Parteitag Hennig-Wellsow Spitzenkandidatin der Linken zur Bundestagswahl

Die Linken-Bundesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow wurde auf Listenplatz eins der Thüringer Linken zur Bundestagswahl gewählt. Die 43-Jährige erhielt 76 Prozent der Stimmen.

Susanne Hennig-Wellsow, Bundesvorsitzende der Linken, reagiert bei der Landesvertreterversammlung der Thüringer Linken auf das Ergebnis ihrer Wahl auf Platz 1 der Bundestags-Kandidatenliste. Die neue Chefin der Linken will erstmals in den Bundestag einziehen.
Die Bundesvorsitzende der Linken zieht auf Listenplatz eins in den Wahlkampf. Bildrechte: dpa

Die Thüringer Linken ziehen mit Susanne Hennig-Wellsow als Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Auf dem Landesparteitag in Seebach (Wartburgkreis) am Samstag wurde sie mit 76 Prozent der Delegiertenstimmen auf den ersten Platz gewählt. Linken-Bundesvorsitzende Hennig-Wellsow war die einzige Bewerberin dafür.

Ramelow sieht AfD als Hauptgegner

"Wir haben in Thüringen gezeigt, was wir können", rief Hennig-Wellsow den 120 Delegierten in ihrer Bewerbungsrede zu - und verwies dabei auf die Regierungsfähigkeit ihrer Partei. Darüber hinaus schwor Hennig-Wellsow die Thüringer Genossen auf einen schwierigen Wahlkampf ein. Ein Ergebnis um die 30 Prozent sei derzeit illusorisch, sagte Hennig-Wellsow im Hinblick auf die Landtagswahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte die Genossen zu Geschlossenheit auf. Als Hauptgegner im Wahlkampf benannte er die AfD, die sich "dreist klassischer linker Themen" bediene, so Ramelow.

Linke hofft auf vier Bundestagsabgeordnete

Bei der Wahl der Liste folgten die rund 120 Delegierten dem Vorschlag des Landesvorstands. Mit Ralph Lenkert, Martina Renner und Frank Tempel setzten sich auch auf den folgenden Plätzen der Kandidatenliste Favoriten des Landesvorstands durch. Bei der kommenden Bundestagswahl im September hoffen die Thüringer Linken, bis zu vier Bundestagsabgeordnete zu entsenden.

Ralph Lenkert (Die Linke), Bundestagsabgeordneter, aufgenommen am Rande der Landesvertreterversammlung der Thüringer Linken mit der Wahl der Bundestags-Kandidatenliste. Lenkert bewirbt sich für den zweiten Platz der Bundestags-Kandidatenliste.
Ralph Lenkert bewirbt sich für den zweiten Platz der Bundestags-Kandidatenliste.  Bildrechte: dpa

Architektin der rot-rot-grünen Landesregierung

Nach ihrer Wahl zur Bundesvorsitzenden hatte Hennig-Wellsow im März den Landesvorsitz der Thüringer Linken und auch den Fraktionsvorsitz im Landtag abgegeben. Seit 2013 war sie Landesvorsitzende der Linken in Thüringen und seit 2014 auch deren Fraktionschefin im Erfurter Landtag. Sie galt als maßgebliche Architektin der rot-rot-grünen Landesregierung unter dem Linke-Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Quelle: MDR THÜRINGEN/nis

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 05. Juni 2021 | 19:00 Uhr

44 Kommentare

Tpass vor 26 Wochen

Dann brauchen wir uns ja nur die Klientel der Linken anschauen. Ich persönlich kenne keinen Unternehmer oder Fabrikanten mit Eigenverantwortung für sein Kapital der Links gewählt hat. Wirtschaft und Gewerbetreibende leben von uns mit Marktwirtschaftlicher Struktur.

knarf2 vor 26 Wochen

Hugo Braun:Haben Sie nicht bemerkt daß der Versuch Sozialismus bzw.kommunismus voll in die Hose ging?Manche von ihnen haben sich trotzdem ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht gewandelt.Ansonsten zeigen doch die Wahlergebnisse wo sie stehen.

martin vor 26 Wochen

@frau sauer: Selbstverständlich können Sie einen völlig anderen Eindruck gehabt haben (oder hier so schreiben als ob) - das ist alles von der Meinungsfreiheit gedeckt. Genauso wie die Meinung, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet ....

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