Wirtschaft Thüringer IG Metall für Vier-Tage-Woche

Um Arbeitsplätze in Thüringen zu sichern, plädiert die IG Metall für kürzere Arbeitszeiten - vor allem mit Blick auf die Auto-Zulieferer im Freistaat.

Eine Fahne der Gewerkschaft IG-Metall
Die IG Metall sieht zahlreiche Arbeitsplätze in Thüringen bedroht. Bildrechte: dpa

Vertreter der Thüringer IG Metall haben sich für eine Vier-Tage-Woche ausgesprochen. Ziel sei es, durch die Corona-Krise bedrohte Arbeitsplätze zu erhalten.

Bernd Spitzbarth, Bevollmächtigter der IG Metall Nordthüringen, erklärte, die kürzere Arbeitszeit sei ein Instrument, um Beschäftigung zu sichern. Es müsse aber Spielräume auf betrieblicher Ebene geben. Möglich sei auch eine Fünf-Tage-Woche mit verkürzter Arbeitszeit.

Uwe Laubach, IG-Metall-Bevollmächtigter für Eisenach, hofft ebenfalls auf eine Arbeitszeitverkürzung. "Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir eine maximale Zahl von Arbeitsplätzen retten können." Er sieht in der Region um Eisenach vor allem die Autozuliefer-Industrie in Gefahr, deren Unternehmen unter dem Preisdruck der Autohersteller leiden würden. Außerdem könnten sie sich zu wenig auf das Ende des Verbrennungsmotors vorbereiten.

Mehrere Standorte in Thüringen gefährdet

In Nordthüringen sind mehrere Standorte in Gefahr: Der Autozulieferer Continental will das Werk in Mühlhausen bis Ende 2022 schließen. Das Unternehmen Eaton will den Standort Nordhausen nach Polen verlegen. Der Autozulieferer Norma will bis 2022 sein Werk in Gerbershausen im Eichsfeld schließen. Die Arbeitsplätze sollen nach Tschechien verlagert werden.

Am Rand einer Demonstration gegen die Schließung von Norma in Gerbershausen sagte Wolfgang Lemb, Vorstandsmitglied IG Metall: "Es kommt jetzt darauf an, Stunden zu entlassen und keine Menschen zu entlassen." Die Umsetzung müssen man sich von Betrieb zu Betrieb anschauen. Die Neuverteilung des Arbeitsvolumens stehe grundsätzlich auf der Tagesordnung. "Jetzt deutlich mehr als vorher".

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10. September 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

sun24fun vor 45 Wochen

Die IG Metall hat schon vor Jahren versagt, die 35 Stunden Woche auch in Ostdeutschland durchzusetzen. Jetzt wollen sie die 4-Tage Woche haben. Frage mich nur, wer soll das bezahlen? Oder erfolgt dies dann ohne Lohnausgleich?

Lothar Thomas vor 45 Wochen

Über Jahre hinweg hat die deutsche Automobilindustrie die Entwicklung auf dem Markt verschlafen.

Da hatte man sich lieber mit betrügerischen Abschaltautomatiken beschäftigt, als sich der Entwicklung neuer Antriebstechniken zu widmen.

Inzwischen sind andere Hersteller schon viele Schritte voraus, wo die deutschen Automarken erst noch in den "Kinderschuhen" stecken.

Wo könnten die Deutschen Autobauer heute sein, wenn man nicht erst vorher Milliarden von Euro sinnlos "VERBRANNT" hätte?

Wann werden die dafür Verantwortlichen endlich auch Strafrechtlich zur Verantwortung gezogen?
Nehmt denjenigen endlich das zu Unrecht erhaltene Geld wieder ab.

Lasst diese Ganoven von Hartz IV leben.

Die Auswirkungen sieht man doch jetzt wieder einmal genau auch hier im Freistaat.

Die Zulieferer brauchen die Qualität von MADE IN GERMANY nicht mehr, die bekommen von der EU gestützt im Ausland bessere Bedingungen.

Die Zulieferer sind internationale Konzerne, denen sind deutsche Arbeitnehmer egal.


Mehr aus Thüringen