Kultur in Thüringen Die nächste Generation: Wenn Jugend das Leben im ländlichen Raum mitbestimmt

Keep Yourself, Muna, Villa K. Diese drei Jugendkultur-Projekte aus Thüringen stehen für eine neue Generation, die sich in kleinstädtischen und ländlichen Regionen einmischt und eigene Räume einfordert. Kulturschaffende sprechen über ihre Arbeit und neusten Projekte, aber auch über Wünsche und wiederkehrende Probleme.

Menschen tanzen, Kunstschaffende malen, der DJ drängt das Publikum zum Weitermachen. Was in Städten wie New York, Berlin oder Amsterdam zu erwarten ist, lässt sich auch in Thüringens ländlicheren Regionen finden.

Außerhalb der größeren Städte wie Weimar, Jena oder Erfurt stößt man auf der Suche nach Kunst, Konzerten oder Clubabenden auf Institutionen wie die Muna in Bad Klosterlausnitz oder die Villa K. in Schmalkalden.

Seit bald drei Jahrzehnten wird dort getanzt, gewerkelt und gemalt. Es sind Freiräume, die sich die Jugend anfang der Neunzigerjahre genommen hat. Gemeinsam haben sie die Projekte hochgezogen, die eine nachkommende Generation an Jugendlichen auf dem Land geprägt haben.

Zahl junger Menschen in Thüringen sinkt

Mittlerweile sind es diese ehemaligen Jugendlichen, die das Steuer in der Hand halten. Ob in der Muna, der Villa K. oder beim Keep-Yourself-Festival bei Suhl. Nach und nach übernehmen hier die "Neuen".

Die Situation in Thüringen hat sich seit den Neunzigern aber verändert. Neben immer neuen bürokratischen Hürden sinkt seit Jahren die Zahl der jungen Menschen auf dem Land. Die großen Städte, wo mehr Jobs locken, sind attraktiv und zu Hause ist das kulturelle Angebot überschaubar.

Und trotzdem gibt es sie, die da bleiben oder wieder kommen. Um die Gegend interessant zu halten und mitzugestalten. Das Keep-Yourself-Festival, die Muna und die Villa K. sind nur drei von vielen Beispielen in Thüringen. Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten ihnen begegnen und warum sie dennoch vor Ort bleiben wollen, erzählen die Kulturschaffenden in Gesprächen mit MDR THÜRINGEN.

Kulturschaffende über ihre Arbeit - Hier geht es zu den Videos:

Was sind die Muna, die Villa K, das Keep-Yourself-Festival überhaut? Drei Porträts über die Schaffenden dahinter und ihre Kulissen:

Quelle: MDR THÜRINGEN

4 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 32 Wochen

...und was wird sein, wenn "Jugendlichen im ländlichen Raum" eben dieses Mitbestimmungsrecht genommen wird und sie keine Erprobungsräume
im kulturellen Verein mehr haben - wie in Arnstadt -

weil beispielsweise das JUGENDKLUBHAUS und ehemalige Betriebs-
Kulturhäuser von RFT und CHEMA modernen Wohnbauten weichen
mussten

und politisch Verantwortliche schauen dabei nur zu ?! Dann bleiben sie weg aus der Stadt oder werden kriminell und eine Bedrohung der öffentlichen Sicherheit...

Der Erfurter Bub vor 32 Wochen

Ach, gibt es was schöneres als Abends nach 12h LPG Arbeit müde aber glücklich ins Bett zu fallen? Und am Wochenende geht's ab in die Dorfkneipe. Dort wird die Freude über das täglich geleistete dann gerne mal mit viel Bier und anderen "hochgeistlichen" Getränken ersäuft. Wenn dann einmal im Vierteljahr der DJ im Gemeindesaal die Musik erklingen läßt, der Knecht mit den Mägden des Dorfes tanzt, wirds erst richtig episch. Zum Abschluss der Tanzveranstaltung wird gerne noch vorgeführt wer im Ort die "dicksten" Eier im Stall hat und es kommt, wie jedes mal, zu handfesten Argumenten gegen die Nachbarjugend. Treu dem Motto "wir hacken uns're Hühner selbst". Ja, Bei so viel Glück und Zufriedenheit bedarf es keinem soziokulturellen Angebot links/grüner Städter, die sowieso allesamt keine Ahnung haben. So romantisch ist das Landleben, wenn mal das Lichtspielhaus die neusten Blockbuster Streifen zeigt, leider mit einer leichten Verzögerung von 5Jahren. Herrlich hier ist die Zeit stehen gebliebe

Lyn vor 33 Wochen

Natürlich gibt es andere Jobs.

Die Handwerker suchen händeringend Nachwuchs, gerne wird selbst ausgebildet.
Als da wären Elektriker, Dachdecker, Klempner, Fliesenleger, Maler, Schreiner. Dann FA Hoch- und Tiefbau.
Paar Vorraussetzungen in Form gewisser Noten werden auch gebraucht.
Außerdem Dinge wie Teamfähigkeit und Disziplin.

Als Dank winkt neben der Bezahlung die Freude der Auftraggeber über eine gut gemachte Arbeit.

Mein Fliesenleger hat einen jungen Gesellen, der mir vor 2 Jahren die spanischen Fliesen im maurischen Stil in der Küche gelegt hat. Der junge Mann war sehr glücklich über diese Arbeit, hat wohl nicht oft so etwas.

Mein Schreiner sucht seit Jahren einen Azubi, es winkt sogar die Geschäftsübernahme, wenn alles gut läuft. Meinem Elektriker geht es genauso.

Alles nichts für Traumtänzer.


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