Hilfe für Flutopfer Hochwasser: Sammelstellen für Sachspenden in Thüringen überlastet

In Thüringen können kaum noch Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe entgegengenommen werden. Grund sind fehlende Lager- und Logistikmöglichkeiten sowohl hier als auch am Empfängerort. Nun bittet ein Kommunalpolitiker Land und Bundeswehr um Hilfe.

Die Lager seien voll, viele Sachspenden wie zum Beispiel Möbel könnten derzeit nicht weitergegeben werden, heißt es zum Beispiel vom DRK im Katastrophengebiet.

Sammelstellen in Erfurt nach kurzer Zeit wieder geschlossen

In Erfurt wurden am Sonntag Sammelstellen bereits nach kurzer Zeit wieder geschlossen. Die Polizei sprach von einer Spendenbereitschaft "in enormem Ausmaß". Teilweise seien Spender aus benachbarten Bundesländern gekommen. In der Weimarischen Straße kam es zu Verkehrsbehinderungen. Autofahrer mussten vorab gestoppt werden.

Spenden stapeln sich auch in Greußen

In Greußen im Kyffhäuserkreis sind am Montagvormittag 40 Helfer vom Katastrophenschutz eingetroffen, um Spenden zu verladen. Wie Greußens Ortschaftsbürgermeister Peter Georgi (CDU) mitteilte, hat das Landratsamt die Helfer geschickt. Es reagierte damit auf einen Aufruf Georgis. Nach der großen Spendenbereitschaft hatte er um Hilfe vom Kreis, des Landes und der Bundeswehr gebeten.

Säcke mit Kleidungs- und Sachspenden werden in einen Transporter verladen.
In Greußen stapeln sich die Sachspenden. Ortschaftsbürgermeister Peter Georgi bittet die Landesregierung um Hilfe, um die Spenden schnellstmöglich zu transportieren. Bildrechte: Peter Georgie

Bei der Feuerwehr in Greußen hatten sich am Sonntag die Säcke und Pakete gestapelt und konnten nicht mehr abtransportiert werden. Laut Georgi, der zur Spendenaktion aufegrufen hatte, wurden insgesamt zehn Tonnen Hilfsgüter gespendet.

DRK Thüringen rät von Fahrten in Hochwassergebiete ab

Das Rote Kreuz in Thüringen rät dringend davon ab, zum Helfen auf eigene Faust in die Hochwassergebiete im Westen Deutschlands zu fahren. Es meldeten sich immer wieder Menschen, die vor Ort anpacken wollen, sagte der Sprecher des DRK Thüringen, Dirk Bley, der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Wir raten dringend davon ab das zu tun, wenn man keinen konkreten Zielort hat." Interessierte sollten sich an die Behörden vor Ort wenden - und nur fahren, wenn es tatsächlich Bedarf gebe. "Denn das ist natürlich auch nicht ungefährlich."

Sachspenden nimmt das Rote Kreuz im Freistaat derzeit nicht an. Zum einen seien die Einsatzkräfte vor Ort ausreichend versorgt, erklärte Bley. Und zum anderen sei der logistische Aufwand derzeit nicht zu stemmen. Werde konkret etwas gebraucht, werde man die Öffentlichkeit informieren. Geldspenden seien hingegen flexibel einsetzbar und könnten schnell helfen, so Bley weiter.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 18. Juli 2021 | 19:00 Uhr

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