Corona-Pandemie Sorge vor weiterem Lockdown - Einzelhandel oft noch mit kürzeren Öffnungszeiten

Kunden fehlen, Mitarbeiter auch und die Angst vor einem weiteren Lockdown ist groß. Deshalb öffnen viele Ladenbesitzer in Thüringen ihre Geschäfte nach wie vor verkürzt. In den Regalen klaffen mancherorts Lücken, weil die Händler weniger Ware bestellen - aus Angst, sie nicht an Mann oder Frau bringen zu können.

An einem Geschäft hängt ein Schild auf dem "Geöffnet" steht.
Geöffnet ja, aber vielerorts mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Das liegt nicht etwa an den Corona-Regeln, sondern eher daran, dass viele Einzelhändler den Betrieb noch nicht wieder ganz hochfahren wollen. Bildrechte: imago/Becker&Bredel

Zahlreiche Geschäfte in Thüringen haben trotz niedriger Corona-Inzidenzen weiterhin kürzer geöffnet als vor der Corona-Pandemie. Wie Patricia Stepputtis, die Citymanagerin von Erfurt MDR THÜRINGEN sagte, fahren manche Einzelhändler aus Sorge vor möglichen weiteren Lockdowns noch auf Sparflamme.

Noch immer sei die Verunsicherung darüber groß, ob die Geschäfte dieses Mal geöffnet bleiben dürfen oder in absehbarer Zeit wieder schließen müssen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen lassen viele Ladenbesitzer die Türen nur bis 18 oder 19 Uhr statt wie früher 20 Uhr geöffnet. Noch immer würden weniger Kunden kommen, auch für größere Unternehmen bedeute das volle Hochfahren des Betriebs einen hohen Aufwand und viele Kosten. Auch fehlende Mitarbeiter seien ein Problem. Während der Pandemie hätten sich viele anderweitig orientiert, wie es hieß.

Weniger Ware in den Läden

Die allgemeine Vorsicht wird laut Erfurts Citymanagerin auch im Sortiment spürbar. Nachdem Saisonwaren der vergangenen Monate kaum verkauft werden konnten, bestellten manche Händler jetzt weniger. Das sorgt nun teilweise für Lücken im Produktregal. All das sei aber kein Dauerzustand, sagt Knut Bernsen vom Handelsverband. Die Händler würden nun auf die neue Corona-Verordnung am 1. Juli und damit weiteren Lockerungen hoffen.

Einzelhandel 2 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Sa 12.06.2021 19:00Uhr 02:07 min

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IHK: Mehr verkaufsoffene Sonntage

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen fordert indes neue Regeln für verkaufsoffene Sonntage im Einzelhandel. Hauptgeschäftsführer Ralf Pieterwas sieht es als dringend notwendiges Mittel an, dass Geschäfte auch sonntags öffnen dürfen. Konkret fordert die IHK bis zu sechs verkaufsoffene Sonntage pro Jahr und Kommune. Nur so könne der Einzelhandel in seiner angespannten Lage unterstützt und die Innenstädte attraktiv gehalten werden.

Es dürfe nicht sein, dass gesetzliche Regeln fairen Wettbewerb verhindern, sagte Pieterwas mit Blick auf den ständig verfügbaren Online-Handel. Den bürokratischen Aufwand, um ein Geschäft sonntags öffnen zu dürfen, kritisierte die IHK außerdem als zu hoch.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 22. Juni 2021 | 07:00 Uhr

36 Kommentare

wwdd vor 4 Wochen

Das wird die Zukunft zeigen. Hilfsgelder gab es nur für 90% der Betriebsausgaben (Neustarthilfe statt der komplizierten Überbrückungshilfe) und bis zur Omega-Variante ist es noch lang.

G.W. vor 4 Wochen

Und da große Unternehmen wie zB. MERCEDES so viele Millionen eingestrichen haben um sogar Aktionäre und Manager auszuzahlen, werden nun kleine Unternehmen unter Generalverdacht gestellt, unberichtigt Hilfsmittel beantragt zu haben.
Irgendwo ist das krank.

G.W. vor 4 Wochen

Die Geschäfte haben das grosse Problem, dass sie nur einen Bruchteil der Ausfälle bezahlt bekommen. 16 Monate mit einer Umsatzeinbuße von 30 bis 70 Prozent werden einige nicht verkraften.

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