Corona-Pandemie Thüringen bereitet Auffrischungsimpfungen vor - weitere Familien-Impfaktionen geplant

Auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission bereitet Thüringen Corona-Auffrischungsimpfungen für gefährdete Gruppen vor. Dafür sollen verstärkt mobile Impfteams eingesetzt werden. Außerdem sollen Jugendliche in größerer Zahl immunisiert werden. Das Land plant dafür erneut Familien-Impftage.

Eine Notfallsanitäter der DLRG zieht an der Universität Potsdam den Corona-Impfstoff von Biontech in eine Spritze. Neben den Studierenden haben alle Menschen heute die Möglichkeit, sich ohne Termin an der Uni Potsdam mt Biontech impfen zu lassen.
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten am Montag über die Corona-Impfstrategie. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Thüringen stellt sich auf Corona-Auffrischungsimpfungen bei besonders gefährdeten Personengruppen ein. Mit Blick auf die Impfauffrischung solle die Zahl der mobilen Impfteams ab September auf 25 aufgestockt werden, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag. Es fehle allerdings noch eine verlässliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission.

Nach Beschlüssen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern soll das Angebot von Auffrischungsimpfungen durch mobile Teams unter anderem in Pflegeeinrichtungen, für zu Hause lebende Pflegebedürftige und Menschen mit Immunschwäche vorgesehen sein. Hintergrund ist die Delta-Variante des Coronavirus, die als sehr viel ansteckender gilt und auch in Deutschland zuletzt wieder zu höheren Fallzahlen beigetragen hat.  

Gesundheitsminister-Konferenz beschließt Impfungen für Jugendliche

Außerdem haben am Montag die Gesundheitsminister von Bund und Ländern Impfungen für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche beschlossen. Weiter geplant ist, dass die Altersgruppe in allen Ländern in den Impfzentren immunisiert werden kann. In Thüringen gab es bereits so genannte Familienimpftage. "Das wollen wir wiederholen", sagte die Ministeriumssprecherin. Im Freistaat haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts bereits deutlich mehr 12- bis 17-Jährige den vollen Corona-Impfschutz als in den meisten anderen Bundesländern.

Nur Baden-Württemberg mit höherer Impf-Quote bei Jugendlichen

Am Montag (00.00 Uhr) lag der Anteil von geimpften Jugendlichen im Freistaat bei 12,3 Prozent, wie aus einer Übersicht des RKI hervorgeht. Nur in Baden-Württemberg (13,2 Prozent) war der Wert noch höher. Im Bundesdurchschnitt liegt die Quote in dieser Altersgruppe bei knapp 10 Prozent. Mindestens eine erste Spritze haben in Thüringen insgesamt 15,9 Prozent der 12- bis 17-Jährigen (Bund: 20,5 Prozent). Insgesamt ist in Thüringen etwa die Hälfte der Bevölkerung vollständig geimpft (50,9 Prozent), bei Erstimpfungen liegt die Quote bei 55,6 Prozent.

Thüringen will Familien-Impftage wiederholen

Voraussichtlich mit Beginn des neuen Schuljahres sind wieder Familienimpftage geplant. Zudem können sich Teenager an niedergelassene Kinder- und Jugendmediziner wenden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn sie bestimmte Vorerkrankungen haben. Alle anderen Teenager konnten die Impfung bereits nach ärztlicher Aufklärung erhalten, wenn sie oder ihre Eltern das wünschen. Mit dem Beschluss von Montag wird das Impfangebot uneingeschränkt auf die ganze Altersgruppe erweitert.

Thüringen, das über viele Monate der Corona-Hotspot unter den Bundesländern war, wies zu Wochenbeginn erneut die niedrigste Inzidenz bei Neuinfektionen in Deutschland auf. Der Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner lag am Montag bei nach RKI-Angaben bei 5,4 - deutschlandweit hingegen bei 17,8.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 02. August 2021 | 17:00 Uhr

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