MDRfragt Viele Thüringer laut Umfrage für Verstaatlichung von Krankenhäusern

Eine deutliche Mehrheit der Thüringerinnen und Thüringer spricht sich für Verstaatlichungen im Gesundheitswesen aus. Bei einer Umfrage des MDR-Meinungsbarometers "MDR fragt" befürworteten 75 Prozent verstaatlichte Krankenhäuser. Elf Prozent sprachen sich dagegen aus. 80 Prozent der Befragten sehen privatwirtschaftlich ausgerichtete Krankenhäuser eher skeptisch. Sie befürchten laut Umfrage vor allem, dass Patienten dann nicht mehr optimal versorgt werden könnten.

Elf Prozent sehen das nicht so. Mit der Forderung einiger Experten, Kliniken zu schließen, können sich die meisten der befragten Thüringer nicht anfreunden. Mehr als die Hälfte sprach sich dafür aus, dass die Krankenhauslandschaft so bleibt, wie sie gerade ist. Ein Drittel findet sogar, dass es nicht genug Kliniken in Thüringen gibt. Für weniger - dafür aber spezialisierte - Kliniken sprachen sich sieben Prozent aus.

Krankenhausbetten stehen auf dem Flur.
Eine Mehrheit der Thüringer spricht sich gegen eine privatwirtschaftliche Ausrichtung von Krankenhäusern aus. Bildrechte: dpa

Hausarzt Ansprechpartner Nummer eins

Wenn es um einen anstehenden Klinikaufenthalt geht, ist der Umfrage zufolge der Hausarzt der Ansprechpartner Nummer eins für viele Thüringer. 65 Prozent gaben demnach an, dass sie sich von ihrem Hausarzt beraten lassen, wenn sie ins Krankenhaus müssen. Familie, Freunde und Bekannte sowie eigene Internet-Recherchen nutzen jeweils rund ein Drittel für die Auswahl der Klinik.

Fakt ist! aus Erfurt: Sollte es in jeder Kleinstadt ein Krankenhaus geben?

An der nicht repräsentativen Umfrage haben sich in Thüringen rund 6.500 Menschen beteiligt. Am Montagabend diskutieren Gäste in der Sendung "Fakt ist!" darüber, ob es in jeder Kleinstadt ein Krankenhaus braucht, oder ob wenige große Kliniken qualitativ besser für die Patienten wären. "Fakt ist!" aus Erfurt läuft am Montag um 20:15 Uhr im MDR-Livestream und ab 22:10 Uhr im MDR FERNSEHEN.

Über diese Befragung Die Befragung vom 10.12.-13.12.2021 stand unter der Überschrift:

Festtagsstimmung oder Coronafrust - wie erleben Sie die Weihnachtszeit?

Insgesamt sind bei MDRfragt 49.501 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 13.12.2021, 12 Uhr).

27.148 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 428 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 4.783 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 11.577 Teilnehmende
65+ Jahre: 10.360 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 14.096 Teilnehmende
Sachsen-Anhalt: 6.598 Teilnehmende
Thüringen: 6.454 Teilnehmende

Verteilung nach Geschlecht:
Männlich: 52 Prozent
Weiblich: 48 Prozent
Divers: 0,2 Prozent

Die Ergebnisse der Befragung sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.

Quelle: MDR(fno)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | Fakt ist! | 10. Januar 2022 | 22:10 Uhr

97 Kommentare

Funkwerker vor 1 Wochen

@Quercus: Sorry, dass ich erst so spät erwidere.
Andere (west-/nord-) europäische Staaten haben auch die Marktwirtschaft. Jedoch gibt es hier kein Diktat der Pharmariesen für die Medikamentenpreise.
Das sich die Medikamentenforschung hauptsächlich auf ertragreiche Geschäftsfelder beschränkt sollte hinreichend bekannt sein. Bei nicht lukrativen Gebieten zumeist "Fehlanzeige"!
Wenn der öffentliche Sektor für Sie nur ein "VEB"-Verwaltungsapparat ist, dann frage ich mich, warum die Pharmariesen mit diesem "VEB"-Bundesgesundheitsministerium kommuniziert.
Risikokapital wird in D überwiegend über Venture-Capital-Gesellschaften zur Verfügung gestellt. Diese haben zumeist mehrere Beteiligungen und können Verluste der einen mit Gewinnen der anderen Gesellschaften verrechnen. Ihren Steuersitz haben sie zumeist außerhalb von D in Niedrigsteuerländern. Ihre Ausführungen zur steuerlichen Seite sind grober Unfug wahlweise vorsätzliche Unwahrheiten.

MDR-Team vor 1 Wochen

Lieber User knarf2, hier hat sich scheinbar ein kleiner Tippfehler eingeschlichen. Vermutlich wollten Sie schreiben, dass die DDR seit über 30 Jahren nicht mehr existiert.

knarf2 vor 1 Wochen

Camper 21:Was soll der Vergleich mit der DDR die schon über 30
Jahre existiert?Sollen wir uns loben weil wir heute besser als damals waren?Das ist vergeudete Zeit

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