Pandemie Corona-News vom 20. April: Land erteilt Rudolstadt Absage für Modellregion-Anfrage

+++ Landesregierung will Bundes-Notbremse nicht widersprechen +++ Rudolstadt keine Modellregion +++ Schulen und Kitas im Altenburger Land sollen schließen +++ Thüringer Opposition gegen Corona-Notbremse +++ Alle Nachrichten zur Corona-Pandemie in Thüringen im Überblick +++

Menschen tragen volle Einkaufstüten nach Hause, aufgenommen am 24.10.2009 vor dem Einkaufs- und Erlebniszentrum nova eventis in Günthersdorf an der A9 zwischen Leipzig und Halle, einem der größten Einkaufszentren Deutschlands.
Die Bürgermeister der Städte Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg hatten vorgeschlagen, dass die Städte zur Modellregion für Öffnungsstrategien werden könnten. Bildrechte: dpa

Thüringen | Schule in Corona-Zeiten

Covid-19 hat auch weiterhin Thüringen fest im Griff. Das hat nicht zuletzt enorme Auswirkungen auf die Schulen im Land. Wie konkret das aussehen kann, zeigt eine Schule in Neustadt an der Orla.

Thüringen | Corona-Erstimpfung: Ein Fünftel der Thüringer geimpft

In Thüringen hat ein Fünftel der Bevölkerung die Corona-Erstimpfung erhalten. Bis Dienstag sind rund 427.600 Menschen zumindest einmal gegen Covid-19 geimpft. Das sind exakt 20 Prozent der Einwohner.

Thüringen | Die Corona-Lage am Dienstag

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen in Thüringen ist deutlich gesunken. Sie lag nach Information der Gesundheitsämter am Dienstagabend bei 10.270. Das waren gut 1.200 weniger als am Montag und 21 weniger als vor zwei Wochen. Vor allem im Landkreis Greiz wurden viele Betroffene als genesen eingestuft. Die Sieben-Tage-Inzidenz bleibt dennoch hoch und liegt nahezu unverändert bei 246. Weitere 25 Menschen starben in Verbindung mit dem Coronavirus.

In den Thüringer Krankenhäusern werden zurzeit 219 Covid-Patienten behandelt, 118 von ihnen müssen invasiv beatmet werden.

Thüringen | Landesregierung will Bundes-Notbremse nicht widersprechen

Thüringen wird der geplanten Bundes-Notbremse zur Pandemie-Bekämpfung nicht im Bundesrat widersprechen. Die Landesregierung wird laut dem Thüringer Staatssekretär Malte Krückels keinen Antrag auf ein Vermittlungsverfahren stellen oder unterstützen. Darauf habe sich das Kabinett verständigt.

Durch das neue Infektionsschutzgesetz drohen mit den angedachten Grenzwerten Schul- und Kitaschließungen in weiten Teilen des Freistaats. Die Buga in Erfurt und an weiteren Standorten kann voraussichtlich mit einer umfassenden Teststrategie öffnen.

Erfurt | Aktualisierte Allgemeinverfügung seit Montag

Seit Montag gilt in Erfurt eine aktualisierte Allgemeinverfügung. Demnach sollen Schüler, Kita-Kinder und das Personal an den kostenfreien Selbsttest-Angeboten der jeweiligen Einrichtung teilnehmen. Außerdem werden Gesangs- und Instrumentalunterricht sowie der Schwimm- und Sportunterricht in geschlossenen Räumen untersagt.

Weimar | Beschluss gegen Maskenpflicht rechtswidrig

Ein Weimarer Amtsrichter hatte mit einem umstrittenen Urteil die Maskenpflicht an zwei Schulen in Weimar ausgesetzt und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt. Jetzt hat das Weimarer Verwaltungsgericht die Maskenpflicht im Unterricht bestätigt. Ein Eilantrag dagegen wurde abgelehnt. Das Urteil des Amtsrichters sei darüber hinaus "offensichtlich rechtswidrig".

Gera | Festival "Goldener Spatz" findet online statt

Das 29. Deutsche Kinder Medien Festival "Goldener Spatz" wird in diesem Jahr digital stattfinden. Der "Goldene Spatz" soll am 6. Juni in Gera starten. Eine Woche lang wird das gesamte Programm abrufbar sein. Wegen der aktuellen Corona-Regeln sei online der sicherere Weg, sagte Festivalleiterin Nicola Jones MDR THÜRINGEN.

Sämtliche Veranstaltungen werden ohne Publikum stattfinden und online übertragen - mit Moderation, Interviews und Mitmachmöglichkeiten. Allerdings wollen die Festivalmacher auch spontan reagieren und zum Beispiel Open Air-Kino anbieten, falls das im Sommer möglich ist.

Rudolstadt | Land erteilt Absage für Modellregion-Anfrage

Die Städte Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg werden vorerst keine Modellregion für geöffnete Geschäfte. Die Thüringer Staatskanzlei hat einen entsprechenden Vorschlag des Städtedreiecks abgelehnt. Wie ein Sprecher der Stadt Rudolstadt sagte, hat das Land die Absage mit dem Infektionsgeschehen in der Region begründet. Angesichts dessen sei es nicht realistisch, die Modellversuche umsetzen zu können.

