungen gelten die 3G-Regeln - rein darf, wer geimpft, genesen oder getestet ist und den entsprechenden Nachweis dabei hat.

Quelle: MDR THÜRINGEN/caf, dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Freies Moria vor 3 Tagen

Überraschung: Maßnahmen, die Menschen ungleich behandeln sorgen für Verwerfungen. Schüler bekommen kostenlose Tests (wenn sie möchten) und können (und sollen!) diese auch für Freizeitangebote nutzen.
Studenten dagegen sollen ihre Tests selbst bezahlen obwohl sie nicht mehr Geld haben als ein Schüler (nur mehr Schulden).
Wann merkt die Politik eigentlich, daß wir entweder Pandemie mit einheitlicher Versorgung für alle haben oder keine Pandemie haben und deshalb keine Maßnahmen brauchen?
Denn mit der Pandemie hat keine einzige Maßnahme der letzten Monate auch nur das geringste zu tun. In der Schule übertragen die Schüler das Virus nicht, aber im Kino schon. Im Supermarkt gelten andere Regeln als im Fachgeschäft. Und so weiter und so fort.
Und so importiert die Ferien-Rückreise fleissig weiter das Virus welches wir dann im Lande sinnfrei und hektisch bekämpfen...

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