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HochwasserschutzDeiche in Thüringen sollen rückverlegt werden - Landwirte erhalten Ausgleich

von MDR THÜRINGEN

Stand: 14. April 2022, 19:26 Uhr

In Thüringen sollen für einen besseren Hochwasserschutz mehr Überflutungsgebiete geschaffen werden, indem Deiche zurückverlegt werden. Ziel sei es, bis 2027 knapp 1.600 Hektar zusätzliche Überflutungsflächen zu schaffen, teilte das Umweltministerium am Donnerstag in Erfurt mit.

Landwirte, deren Ackerland dadurch nicht mehr geschützt wird, sollen laut Ministerium einen finanziellen Ausgleich erhalten. Mit Hilfe einer neuen Verwaltungsvorschrift seien mögliche Schäden jetzt abgesichert, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) in Erfurt.

Umweltministerin Anja Siegesmund Bildrechte: MDR/Karina Heßland-Wissel

Deichrückverlegung: Landwirte sollen bei Schäden durch Hochwasser Ausgleich erhalten

Seit 2019 haben Landwirte in Thüringen theoretisch einen Anspruch auf Entschädigung, wenn durch die Rückverlegung des Deiches ein Hochwasserschaden entstanden ist. Mit der neuen Verwaltungsvorschrift kann das laut Umweltministerium auch umgesetzt werden. Die Agrarflächen würden bei einem Hochwasser begutachtet und der Schaden beglichen.

Umweltministerium: 25 Jahre lang Anspruch auf Entschädigung

Siegesmund erklärte: "Die Thüringer Gewässer wurden vor Jahrzehnten zu sehr verengt." Bei der Rückverlegung von Deichen müssten die Interessen der Landbesitzer gewahrt bleiben.

Wenn wir mehr natürlichen Flutungsraum für Flüsse wie Gera und Unstrut schaffen, schützt das uns alle.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne)

Deiche und technische Hochwasserschutzanlagen würden künftig vor allem auf die Städte und Gemeinden konzentriert, um Menschen, Infrastruktur und Sachwerte zu schützen. Laut Ministerium gibt es mit der Neuregelung 25 Jahre lang Anspruch auf Entschädigung, wenn Deiche zurückverlegt und dadurch Schäden entstehen, die es mit dem alten Deich nicht gegeben hätte.

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MDR (fno)/dpa