Bei hohen Inzidenzen Schulen auf oder zu? Landkreise und kreisfreie Städte entscheiden nun selbst

Die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte können ab sofort selbst über Schulschließungen entscheiden. Die bisher zuständigen Ministerien empfehlen lediglich, Schulen und Kitas ab einer Inzidenz von 150 dicht zu machen.

Cornelia Herrmann unterrichtet Schüler.
Ob, wann und wo Schulen trotz Corona geöffnet werden, entscheiden nun Landkreise und kreisfreie Städte selbst. Bildrechte: dpa

Die Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte können ab sofort selbst über Schulschließungen entscheiden. Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben von Gesundheits- und Bildungsministerium an die Landkreise und kreisfreien Städte hervor, das MDR THÜRINGEN vorliegt.

Demnach entfällt die bisherige Regelung, dass Schulen ab einer Inzidenz von 200 geschlossen werden müssen. Stattdessen sprechen die Ministerien lediglich die Empfehlung aus, Schulen und Kindertageseinrichtungen ab einer Inzidenz von 150 zu schließen.

Zudem wird ein kleinteiligeres Vorgehen erlaubt. So können Entscheidungen sowohl für einen ganzen Kreis als auch für einzelne Gemeinden getroffen werden. Auch unterschiedliche Regelungen für Kindertageseinrichtungen, Primar- und Sekundarstufen sowie andere Aufteilungen sind zulässig.

Für den Fall, dass Landkreise und kreisfreie Städte sich gegen das Schließen von Einrichtungen bei hohen Inzidenzen entscheiden, werden von den Ministerien strengere Regeln im Schulbetrieb vorschlagen. Dazu gehören:

  • mehrmals wöchentliche Tests
  • Mund-Nase-Bedeckungen im Unterricht ab der ersten Klasse
  • Aussetzen des Sportunterrichts

Leiterin einer Grundschule, bindet einem Schüler am Eingangstor der Schule einen Mundschutz an.
Bei hohen Inzidenzen wird die Maske ab der 1. Klasse empfohlen. Bildrechte: dpa

Die Landkreise und kreisfreien Städte wurden am Freitagvormittag aufgefordert, die neuen Regelungen in ihre Allgemeinverfügungen aufzunehmen. Erst dann sind sie gültig. An der bisherigen Vorgabe, wonach Schulen ab einer Inzidenz von 200 geschlossen werden müssen, hatte es viel Kritik gegeben.

So hatte der Landkreistag gefordert, dass Kreise selbst über Schulöffnungen entschieden können. Der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs (CDU), forderte Schulschließungen nur in regionalen Corona-Hotspots. Die flexibleren Regeln begrüßte er am Freitag. Krebs sagte, dies sei ein Schritt in die richtige Richtung. Der Wartburgkreis will die Schulen und Kindergärten in den Hotspots im südlichen Landkreis weiter geschlossen halten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ifl

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 12. März 2021 | 19:00 Uhr

24 Kommentare

Alexa007 vor 4 Wochen

Es ist Sache des LK und damit der Landrätin möglichst restriktive Maßnahmen zeitnah durchzusetzen und nicht diese populistisch ständig öffentlich in Zweifel zu ziehen und so ein Infektionsbiotop zu schaffen.

Alexa007 vor 4 Wochen

So einfach sollten wir es RRG nicht machen. Letztlich sind sie bei der Notbremse für Schulöffnungen eingeknickt. Die Inzidenz von 200 war ohnehin sehr hoch angesetzt, jetzt hält nicht einmal diese Barriere. RRG ist schon dafür verantwortlich, dass der erkennbar überforderte LK Greiz jetzt allein über Schulöffnungen entscheiden kann, dabei sind hier zum Schutz nicht nur dieser Region sofortige restriktive Maßnahmen notwendig.

Frau K. vor 4 Wochen

Dieser Druck die Schulen zu öffnen, der ja mehrheitlich von CDU-Landräten kam, scheint mir die Unterstützung für die Landes-CDU zu sein. ES ist völlig egal ob RRG lockert oder schließt. Es ist immer falsch. Eine CDU, die nach ihrer Regierungszeit,Dinge kritisiert, die sie selbst verbockt hat (z.B. Lehrer- und Polizistenmangel) nutzt natürlich jede Chance sich zu profilieren. Da geht doch die Rechnung nach der Kemmerich-Affaire keine Neuwahlen zu machen, dank der Krise vielleicht doch noch auf und sie fallen nicht unter 5% ;) Es wird so getan als könnte man in dieser Krise eine einzig richtige Antwort finden. Ich war bisher froh in Thüringen zu leben währenddessen. Ich denke nur daran wie streng die Regelungen in Sachsen letztes Jahr waren. Bewegungsradius max. 15 km, keine geöffneten Baumärkte/Gartenmärkte, kein Einkauf online bestellen und am Laden abholen, Masken tragen im gesamten STadtgebiet. Und dieses Bundesland ist CDU regiert.

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