Bildung Schreibwettbewerb "Junge Humanisten": Zwei Thüringer Schulen im Rennen

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Der Literatur-Wettbewerb "Junge Humanisten“ für Schüler aus Tschechien, Deutschland und Belgien findet in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Schülerinnen und Schüler aus drei Ländern haben dafür Geschichten und Gedichte zum Thema Freundschaft geschrieben. Auch zwei Thüringer Schulen sind dabei.

Zwei Lehrerinnen sitzen an einem Schreibtisch mit vielen Schülerarbeiten (links: Sybille Thomae (Ge/Sozialkunde/ Ethik)  rechts: Doreen Huster (Deutsch/ Ethik)
Mehr als 30 Arbeiten hatten Sybille Thomae (links) und Doreen Huster von ihren Schülerinnen und Schülern an der Ostschule Gera bekommen. Bildrechte: MDR/Doreen Huster

"Wir haben viel mehr Texte bekommen als erwartet, mehr als 30 Stück. Sogar Haikus sind dabei", erzählt Doreen Huster, Schulleiterin der Ostschule Gera. Die ist eine der beiden Schulen, die bei "Junge Humanisten" mitgemacht haben.

Schriftsteller inspitiert zu Literaturwettbewerb

Initiiert wurde der Wettbewerb von der Arnošt-Lustig-Stiftung, benannt nach einem tschechischen Autoren und Publizisten, der sich in seinen Werken hauptsächlich mit dem Holocaust beschäftigte. Lustigs Enkelin Eva Lustigová hat die Stiftung 2020 gegründet. "Junge Humanisten" ist das erste Projekt der Stiftung und soll auf zeitlose humanistische Werte hinweisen, für die Arnošt Lustig mit seinem Leben und Werk stand.

Arnost Lustig
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Kurzbiografie Arnošt Lustig Arnošt Lustig wurde 1926 in einer jüdischen Familie in Prag geboren. Als 15-Jähriger kam er ins Konzentrationslager Theresienstadt, später nach Auschwitz, wo sein Vater und viele weitere Verwandte ermordet wurden. Es folgten Buchenwald und der Transport nach Dachau. Dabei gelang ihm die Flucht. 1968 verließ er seine Heimat und lebte in Jugoslawien, Israel und in den USA. Erst 2003 kam er zurück nach Prag, wo er 2011starb.

Kreativität entdecken und fördern

Der Literatur-Wettbewerb "Junge Humanisten" richtet sich an Jugendliche im Alter von 14 oder 15 Jahren in Tschechien, Belgien und Deutschland. Das Thema ihrer Literaturbeiträge ist die Freundschaft. Die Schüler sollten einen kurzen Prosatext, ein Gedicht oder ein publizistisches Essay schreiben. Zur Vorbereitung hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Arnošt Lustig beschäftigt, aber auch über das Thema Freundschaft in Zeiten von Corona und dem Krieg in der Ukraine diskutiert.

Schulleiterin Doreen Huster: "Wir haben gemerkt, dass das alles unsere Jugendlichen sehr belastet. Und sowohl durch die Vorbereitung auf den Wettbewerb als auch durch das Schreiben selbst konnten sie sich öffnen, ihre Ängste artikulieren."

Die Thüringer Gemeinschaftsschule Carl Zeiss Weimar von oben
Auch die Thüringer Gemeinschaftsschule Carl Zeiss Weimar beteiligt sich an dem länderübergreifenden Projekt. Bildrechte: MDR/Thomas Fleischer

Das Projekt wird von der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora unterstützt und vom deutsch-tschechischen Zukunftsfonds kofinanziert, der tschechische PEN-Club und die Achava-Festspiele Thüringen gehören zu den Projektpartnern, ebenso wie Radio Prag International.

Warten auf das Urteil der Preisrichter

Jetzt sind alle Arbeiten abgegeben. Welche Jugendlichen was geschrieben haben, muss noch geheim bleiben, denn die Juroren sollen ja nicht beeinflusst werden und die beginnen am Samstag mit dem Lesen.

Beteiligt haben sich eine Grundschule in Prag und eine in Brno, die Thüringer Gemeinschaftsschule Carl Zeiss in Weimar, die Ostschule Gera sowie ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Tschechischen Schule ohne Grenzen und des Europäischen Gymnasiums in Brüssel.

Preisverleihung noch vor den Ferien

Jeweils zwei Jurys werden die Prosatexte, Gedichte und Aufsätze der jungen Literaten beurteilen. In den Fachjurys sind Autoren und Journalisten aus Tschechien und Deutschland vertreten. Es gibt aber auch zwei Schülerjurys, in denen die Jugendlichen eines Gymnasiums in Prag und einer Schule in Görlitz die zugeschickten Beiträge bewerten. Im Mai werden dann die Sieger feststehen und zu einer feierlichen Preisverleihung nach Prag fahren können. Die Gewinner werden unter anderem mit Austauschreisen in das jeweils andere Land belohnt.

MDR

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. April 2022 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Karl Schmidt vor 6 Wochen

@Atheist:
Erschreckend, wie schlecht sich einige an die DDR erinnern wollen, insbesondere die "DDR-Fans" selbst.



Atheist vor 6 Wochen

Erschreckend wie DDR Systematik hier Einzug hält.

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