Hochwasser-Katastrophe Notfallbetreuer aus Thüringen helfen Flut-Opfern, das Erlebte zu verarbeiten

Notfall-Seelsorger und Betreuer sind in den Katastrophengebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Einsatz. Marc Brade vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) berichtet im Gespräch mit MDR THÜRINGEN über das Erlebte.

Bereitstellungsraum zur Hilfeleistung der Opfer der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz vom 14.07.2021 für die Helfer und Fahrzeuge vom Technischen Hilfswerk (THW), Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und der Bundeswehr im Fahrerlager des Nürburgring
Zahlreiche Helfer sind in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Auch Notfallbetreuer vom DRK aus Thüringen sind vor Ort. Bildrechte: IMAGO / Marc John

Noch immer ist die Lage in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz katastrophal: Berge von Schutt türmen sich in den Flutgebieten, die Menschen räumen rund um die Uhr auf - so gut es nur geht.

Unterstützung bekommen die Menschen vor Ort von zahlreichen Helfern, Einsatzkräften von Feurwehr und Technischem Hilfswerk, aber auch von Seelsorgern und Betreuern. Marc Brade vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) aus Thüringen ist in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Brade ist in der psychosozialen Notfallversorgung tätig, hilft betroffenen Personen dabei, in Gesprächen das Erlebte zu verarbeiten.

Notfallbetreuer helfen Flutopfern, das Erlebte zu verarbeiten

Die Menschen seien sehr dankbar über die angebotene Hilfe, berichtet Brade im Gespräch mit MDR THÜRINGEN. Es sei ein gutes Zusammenarbeiten möglich. "Wir merken allerdings auch, dass die Leute teilweise noch in ihrem Trott des Aufräumens gefangen und noch gar nicht in der Verarbeitungsphase drin sind", schildert er.

Manche Menschen müssen von den Betreuern aufgefangen werden. "Die sind am Boden", berichtet Brade, "sie haben nicht zum ersten Mal ihr Hab und Gut verloren, sagen, 'das hat doch alles keinen Sinn mehr' - aber dafür sind wir ja dann auch da."

Hilfe auch für Helfer

Der Einsatz gehe auch den Helfern an die Substanz, schildert Brade. Auch den eigenen Teams, gerade denen, die mit Betroffenen am Krisenort in Kontakt getreten sind, werden daher Nachsorgegespräche angeboten, wenn sie wieder in ihrer Heimat sind. Bis Freitag werden die Helfer aber mindestens noch am Einsatzort bleiben.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | 21. Juli 2021 | 10:25 Uhr

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