Pandemie und Personalmangel Lehrerverband und Gewerkschaft befürchten schwierigen Schulstart nach den Ferien

In wenigen Tagen beginnt in Thüringen das neue Schuljahr. Nicht nur die Corona-Pandemie stellt Schüler und Lehrer vor Herausforderungen. Der Lehrerverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen weisen zudem auf den Personalmangel an den Schulen hin.

Schüler während einer Unterrichtsstunde.
Der Schulunterricht startet in Thüringen am 6. September. (Archivbild) Bildrechte: imago/photothek

Einen schwierigen Start ins neue Schuljahr befürchtet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen (GEW). Das liege nicht nur an Corona, sondern vor allem an der prekären Personalsituation, teilte die Gewerkschaft mit.

An Grundschulen gebe es massive Personalprobleme, sagte GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum. Schulleiter beklagen ihr zufolge immer häufiger, dass Kollegen fehlen und sie selbst als Klassenlehrer einspringen müssen. Die Mehrfachbelastung bedrohe die Gesundheit der Lehrer.

Forderung nach Testpflicht und Luftfiltern in Schulen

Die GEW setzt darauf, mehr Lehrernachwuchs im Land auszubilden und den Beruf attraktiver zu machen. Zudem wirft sie dem Land inkonsequentes Handeln in der Pandemie vor und fordert Test- und Maskenpflicht, kleine feste Lerngruppen und Luftfilter in allen Klassenräumen.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Di 31.08.2021 19:00Uhr 01:25 min

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Lehrerverband: Personal-Situation verschärft

Auch der Thüringer Lehrerverband zeigte sich kurz vor Beginn des neuen Schuljahres besorgt. Die Personal-Lage habe sich in den vergangenen Jahren noch einmal verschärft, sagte der Landesvorsitzende Rolf Busch. So sei seit 2014 die Zahl der Schüler gewachsen, die der Lehrer dagegen kontinuierlich gesunken - von damals 947 auf jetzt nur noch 781.

Kritik übte der Lehrerverband an den teils langwierigen Einstellungsverfahren für neue Lehrer - verbunden mit viel bürokratischem Aufwand und umständlichen Bewerbungsverfahren. Dabei gibt es laut Lehrerverband an den Universitäten in Thüringen genügend Absolventen. Allerdings suchten die nach Ende des Studiums ihr Glück lieber in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen.

Appell: Den Corona-Tests für Schüler nicht im Wege stehen

Einem Bericht der Thüringischen Landeszeitung zufolge weisen die Schulämter im Land derzeit 400 offene Stellen in den Schulen aus. Das Bildungsministerium wies diese Zahl als nicht belastbar zurück. Der Einstellungsprozess laufe noch auf Hochtouren.

Rolf Busch vom Lehrerverband appellierte zudem eindringlich an alle Eltern, den vorgeschriebenen Corona-Tests ihrer Kinder nicht im Wege zu stehen. Kaum eine Schule sei in der Lage, getestete und nicht getestete Kinder parallel zu unterrichten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. August 2021 | 19:00 Uhr

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