Neue Landesverordnung Ladenöffnungen: Gesundheitsministerin bittet um Geduld

Eigentlich erlaubt die neue Landesverordnung Geschäften ab Montag zu öffnen - aber nur unter strengen Voraussetzungen. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner bittet Ladenbesitzer um Geduld.

Ein Schild mit der Aufschrift "Wegen Corona-Lockdown geschlossen" vor einem Restaurant
Die neue Thüringer Coronaverordnung erlaubt Ladenöffnungen - aber erst ab einem Inzidenzwert unter 200. Bildrechte: imago images/ Sven Simon

Die neue Landesverordnung erlaubt Geschäften ab Montag wieder zu öffnen, wenn die Inzidenz eine Woche lang unter 200 liegt. Kunden benötigen zum Einkaufen aber einen Termin und müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Auch ein Selbsttest ist möglich, allerdings muss dieser vor Ort unter Beobachtung von Mitarbeitern des Geschäftes durchgeführt werden.

Inzidenz seit Samstag wieder über 200

Am Samstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut für Thüringen einen Inzidenzwert von 206. Somit wären die Bedingungen für Ladenöffnungen laut Thüringer Corona-Verordnung nicht gegeben. Nach Ostern lag der Wert mehrere Tage unter 200.

Gesundheitsministerin bittet um Geduld

Am Freitag bat Gesundheitsministerin Heike Werner Ladenbesitzer weiter um Geduld. Ob sie ihre Geschäfte nächste Woche wieder öffnen können, hängt Werner zufolge davon ab, ob die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz weiter unter 200 bleibt. Das sei zwar schon den dritten Tag in Folge der Fall, so die Gesundheitsministerin am Freitag, die Meldezahlen über Ostern bildeten aber kein realistisches Bild ab.

Modellprojekt Nordhausen läuft weiter

Im Kreis Nordhausen mit der niedrigsten Inzidenz in Thüringen dürfen Geschäfte und Museen auch kommende Woche geöffnet bleiben. Laut Landratsamt hat die Gesundheitsministerin mündlich zugesagt, das Modellprojekt um weitere fünf Tage zu verlängern.  Der Landkreis Nordhausen ist laut Robert Koch-Institut der mit dem niedrigsten Corona-Inzidenzwert in Thüringen. Er lag am Freitag bei 53.

Bund will Läden ab Inzidenz von 100 schließen

Für das geplante Infektionsschutzgesetz in Deutschland gibt es jetzt einen Gesetzesentwurf. Mehrere Medien berichten von einer sogenannten Formulierungshilfe des Bundes für die Koalitionsfraktionen von Union und SPD. Demnach soll ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen bundesweit eine verbindliche Notbremse gelten. Das heißt, dass dann Freizeiteinrichtungen und Geschäfte wieder geschlossen werden, darunter auch Baumärkte. Außerdem ist eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr vorgesehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. April 2021 | 10:00 Uhr

32 Kommentare

Lulu123 vor 3 Wochen

Micha72: ich kann Ihre Gefühle gut verstehen,auch bin seit Monaten in Kurzarbeit,ja ich bekomme regelmäßig Geld überwiesen,60 ,später dann 80% vom Mindestlohn, bei gleichbleibenden laufenden Kosten.
Wieso schreiben Sie, "Wir verzichten für SIE" ? Weder emlo noch sonstjemand aus der Bevölkerung hat uns darum gebeten sondern die Regierung hat das so festgelegt und ich gönne es Jedem,der seiner Arbeit nachgehen darf. Das sich die versprochenen Hilfen ständig verzögern,finde ich absolut inakzeptabel aber die Regierung kann das Virus auch nicht einfach wegbefehlen.

emlo vor 3 Wochen

Sie vergessen leider, dass wir es mit einer ausgewachsenen Naturkatastrophe zu tun haben! Und die Gegenmaßnahmen sind sicher unvollkommen, unterscheiden sich aber weltweit kaum, weil (auch wenn ich das Wort nicht sonderlich mag) alternativlos. Es sei denn Sie nehmen solche Horrorszenarien, wie sie sich derzeit in Brasilien abspielen, schulterzuckend in Kauf.

micha72 vor 3 Wochen

@emlo
Bravo für diese Weisheit. Na dann versuchen wir einfach unsere Rechnungen mit Schönreden zu bezahlen. Nach vielen Monaten Berufsverbot funktioniert das bestimmt.
Naiv? Jasager sind echt ein interessantes Völkchen.

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