Covid-19 Thüringer Corona-Verordnung stößt auf viel Kritik

Die Kontaktbeschränkungen in der neuen Thüringer Corona-Verordnung stoßen auf Kritik. Beate Meißner von der CDU-Landtagsfraktion sagte MDR THÜRINGEN, mit der Verordnung werde es schwerer, kleine Kinder innerhalb der Familie zu betreuen.

Großeltern und Enkel kommunizieren im Videochat
In vielen Familien betreuen die Großeltern regelmäßig ihre Enkel. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Ab sofort dürften Großeltern nur noch ein Enkelkind betreuen beziehungsweise ein Großelternteil mehrere Enkel. Das sei gerade für berufstätige Eltern ein Nachteil, weil gleichzeitig Kindergärten und Schulen geschlossen seien. Laut Meißner tragen solchen Regeln nicht dazu bei, dass die Corona-Regeln von den Menschen akzeptiert werden.

Stärkere Unterstützung für Eltern gefordert

Franziska Schultheiß, stellvertretende Landeselternsprecherin für Kindergärten, sagte MDR THÜRINGEN, kleine Kinder hätten ein Recht darauf, ihre Großeltern zu sehen. Berufstätige Eltern seien häufig gezwungen, ihre Kinder zu den Großeltern zu bringen. Die Eltern müssten arbeiten gehen, sonst drohten finanzielle Einbußen. Schultheiß forderte zudem Land und Bund auf, die Eltern in der Corona-Pandemie stärker finanziell zu unterstützen. Wie etwa beim Verdienstausfall im Fall einer Quarantäne.

Die neue Corona-Verordnung des Landes schreibt vor, dass sich Angehörige eines Haushaltes maximal nur noch mit einer Person eines anderen Haushaltes treffen dürfen. Das gilt auch für Kinder.

Kritik auch am Präsenzunterricht

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Thüringen sieht den Präsenzunterricht für Abschlussklassen als "großen Fehler". Die Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum sagte, Hunderte Schülerinnen und Schüler reisten nun wieder mit dem ÖPNV und träfen ihre Lehrer persönlich. Das sei in höchstem Grad unvernünftig und gesundheitsgefährdend. Die GEW forderte die Landesregierung auf, alle Möglichkeiten, Kontakte zu vermeiden, zu nutzen und die Gesundheit von Lehrern und Erziehern nicht länger aufs Spiel zu setzen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 11. Januar 2021 | 17:00 Uhr

18 Kommentare

malaclyps vor 12 Wochen

Unser Schulsystem stammt aus dunkelsten Zeiten des letzten analogen Jahrtausend und ist längst höchst Reformbedürftig. Das Gejammer nach verstaubtem Präsenzunterricht ist keines Falls was unsere Kinder zukunftsfähig macht. Meine beiden kommen im Homeschooling mit petsönlicher sowie digitaler Unterstützung in kürzerer Zeit deutlich leichter und schneller voran als im hochgelobten Präsenzunterricht. Meiner Ansicht nach in großen Teilen überflüssig und sogar einschränkend. Ich wünsche mir, im Interesse unserer Kinder, auch für die Zeit nach der Pandemie zumindest eine Wechselmodell aus Präsenzuntericht und Homeschooling.

malaclyps vor 12 Wochen

Und nicht bloß dies. Hieß es denn im vergangenen Lockdown nicht noch man solle Kinder bloß nicht von den Großeltern betreuen lassen? Wie ist das jetzt mit dem Schutz der Risiko Gruppe?

Sozialberuflerin vor 12 Wochen

Leider ist das Familienverständniss in diesem Land generell sehr fragwürdig und überholt!
Leider lebt ein Großteil nicht mehr als klassische Mutter-Vater-Kind(er) - Variante, zusammen mit Großeltern unter einem Dach!
Meistens wohnen die Großeltern sogar kilometerweit weg, oder es gibt keinen Kontakt oder sie leben gar nicht mehr!

Also auch ohne corona, oft eine schwierige Alternative





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