Covid-19 Zweite Corona-Welle: Krankenhäuser in Thüringen reaktivieren Ruheständler

Im Moment stehen für die zweite Corona-Welle in Thüringen genug Betten zur Verfügung und die Kliniken können die Anzahl der Covid-Patienten versorgen. In den vergangenen Monaten wurden Ärzte und Pflegekräfte für die Arbeit auf Intensivstationen geschult. Dennoch sollte der zeitlich befristete Lockdown ernst genommen werden, fordert die Krankenhausgesllschaft.

im Krankenhaus
Laut Thüringer Kliniken stehen zurzeit genug freie Betten und Personal für die Behandlung von Corona-Patienten zur Verfügung. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringer Krankenhäuser sehen sich für eine zweite Welle von Corona-Patienten gut vorbereitet. Das ergab eine Umfrage von MDR THÜRINGEN bei Betreibergesellschaften von elf Kliniken in allen Teilen Thüringens. Sie versicherten, genug freie Betten und ausreichend Personal zur Verfügung zu haben. Die Krankenhäuser haben in den vergangenen Monaten Ärzte und Pflegekräfte von Normalstationen für die Arbeit auf Intensivstationen geschult.

Intensivpflegepersonal bei schwerem Krankheitsverlauf

In den Regiomed-Kliniken Sonneberg und Hildburghausen wurden Ruheständler reaktiviert, um wiederum Personal auf den Normalstationen zu ersetzen. Regiomed schränkte jedoch ein, wenn die Covid-19-Erkrankung einen schweren Verlauf nehme und Patienten kompliziert beatmet werden müssten, könne nur Intensivpflegepersonal eingesetzt werden.

Positiv getestete Pfleger dürfen nicht weiter arbeiten

Mehrere der befragten Kliniken betonten zudem, die Betreuung von Covid-Patienten sei zwar im Moment zu stemmen. Das könne sich ändern, wenn die Infizierten-Zahlen weiter anstiegen und etwa Influenza-Patienten hinzukämen. Alle befragten Klinik-Betreiber lassen nach eigenen Angaben positiv getestete Pflegerinnen und Pfleger nicht weiter arbeiten, auch wenn sie keine Covid-19-Symptome zeigen.

Menschen sollen Lockdown ernst nehmen

Nach Ansicht der Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen sind die kommenden Wochen entscheidend. Jeder und jede sollte deswegen den zeitlich befristeten Lockdown ernst nehmen und Kontakte beschränken. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi appellierte an die Klinik-Betreiber, nicht dringende Operationen zu verschieben. Verdi-Mitglieder hätten aus Thüringer Krankenhäusern berichtet, dass noch immer operiert werde, obwohl es nicht unmittelbar notwendig sei.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. November 2020 | 09:00 Uhr

10 Kommentare

mattotaupa vor 44 Wochen

"Politiker, die jahrelang das Gesundheitswesen Kaputt gespart haben FREIWILLIG zum Corona-Einsatz melden" es mag durchaus berechtigte kritk an der privatisierung des gesundheitswesens geben, da das gewinnstreben der kapitalistischen regeln unterworfenen krankenhausunternehmen ja erst das sparen bei den ausgaben hervorruft aber einen politiker will wirklich niemand als pflegekraft am intensivbett haben, warum also die betroffenen der pandemie bestrafen?

mattotaupa vor 44 Wochen

"Ich glaube nicht das meine Klassenkameradin" sie glauben also, weil sie es nicht wissen. warum spricht/schreibt ihre "klassenkameradin" nicht selbst? sie unterstellen dritten eine entscheidung/einstellung zur reaktivierung, welche sie einfach nur vermuten. aber egal wie sich ihre "klassenkameradin" entscheidet, dank diverser öffentlicher und privater pandemieverbreitungsveranstaltungen und der uneinsichtigkeit in die notwendigkeit von simplen maßnahmen, befinden wir uns nun überhaupt erst in der situation, die ja vermieden werden sollte. dank an alle saboteure.

mattotaupa vor 44 Wochen

"Wo sind denn die im Januar angekündigten Pflegekräfte geblieben?" an welcher stelle wurden denn im januar pflegekräfte angekündigt, welche im November einsetzbar wären?

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