Bund-Länder-Konferenz Mehr Testpflichten bei steigender Corona-Inzidenz in Thüringen

Im Kampf gegen eine neue große Corona-Welle müssen sich Nicht-Geimpfte auf mehr Testpflichten im Alltag einstellen - und Schnelltests ab 11. Oktober in der Regel auch selbst bezahlen. Das beschlossen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Dienstag. Bund und Länder riefen außerdem eindringlich dazu auf, dass sich auch nach den Ferien noch viel mehr Bürger impfen lassen, um einschneidendere Beschränkungen im Herbst und Winter abzuwenden.

Menschen ohne Corona-Impfung müssen sich bei steigenden Infektionszahlen in Thüringen auf mehr Testpflichten einstellen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 35 sollen zu bestimmten Bereichen wie der Innengastronomie oder Fitnessstudios nur noch geimpfte, genesene oder getestete Menschen Zugang haben.

Neue Corona-Verordnung Ende August

Das solle die neue Corona-Verordnung des Landes regeln, die Ende August komme, sagte Staatskanzleiminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Dienstag nach der Ministerpräsidentenkonferenz in Erfurt. Die sogenannten Corona-Bürgertests seien zunächst weiterhin kostenfrei.

Wie bei der Bund-Länder-Konferenz beschlossen, sollen sie in der Regel nur noch bis 10. Oktober gratis sein - ausgenommen für Menschen, die sich aus verschiedenen Grünen nicht impfen lassen können. Hoff hatte bei der Bund-Länder-Konferenz Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) vertreten, der im Urlaub ist. Wie es mit Tests an Schulen weitergehe, würden die Kultusministerkonferenz und das Thüringer Kabinett in nächster Zeit beraten.

Impfquote deutlich steigern

Hoff kündigte an, dass es weiterhin Impfangebote dort geben werde, wo sich viele Menschen aufhielten. "Es gibt Menschen, die sind impfwillig, aber sie machen sich allein nicht auf den Weg." Um eine vierte Corona-Welle zu verhindern, sollte drei Viertel der Bevölkerung geimpft sein. "Es ist die Rede von einer Pandemie der Nichtgeimpften", so der Minister. Das habe auch bei der Diskussion der Länder mit der Bundesregierung eine Rolle gespielt.

Wichtig sei für Thüringen, dass der Bund die wirtschaftlichen Überbrückungshilfen fortsetzen wolle. Thüringen habe sich zudem ein vereinfachtes Verfahren bei der Vergabe der Bundesgelder für Luftfilteranlagen in Schulen eingesetzt.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. August 2021 | 19:00 Uhr

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