Laut dem Sprecher sind die Bürgermeister des Städtedreiecks Rudolstadt, Saalfeld und Bad Blankenburg enttäuscht über die Absage. Dennoch hätten sie mit der Staatskanzlei darin übereingestimmt, dass Öffnungsschritte für Geschäfte, Kultur- und Sporteinrichtungen im aktuellen Infektionsgeschehen nicht zielführend seien. Sie forderten die Landesregierung dazu auf, eng mit den Kommunen zusammenzuarbeiten, um geeignete Konzepte zur Wiedereröffnung von Geschäften und Kultureinrichtungen zu entwickeln.

Alten-​burger Land | Schulen und Kitas sollen Montag wieder schließen

Im Altenburger Land schließen ab Montag voraussichtlich wieder alle Schulen und Kindergärten. Es soll nur eine Notbetreuung geben. Wie das Landratsamt mitteilte, wird eine entsprechende Allgemeinverfügung erarbeitet. Grund sei, dass in den vergangenen Tagen immer wieder Infektionen in den Einrichtungen aufgetreten seien.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liege im Kreis seit dem 17. März über 200. Alle bisherigen Versuche, die Infektionen einzudämmen, seien nicht erfolgreich gewesen. Zudem kritisierte Landrat Uwe Melzer (CDU), dass es in den Schulen nicht genug Testmaterial gebe – anders als es das Land versprochen habe.

Thüringen | Opposition gegen Corona-Notbremse

Oppositionsparteien im Thüringer Landtag haben sich gegen die geplante Corona-Notbremse des Bundes ausgesprochen. Der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Denny Jankowski, sagte, diese würde für die meisten Thüringer Schüler bedeuten, dass bis zum Schuljahresende kein Präsenzunterricht mehr stattfände. Das würde die "Bildungskatastrophe" in Thüringen weiter verschärfen.

Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thomas Kemmerich, forderte von der Landesregierung, sich im Bundesrat gegen das bundesweite Infektionsschutzgesetz einzusetzen. Dieses sei ein herber Schlag gegen den Föderalismus. Thüringen brauche keine Notbremse, sondern mehr Tempo beim Impfen, Testen und Nachverfolgen von Kontakten, so Kemmerich.

Voigt fordert Impfung für Eltern von Schul- und Kindergartenkindern

Der Chef der Thüringer CDU-Fraktion, Mario Voigt, hat eine Impf-Freigabe für Eltern von Schul- und Kindergartenkindern gefordert. Eltern müssten schneller geimpft werden, um einen "Schutzring" für Familien zu schaffen, so Voigt. Viele Kinder in Thüringen hätten ihre Schule seit Monaten nicht von innen gesehen. Wären die Eltern geimpft, könnten die Kinder seiner Ansicht nach wieder in Kindergärten und Schulen gehen.

Weimar | Bauhaus-Uni erforscht Verbreitung infektiöser Atemluft

Wissenschaftler der Bauhaus-Universität Weimar haben herausgefunden, dass sich die infektiöse Atemluft beatmeter Coronapatienten bis zu vier Meter weit im Raum verbreitet. Die Reichweite der Ansteckungsgefahr nimmt nach Angaben der Universität mit steigendem Beatmungsdruck zu. Mit Hilfe eines sogenannten Schlierenspiegels konnten die Forscher auch kleinste Atemströme sichtbar machen.

Für ihre Studie arbeiteten die Wissenschaftler mit Intensivmedizinern des Kloster Grafschaft-Fachkrankenhauses zusammen. Ziel war es nach Angaben der Bauhaus-Universität, das Infektionsrisiko in Krankenhäusern und Pflegeheimen einzudämmen.

Thüringen | Doppelbelastung: Frauen "leiden" mehr unter Corona-Krise als Männer

Die Corona-Krise belastet Frauen in Thüringen psychisch offenbar deutlich mehr als Männer. Das geht aus Daten der KKH Kaufmännischen Krankenkasse hervor. Demnach haben 2020 fast dreimal so viele Arbeitnehmerinnen ein Attest wegen psychischer Erkrankungen vorgelegt als Arbeitnehmer. Zu den häufigsten Leiden gehören den Angaben nach Angststörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen. Etwa 13.500 attestierte Fehltage wurden aus diesen Gründen bei Frauen in Thüringen verzeichnet, 4.500 bei Männern.

Häufig seien außerdem depressive Episoden, wiederkehrende Depressionen, chronische Erschöpfung und Burnout. Den Grund dafür, dass Frauen häufiger von solchen Leiden betroffen sind, sieht KKH-Wirtschaftspsychologin Antje Judick vor allem im Spagat zwischen Arbeit und der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen. Seit Corona habe sich das Problem der Doppelbelastung noch verschärft. Außerdem seien Frauen häufiger in sozialen Berufen beschäftigt, in denen die Belastung durch Corona besonders hoch sei.

