Infrastruktur Stillgelegte Thüringer Bahnstrecken sollen nicht erneut genutzt werden

Der aktuelle Bundesverkehrswegeplan enthält "keine Wiederinbetriebnahmen von Bahnstrecken in Thüringen". Das teilte die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion "Die Linke" im Bundestag mit. Demnach sind im Bundeshaushalt keine Mittel allein und zweckgebunden für die Wiederinbetriebnahme von stillgelegten Schienenstrecken in Thüringen veranschlagt. Thüringen habe im Rahmen des Bundesprogramms zum Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz 2021 bis 2025 bislang keine entsprechenden Vorhaben angemeldet.

Regionalbahn steht bei Sonnenuntergang am Bahnhof
Eine Regionalbahn steht am Bahnhof. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Markus Wetterauer

Nach Angaben der Deutschen Bahn AG habe diese im Oktober 2020 mit dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft darüber gesprochen, mögliche Eisenbahnstrecken in Thüringen zu reaktivieren, heißt es in der Antwort weiter. Konkret sei es um die Strecken Blankenstein - Marxgrün (Höllentalbahn) und Eisfeld - Coburg (Werrabahn) gegangen.

182 Kilometer Bahnstrecke seit 1990 angeschlossen

Nach Auskunft der Bundesregierung wurden seit 1990 in Thüringen 182 Kilometer Bahnstrecke neu angeschlossen. Davon seien auf 18 Kilometern Gleise wiederhergestellt worden. Den Angaben zufolge handelt es sich um die Projekte Neue Schenke - Stadtroda (sechs Kilometer) und Weimar - Großschwabhausen (zwölf Kilometer).

2015/2016 wurde beispielsweise die Strecke Weimar - Großschwabhausen zweigleisig ausgebaut. Sie gehört zur Mitte-Deutschland-Verbindung. Es gibt Pläne, diese Strecke zu elektrifizieren.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jni

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 03. Mai 2021 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

Harka2 vor 1 Wochen

Wenn ich mir ansehe, wie schleppend die Bahn heute neue Strecken elektrifiziert, da muss man sich schon fragen, wie das die Reichsbahn vor dem Krieg so viel schneller geschafft hat. Wir bauen in Deutschland jetzt stattdessen Oberleitungen auf der Autobahn um LKW streckenweise elektrisch fahren zu lassen.

Man muss sich den Wahnsinn wirklich mal vorstellen: Opel in Eisenach hat Lagerkapazitäten für maximal vier Stunden. Dann kommt der LKW und fährt mit dem Container an die Rampe. Dort stehen dann Motoren, Sitze, Cockpits. etc in genau der reihenfolge drin, wie sie genau dann am Fließband gebraucht werden. Die LKW kommen aus Opole in Polen, aus Alicante in Südspanien, ... die sind tagelang unterwegs und die Bahn schafft das nicht?!

Grooveman vor 1 Wochen

Stimmt! Im Gespräch ist aber die Reaktivierung der sogenannten Zoptetalbahn, auch Max und Moritz- Bahn genannt, von Probstzella nach Neuhaus. Zumindest kämpft man darum. Der MDR hat ja selber darüber berichtet.

Grooveman vor 1 Wochen

Stimmt, Harka2! Ich hätte statt wirtschaftlicher Irrsinn, ökologisch- wirtschaftlicher Irrsinn schreiben sollen. Wenn die Bepreisung von Kohlendioxyd so verwirklicht wird, wie es die GRÜNEN und wohl auch Frau Merkel wollen, dann stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eh neu. Alles in Allem ist aber festzuhalten, daß es der absolute Schwachsinn von vornherein war, die Bahn insgesamt so vergammeln zu lassen. Die Schweiz zeigt uns doch wie es geht!

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