Welt-Marihuana-Tag Thüringer Grüne fordern Legalisierung von Cannabis

Die Thüringer Grünen fordern die Legalisierung von Cannabis. Dadurch könnten Polizei und Justiz massiv entlasten werden. Dem illegalen Geschäft wäre zudem der Markt entzogen. Der Landesverband der Grünen fordert außerdem die Umsetzung eines Modellprojekts, mit dem den Konsumierenden die Möglichkeit unterbreitet werden soll, ihre Drogen auf gefährliche Substanzen zu untersuchen.

Ein Joint auf getrockneten Cannabisblüten.
Mittlerweile wird Cannabis auch in der Medizin eingesetzt. Bildrechte: imago/Panthermedia

Vor dem "Welt-Marihuana-Tag" am Dienstag haben die Thüringer Grünen die Legalisierung von Cannabis gefordert. Es sei nicht zu erklären, dass der Konsum von Cannabis noch immer kriminalisiert werde, sagte die Landessprecherin der Partei, Ann-Sophie Bohm, am Montag in Erfurt. "Es ist an der Zeit, dass die Drogenpolitik der Bundesregierung im 21. Jahrhundert ankommt", erklärte sie.

Entlastung von Polizei und Justiz

Nach Ansicht der Grünen könnten auch in Thüringen Polizei und Justiz durch eine Legalisierung von Cannabis massiv entlastet werden. Dem illegalen Geschäft wäre zudem der Markt entzogen. "Gleichzeitig bekämen wir endlich die Chance, durch eine kontrollierte Abgabe Jugendschutz zu garantieren, Suchthilfe zu verbessern und durch Qualitätssicherung sicheren Konsum zu ermöglichen", argumentierte die Landessprecherin.

Umsetzung des Modellprojekts gefordert

Der Landesverband der Grünen forderte die Umsetzung des Modellprojekts "Drug Checking", auf Deutsch "Drogen-Prüfung". Dabei soll den Konsumierenden die Möglichkeit unterbreitet werden, ihre Drogen auf gefährliche Substanzen zu untersuchen. Im aktuellen Landeshaushalt sind laut Bohm dafür 100.000 Euro bereitgestellt. Allerdings würden diese Mittel bisher nicht vollständig abgerufen.

Es ist an der Zeit, dass die Drogenpolitik der Bundesregierung im 21. Jahrhundert ankommt

Ann-Sophie Bohm

Mit dem Modellprojekt könne der Weg für sichern Konsum im Freistaat beschritten werden, der konsequent umzusetzen sei. "Die Suchthilfe stünde bereit, nun muss auch endlich der Startschuss des Gesundheitsministeriums kommen", erklärte die Parteivorsitzende.

Quelle: MDR/gh

68 Kommentare

Susi573 vor 31 Wochen

Wie soll eine kontrollierte Abgabe an Erwachsene nicht mit dem Jugendschutz vereinbar sein? Einen dealer interessiert das Alter der Käufer nicht, einen zugelassenen und kontrollierten Händler aber sehr wohl. Ich sehe hier kein Argument 😅

Susi573 vor 31 Wochen

Keiner will berauschtes Fahren legalisieren... Ich denke dass alle die so verantwortungslos sind sich high hinters Steuer zu setzen, das auch ohne Legalisierung tun werden.
Und wo genau ist ihr Problem mit Drug-checking und Suchtberatung?! Das hab ich ja noch nie gehört 😂🤦🏼‍♀️

Kolo78 vor 31 Wochen

Bewusstseinsverändernde Mittel gehören alle verboten! Mir gruselt es beim Gedanken daran, wer oder was so alles im Strassenverkehr teilnimmt?! Aber klar ... Drug-Checking und Suchtberatung auf freiwilliger Basis - was soll das sein/werden?! Gaaanz schlechter Witz, Frau Bohm! Bitte nochmal nachdenken und die Zahlen der Alkoholabhängigen konsumieren!!! ;-)

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