Erfurt - Leipzig/Halle Bahn nimmt Räumung von verschneiter ICE-Schnellstrecke in Angriff

Die Bahn hat konkrete Schritte für die Räumung der eingeschneiten ICE-Schnellstrecke Erfurt - Leipzig/Halle angekündigt: Am Donnerstag soll die Trasse aus der Luft erkundet werden, später Schneefräsen starten. Zuvor hatte der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert, dass die Millionen Euro teure Strecke nach der Schneefront tagelang nicht befahren werden kann.

Eine mit Schnee bedeckte Bahnstrecke.
Die eingeschneite Schnellfahrstrecke Erfurt-Halle/Leipzig bei Vieselbach nahe Erfurt. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Die Deutsche Bahn will die Räumung ihrer eingeschneiten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Erfurt und Leipzig/Halle am Donnerstag in Angriff nehmen. Eine Sprecherin der Konzernzentrale in Berlin sagte MDR THÜRINGEN am Mittwoch, es sei ein Erkundungsflug mit einem Hubschrauber geplant. Anschließend solle schwere Technik wie Schneefräsen zum Einsatz kommen. Eine Prognose, wann die Strecke wieder befahren werden kann, gab die Sprecherin nicht ab.

ICE fahren langsamer auf Alternativroute über Weimar

Die ICE-Schnellstrecke war bei den massiven Schneefällen in der Nacht zu Montag von einer dicken Schneeschicht bedeckt worden, die ein Befahren unmöglich machte. Die Strecke wurde zunächst nicht geräumt. Sprecher des Unternehmens verwiesen zur Begründung darauf, dass es mit der alten Bahnstrecke über Weimar eine befahrbare Alternativroute gebe. Weil diese Strecke für Fernzüge nur mit geringerem Tempo befahrbar ist, dauert die Fahrt für Reisende deutlich länger. Der südliche Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Erfurt durch den Thüringer Wald in Richtung München war von dem Wintereinbruch nicht betroffen.

Fahrgastverband hat kein Verständnis

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" hatte am Mittwoch das Schneemanagement der Deutschen Bahn scharf kritisiert. Das sei einfach nur ein Trauerspiel, sagte der Ehrenvorsitzende des Thüringer Landesverbandes, Bernd Schlosser, MDR THÜRINGEN. Dass die für viele Millionen Euro neugebaute Schnellstrecke Erfurt-Leipzig tagelang nicht befahren werden könne, dafür habe er kein Verständnis.

Als Grund sieht der Fahrgastverband den von der Bahn vor Jahren in private Unternehmen oder Tochterfirmen ausgelagerten Servicedienst. So finde eine Streckenkontrolle entlang der Gleise nur selten statt, was dazu führe, dass man jetzt schlecht an die Gleise herankomme. Beim Bau der Schnellstrecke hätte die Bahn auch Schneeflüge samt dafür nötiger schwerer Loks mitbestellen sollen, so Schlösser. Die alten Schneepflüge seien in den 1990er-Jahren verschrottet worden. Nun habe die Bahn offenbar keine mehr.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 10. Februar 2021 | 12:30 Uhr

23 Kommentare

Durchblick vor 12 Wochen

Das stimmt so nicht ganz. Die Kulanzregelungen werden nur von Tag zu Tag verlängert. Wie will ein Reisender noch planen, der ein Ticket kaufen muss? Die schlechte Wetterphase dauert schließlich länger. Die Kulanzregelung galten nur bis Mittwoch. Anstatt die Zugbindung für die ganze Woche aufzuheben, was die Bahn gar nichts kostet, zeigt man sich nur verhalten großzügig. Und wo steht der Tunnelrettungszug? Aber selber losmaulen, wenn Fakten vorgetragen werden. ... furchtbar ...

Harka2 vor 12 Wochen

Wo sollten sie die Schneepflüge denn Parken? Die dazu nötigen Bws wurden doch flächendeckend längst abgerissen. Ganz Thüringen besitzt nur noch einen Güterbahnhof!

Harka2 vor 12 Wochen

So ganz Unrecht ist die Bemerkung nach fehlender Technik nicht. Früher stand in jeder Kreisstadt ein Bahnbetriebswerk und dort stand der Schneepflug. Heute sind die Bw alle verschwunden und die Pflüge wurden verschrottet. Gerade im Thüringer Wald sollte man schon damit rechnen, dass da im Winter mal etwas mehr von dem weißen Zeug runter kommt. Die alten Rechsbahner und zuvor die Preußen haben das schließlich auch hinbekommen.

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