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Die eingeschneite Schnellfahrstrecke Erfurt-Halle/Leipzig bei Vieselbach nahe Erfurt. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Erfurt - Leipzig/Halle

Bahn nimmt Räumung von verschneiter ICE-Schnellstrecke in Angriff

Stand: 10. Februar 2021, 17:12 Uhr

Die Bahn hat konkrete Schritte für die Räumung der eingeschneiten ICE-Schnellstrecke Erfurt - Leipzig/Halle angekündigt: Am Donnerstag soll die Trasse aus der Luft erkundet werden, später Schneefräsen starten. Zuvor hatte der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert, dass die Millionen Euro teure Strecke nach der Schneefront tagelang nicht befahren werden kann.

Die Deutsche Bahn will die Räumung ihrer eingeschneiten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Erfurt und Leipzig/Halle am Donnerstag in Angriff nehmen. Eine Sprecherin der Konzernzentrale in Berlin sagte MDR THÜRINGEN am Mittwoch, es sei ein Erkundungsflug mit einem Hubschrauber geplant. Anschließend solle schwere Technik wie Schneefräsen zum Einsatz kommen. Eine Prognose, wann die Strecke wieder befahren werden kann, gab die Sprecherin nicht ab.

ICE fahren langsamer auf Alternativroute über Weimar

Die ICE-Schnellstrecke war bei den massiven Schneefällen in der Nacht zu Montag von einer dicken Schneeschicht bedeckt worden, die ein Befahren unmöglich machte. Die Strecke wurde zunächst nicht geräumt. Sprecher des Unternehmens verwiesen zur Begründung darauf, dass es mit der alten Bahnstrecke über Weimar eine befahrbare Alternativroute gebe. Weil diese Strecke für Fernzüge nur mit geringerem Tempo befahrbar ist, dauert die Fahrt für Reisende deutlich länger. Der südliche Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Erfurt durch den Thüringer Wald in Richtung München war von dem Wintereinbruch nicht betroffen.

Fahrgastverband hat kein Verständnis

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" hatte am Mittwoch das Schneemanagement der Deutschen Bahn scharf kritisiert. Das sei einfach nur ein Trauerspiel, sagte der Ehrenvorsitzende des Thüringer Landesverbandes, Bernd Schlosser, MDR THÜRINGEN. Dass die für viele Millionen Euro neugebaute Schnellstrecke Erfurt-Leipzig tagelang nicht befahren werden könne, dafür habe er kein Verständnis.

Als Grund sieht der Fahrgastverband den von der Bahn vor Jahren in private Unternehmen oder Tochterfirmen ausgelagerten Servicedienst. So finde eine Streckenkontrolle entlang der Gleise nur selten statt, was dazu führe, dass man jetzt schlecht an die Gleise herankomme. Beim Bau der Schnellstrecke hätte die Bahn auch Schneeflüge samt dafür nötiger schwerer Loks mitbestellen sollen, so Schlösser. Die alten Schneepflüge seien in den 1990er-Jahren verschrottet worden. Nun habe die Bahn offenbar keine mehr.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni/seg

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 10. Februar 2021 | 12:30 Uhr

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