Steigende Corona-Fallzahlen: Notbetrieb in vielen Kliniken

Wegen steigender Fallzahlen stehen viele Kliniken enorm unter Druck und stellen wieder auf Notbetrieb um. So auch derzeit in Gera, wo mittlerweile eine dritte Corona-Station geschaffen wurde. Ein Gespräch mit dem Epidemiologen Markus Scholz von der Universität Leipzig.

Jena | Noch mehr Luftreiniger für Kitas und Schulen

Jenas Kindergärten und Schulen bekommen 30 weitere Luftreiniger. Das kündigte die Stiftung Nanotechnologie an. So sollen 21 Geräte in acht Kindergärten Viren aus der Luft filtern. Sechs Gesamtschulen erhalten die verbleibenden neun Luftreiniger. Zuvor hätten Stadt und Stadtrat eine Liste mit Einrichtungen erstellt, in denen der Infektionsschutz schwer umzusetzen sei, weil beispielsweise nicht ausreichend gelüftet werden könne, teilte die Stiftung mit. Seit Beginn der sogenannten Operation Luftschloss hat die Stiftung Nanotechnologie von Ulrich S. Schubert 47 Luftreiniger aus privaten Spenden an Jenaer Schulen und Kitas übergeben.

Weimar | Mehrere Verletzte bei Demos

Bei zwei Demonstrationen sind am Montagabend mehrere Menschen verletzt worden. Laut Polizei hatten sich etwa 100 Kritiker der Corona-Regeln in der Innenstadt versammelt. Viele von ihnen trugen keine Maske. Etwa 400 Teilnehmer nahmen an einer Gegendemonstration teil. Bei Auseinandersetzungen kam es laut Polizei zu mehreren Körperverletzungen. Mehrere Weimarer Initiativen hatten dazu aufgerufen, als Protest gegen die sogenannten Montagsspaziergänge öffentliche Plätze zu besetzen.

Schmal-kalden- Meiningen | Zusätzliche Impftermine für Ü-70-Jährige

Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen gibt es zusätzliche Impftermine für Menschen ab 70 Jahren. Wie das Landratsamt mitteilte, können ab sofort für das erste Mai-Wochenende Impftermine online oder per Telefon gebucht werden. Der Impfstoff der Marke Astrazeneca war ursprünglich für Zweitimpfungen vorgesehen. Da der Impfstoff nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren verimpft wird, können die Impfdosen neu verteilt werden, heißt es vom Landratsamt. Die zusätzlichen Termine gibt es an den Impfstellen in Meiningen-Dreißigacker und Schmalkalden.

Thüringen | Saison im Amateurfußball wird annulliert

Die Saison im Amateurfußball wird offiziell beendet. Das beschloss der Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) am Montag bei einer Videokonferenz. Das Finale im Landespokal sollen die Regionalligsten Carl Zeiss Jena und ZFC Meuselwitz austragen. Nach Angaben des Verbands sprach sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, Jena und Meuselwitz für das Finale zu nominieren. Die Regionalligisten dürfen aktuell trainieren - alle anderen Mannschaften nicht.

Sollte auch das Finale nicht ausgetragen werden können, soll der Sieger ausgelost werden. Alle anderen Clubs, die noch im Wettbewerb sind, erhalten 2.000 Euro Entschädigung. Zudem beschloss der TFV, alle Punktspiele zu annullieren. Damit wird die Saison in allen Spielklassen des Landes nicht gewertet.

Berlstedt | Corona-Mahnmal geplant

In Berlstedt im Weimarer Land soll ein Corona-Mahnmal entstehen. Es gehe darum, den Zusammenhalt in der Pandemie künstlerisch darzustellen, sagte Bürgermeister und Initiator Thomas Heß (CDU). Das Erinnern an die Verstorbenen der schwersten Pandemie seit 100 Jahren und das Miteinander sollten im Mittelpunkt stehen. Geplant sind laut Heß eine Ausschreibung und ein Wettbewerb. Noch vor der Sommerpause wolle er den Ortschaftsrat, Ausschüsse und den Stadtrat der Gemeinde "Am Ettersberg" mit ins Boot holen, so Heß. Dann könnte ein Künstler aus der Region mit der Arbeit beauftragt werden.

Unstrut-Hainich-Kreis | Neue Testzentren öffnen

In Heyerode und in Bad Tennstedt im Unstrut-Hainich-Kreis öffnen am Dienstag neue Zentren für Corona-Schnelltests. Jeweils von 18 bis 20 Uhr können sich Menschen dort einmal pro Woche kostenlos testen lassen. In Heyerode bietet das Deutsche Rote Kreuz den Service im Bürgerhaus an, in Bad Tennstedt werden die Tests von den Johannitern im Haus des Gastes durchgeführt. Zusätzlich wird ab dieser Woche immer donnerstags von 18 bis 20 Uhr im Sportlerheim von Kirchheilingen getestet.

Rückblick: Corona-Ticker von Montag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml,jni,ls,

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. April 2021 | 19:00 Uhr

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