Pandemie Ramelow ruft Ungeimpfte zu Novavax-Impfung auf

Mit dem neuen Impfstoff von Novavax könnte bald eine Alternative zu den bisherigen Corona-Vakzinen auf den Markt kommen. Eine gute Möglichkeit für alle, die noch nicht geimpft sind, findet Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

Bodo Ramelow
Er setzt darauf, dass sich mehr Menschen in Thüringen für eine Corona-Impfung entscheiden: Ministerpräsident Bodo Ramelow. Aktuell liegt die Impfquote im Freistaat bei 64,5 Prozent. Bildrechte: dpa

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat ungeimpfte Menschen mit Misstrauen gegenüber mRNA-Impfstoffen dazu aufgerufen, den neu zugelassenen Impfstoff des US-Herstellers Novavax zu nutzen.

"Der erste Totimpfstoff ist jetzt von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen worden; ein zweiter wird bald folgen", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ich freue mich darüber als ostdeutscher Ministerpräsident sehr. Und ich sage denjenigen, die den mRNA-Impfstoffen ablehnend gegenüberstehen und derzeit demonstrieren gehen: Wenn sie sich ernst nehmen, dann müssen sie sich nun auch impfen lassen."

Es gehe jetzt nur noch um die Produktion und darum, genügend Impfstoff bereitzustellen, sagte Ramelow weiter. Dann stehe Impfungen mit einer wirksamen Alternative nichts mehr im Wege.

Novavax funktioniert anders als Biontech

In Deutschland sind Millionen Menschen noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Zurückgeführt wird das teils auch auf Misstrauen oder Unsicherheiten in Bezug auf bisher zugelassene Impfstoffe. Das Novavax-Präparat ist weder ein mRNA-Impfstoff wie die Präparate von Biontech und Moderna noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Novavax ist kein Totimpfstoff im klassischen Sinn, weil es keine abgetöteten, also nicht mehr vermehrungsfähigen Krankheitserreger enthält. Allerdings wird der Begriff Totimpfstoff nicht einheitlich verwendet. Totimpfstoffe sind schon länger verfügbar, etwa gegen Hepatitis A und B oder gegen Grippe. Deshalb gibt es die Hoffnung, dass mit einer klassischen Impfstofftechnologie mehr Menschen zum Impfen bewegt werden könnten.

Der Impfstoff von Novavax wird in zwei Dosen im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Er ist den Studien zufolge mit einem Infektionsschutz von etwa 90 Prozent hochwirksam. Wie gut er allerdings bei der sehr ansteckenden Omikron-Variante wirkt, ist noch unklar.

Quelle: MDR(mm)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 21. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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