Impfgipfel Corona-Impfung: Kinder sollen Sonderzeiten in Impfstationen bekommen

Thüringen will Kindern ab zwölf Jahren im Sommer Impfangebote machen - sollte der Impfstoff bis dahin zugelassen werden. Dafür sollen in den Impfstationen Sonderzeiten mit Kinderärzten eingerichtet werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) betont, dass die Freiwilligkeit im Vordergrund stehe.

Ein Mädchen bekommt eine Corona-Impfung
Bei einem Impfgipfel zur Corona-Impfung für Kinder haben am Donnerstag die Länderschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel beraten. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Sven Simon

Der Schulbetrieb in Thüringen werde nicht abhängig gemacht von Impfungen der Kinder und Jugendlichen. Das sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Donnerstagabend nach dem Impfgipfel der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Zudem müsse ohnehin abgewartet werden, ob der Impfstoff von Biontech und Pfizer von der EU-Arzneimittelbehörde EMA für Kinder ab zwölf Jahren freigegeben wird. Bisher ist das Vakzin ab 16 Jahren zugelassen.

Sonderzeiten für Kinder in Impfstationen

Die Thüringer Landesregierung will prüfen, ob für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren in den 29 Impfstationen des Landes Sonderzeiten für Corona-Impfungen eingerichtet werden können, kündigte Ramelow an. Zu diesen Sonderzeiten sollen möglichst Kinderärzte in den Stationen anwesend sein. Dabei setze man auf "strikte Freiwilligkeit" und die Beratung durch Kinderärzte, stellte Ramelow klar. Außerdem sollen Kinder und Jugendliche mit einem erziehungsberechtigten Elternteil zur Impfung kommen.

Impfstoff 3 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mi 26.05.2021 19:00Uhr 02:30 min

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Impfkommission und EMA müssen noch zustimmen

Ramelow bekräftigte außerdem, dass man sich in Thüringen an der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) orientieren werde, die aber noch aussteht. Eltern müssten entscheiden, ob sie ihr Kind impfen lassen. "Das ist eine Entscheidung, die muss die Familie treffen, und die kann sie nur mit dem Arzt ihres Vertrauens treffen", sagte Ramelow.

Bevor es in Deutschland mit dem Impfen von jüngeren Menschen losgehen kann, muss die Europäische Arzneimittelbehörde Ema über eine Zulassung des Impfstoffes von Biontec/Pfizer entscheiden. Dies wird für Freitag erwartet. Außerdem wird sich die STIKO positionieren und eine Empfehlung abgeben. Ramelow rechne damit, dass die Impfkommission eine Empfehlung geben wird für vorerkrankte Kinder, Risikopatienten ab zwölf Jahren und für Familien, in denen es Risikopatienten gibt.

Bodo Ramelow Ministerpräsident Thüringen
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Bildrechte: dpa

Ramelow: "Deutlich mehr an Normalität ermöglichen"

Mit Blick auf den nahenden Sommer zeigte sich Thüringens Regierungschef optimistisch. Man gehe jetzt in einen Sommer hinein, "in dem wir doch deutlich mehr an Normalität wieder ermöglichen können", sagte Ramelow. Er gehe davon aus, dass "weit über die Hälfte" der Thüringer bis zu den Sommerferien ein Impfangebot erhalten haben wird. "Ich rechne damit, dass die Zahl 70 Prozent überschreiten werden." In Thüringen beginnen die Sommerferien in diesem Jahr am 26. Juli.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Mai 2021 | 20:00 Uhr

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