Pandemie Inzidenz zu hoch: Thüringen bei Corona-Lockerungen noch nicht dabei

In vielen Regionen Deutschlands sind seit Montag die Corona-Regeln gelockert. Thüringen bildet bislang eine Ausnahme. Grund ist der Inzidenz-Wert. Eine neue Verordnung soll ab 14. März gelten.

Zahlreiche Menschen sind in der Fuߟgängerzone Anger in der Innenstadt unterwegs.
Eine Öffnung des Einzelhandels in Thüringen wird vorerst vertagt. Bildrechte: dpa

Am Montag wurden in den allermeisten Bundesländern die Corona-Regeln gelockert, mehr Kontakte erlaubt, und auch zum Shoppen oder ins Museum kann man vielerorts erstmals seit vielen Wochen gehen. In Thüringen gelten viele der Vereinbarungen von Bund und Ländern allerdings nicht. Geplant ist, dass aus diesen eine neue Verordnung mit Corona-Regeln entsteht, die ab dem 14. März und bis zum 30. März gelten soll. Die konkreten Thüringer Regelungen standen am Montag aber noch aus.

Die von der Bundeskanzlerin und den Länderchefs vereinbarten Richtwerte für erste Lockerungen der Corona-Regeln liegen bei Inzidenzen zwischen 50 und 100. Allerdings ist der Freistaat momentan von dieser 100er-Inzidenz noch weit entfernt. Am Montag lag sie bei 135.

Erste Lockerungen in Thüringen wohl nächste Woche

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wird eine Öffnung des Einzelhandels in Thüringen wegen einer zu hohen Inzidenz vorerst vertagt. Gleiches gilt für die Öffnung von Museen oder Galerien. Welche Regeln ab kommender Woche im Freistaat gelten, muss zunächst noch in einer Verordnung der Landesregierung festgelegt werden. Die bisher bekannten Pläne sehen vor, dass Buchläden, Anbieter von Kinderschuhen und körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetikstudios in Thüringen ab 15. März öffnen dürfen. Baumärkte sollen Termin-Shopping mit Anmeldung anbieten dürfen.

Betreiber von Baumärkten in Thüringen haben mit Blick auf Öffnungen in Nachbarbundesländern gefordert, auch im Freistaat Kunden wieder die Türen öffnen zu dürfen. "Wollen wir wirklich, dass die Thüringerinnen und Thüringer ab heute Ausflugsfahrten zu unseren Nachbarn unternehmen, um ihren Bedarf an Baustoffen und Baumarktartikeln zu decken?", fragte Raphael Brönner, Geschäftsführer eines Baustoff-Centers in Arnstadt in einer Mitteilung von Montag. Rund zehn weitere Thüringer Baumarktbetreiber kritisieren darin wie er die Pläne der Landesregierung für das Termin-Shopping.

Im Bereich des Freizeitsports sind die Kontaktbeschränkungen vielerorts in Deutschland seit Montag gelockert. In Thüringen ist die nötige Inzidenz für einen Öffnungsschritt noch nicht erreicht. Auch hier gilt weiterhin die Corona-Verordnung bis zum 15. März.

Thüringen kein Vorreiter bei Corona-Lockerungen

Wie Regierungssprecherin Marion Wermann vergangene Woche mitteilte, sollen Details dazu, wie die neue Thüringer Verordnung aussehen wird, wohl erst am Dienstag (9. März) bekannt gegeben werden. Sie soll allerdings an den sogenannten Thüringer Orientierungsrahmen angepasst werden, den die Landesregierung Anfang Februar veröffentlicht hat. Derzeit stehe aber noch nicht fest, wo das Land von den Beschlüssen abweichen könnte, sagte Wermann.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) teilte am vergangenen Mittwoch mit, dass Thüringen bei den Corona-Lockerungen kein Vorreiter unter den Bundesländern sein werde. Ramelow sagte nach einer Schaltkonferenz der Bund-Länder-Chefs, er bitte die Thüringer noch um Geduld. Ziel müsse sein, eine Inzidenz unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu erreichen. Diesen Wert zu erreichen, sei jetzt der nächste Schritt, sagte Ramelow.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 08. März 2021 | 14:00 Uhr

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