Gesundheitswesen Neupatientenregelung: Fast alle Thüringer Kassenärzte von geplantem Ende betroffen

Die kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) fürchtet im neuen Jahr lange Wartezeiten für Arzttermine. Wie die KVT mitteilte, betrifft das geplante Ende des Zuschusses für Neupatienten 92 Prozent der Thüringer Kassenärzte. Sollte die Neupatientenregelung zum Jahreswechsel beendet werden, ginge das hauptsächlich zu Lasten der Patienten, so die KVT. Sie fordert deshalb gemeinsam mit Ärzten und der Thüringer Gesundheitsministerin einen Erhalt des Zuschusses.

Blick in das Wartezimmer eines Arztes.
Blick in das Wartezimmer eines Arztpraxis: Durch die Neupatientenregelung sollen seit 2019 gesetzlich versicherte Patienten schneller an Termine bei Haus- und Fachärzten kommen. Bildrechte: dpa

Anreiz zur Vergabe kurzfristiger Termine

Durch die Neupatientenregelung sollen seit 2019 gesetzlich versicherte Patienten schneller an Termine bei Haus- und Fachärzten kommen. Nach dem drei Jahre alten Gesetz erhalten Ärzte für die Behandlung neuer Patienten budgetfrei die volle Vergütung. So sollen Anreize für Praxen geschaffen werden, kurzfristig Termine anzubieten.

Am Freitag beriet der Bundestag über einen Gesetzentwurf mit einem möglichen Ende der Regelung ab Januar. Am 16. September hatte sich der Bundesrat mehrheitlich dagegen ausgesprochen. Das neue Gesetz könnte aber auch ohne Zustimmung des Bundesrats im Bundestag verabschiedet werden.

MDR (ls)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 23. September 2022 | 08:00 Uhr

Mehr aus Thüringen

Eine Nosferatu-Spinne krabbelt auf einem Tisch. 1 min
Bildrechte: MDR/THÜRINGEN JOURNAL