Thüringen Ramelow spricht von Corona-"Fahrplan" bis Ostern

Der Corona-Lockdown wird erneut verlängert - nun bis 14. Februar. Das haben Bund und Länder am Dienstag beschlossen. Für Thüringen bedeutet das laut Regierungschef Bodo Ramelow unter anderem, dass der Präsenzunterricht an den Schulen nach den Ferien vorerst nicht wieder aufgenommen wird. Thüringen sei das Land mit den höchsten Infektionswerten, sagte er am Dienstagabend. Infektionsabwehr müsse daher im Vordergrund stehen. Am Mittwoch soll das Kabinett über einen "Fahrplan" bis Ostern beraten.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in einer Video-Pressekonferenz zu Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz zu Corona am 19.01.2021
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in der Video-Pressekonferenz zu den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz Bildrechte: MDR THÜRINGEN JOURNAL

An den Thüringer Schulen wird es auch nach dem Ende der vorgezogenen Winterferien keinen Präsenzunterricht geben. Entsprechend dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz zur Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 14. Februar werde der Unterricht in den Schulen nicht wie ursprünglich geplant am 1. Februar beginnen, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Dienstagabend in einer Video-Pressekonferenz.

Ausnahmen gelten nur für Klassen, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler werde es Möglichkeiten für PCR-Tests geben. Er appelliere an Schüler und Lehrer, von diesem Testangebot wöchentlich Gebrauch zu machen, sagte Ramelow.

Kontaktreduzierung steht im Vordergrund

Ramelow verwies darauf, dass Thüringen derzeit das Bundesland mit den höchsten Infektionswerten sei. Zwar habe die Infektionsrate leicht abgenommen, jedoch liege die Freistaat beim Inzidenzwert deulich über 200. "Das ist kein Anlass, über Lockerungen zu debattieren", sagte der Ministerpräsident. "Wir werden uns darauf konzentrieren müssen, die Infektionsabwehr in den Mittelpunkt zu stellen." Im Vordergrund stehe dabei "die Kontaktreduzierung für alle Menschen in der Breite".

Ramelow nannte es in diesem Zusammenhang wichtig, auch in Unternehmen Maßnahmen zur Verringerung von Kontakten der Mitarbeiter zu treffen. Dabei gehe es weniger um die Arbeitszeiten, sondern beispielsweise um Kontakte in den Pausen.

Die Ministerpräsidenten hätten unter anderem beschlossen, den Betrieben die Ausweitung des Homeoffice nahezulegen. Es handele sich hierbei um einen moralischen Appell an die Unternehmer, sagte Ramelow. Er lobte in diesem Zusammenhang auch Initiativen von IHK und Handwerkskammer in Südthüringen, Teststrategien für Unternehmen und deren Mitarbeiter zu erarbeiten.

Kühe melken kann man sicherlich nicht im Homeoffice. Es geht darum, dass vielleicht die Mitarbeiterin im Büro einige Zeit zu Hause arbeitet.

Bodo Ramelow zum Thema Homeoffice

"Fahrplan" bis Ostern

Der Ministerpräsident sagte weiter, er habe dem Thüringer Kabinett einen Fahplan für die kommenden zwölf Wochen vorgestellt. Für weitere Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie müsse der Zeitraum bis Ostern in den Blick genommen werden. Zu den Hauptpunkten des Plans gehöre ein "Hochfahren des Impfens". Bei der Zahl der erfolgten Impfungen habe Thüringen inzwischen die "rote Laterne abgegeben." Jetzt aber fehle es an ausreichend Serum. Das Land sei aber darauf vorbereitet, größere Impfeinrichtungen zu etablieren, sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehe.

Ramelow kündigte an, dass das Thüringer Kabinett am Mittwoch über die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz beraten werde. Er verwies unter anderem auf die Verpflichtung zum Tragen von medizinischen, also sogenannten OP-Masken, oder FFP2-Masken in bestimmten Bereichen wie im Öffentlichen Personennahverkehr und in Geschäften. "Wir müssen schauen, an welchen Stellen wir was verpflichtend vorschreiben wollen", sagte er. Nach seiner Vorstellung müsse mindestens das Tragen von medizinischen Masken in bestimmten Bereichen vorgeschrieben werden.

Nach den Worten von Ramelow bereitet das Thüringer Gesundheitsministerium derzeit auch neue Regelungen zu Ausgangsbeschränkungen vor. Details wollte er am Dienstagabend nicht nennen. Das habe das Kabinett zu entscheiden. "Ich wäre aber froh, wenn ich breit von allen Koalitionspartnern unterstützt würde", sagte er.

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Januar 2021 | 22:00 Uhr

247 Kommentare

Funkwerker vor 39 Wochen

@Tpass: Ihre beiden ersten Sätze kann ich nicht bzw. nicht sicher nachvollziehen. Aber egal.
Wenn Sie Ramelow nicht mögen ist das Ihre Ansicht und für mich o.k.. Ausfällig muss man deswegen meines Erachtens dennoch nicht werden. Insbesondere da es uns beim Thema nicht weiter hilft.
Das viele Funktionen in der Politik nicht von Menschen besetzt werden, die aus dieser beruflichen Schiene kommen, dies ist in Thüringen, in D, in Europa, ja weltweit seit vielen Jahren normal. Was also bitteschön ist dann in Thüringen so besonders kritikwürdig?
Sie und Grinch übersehen dann noch die Funktion einer Führungsspitze und die Aufgaben der Fachbereiche (in der Politik halt die Ministerien). Die Facharbeit wird nicht von den Spitzenpolitkern gemacht. Diese sollen Ihre Fachbereiche vernünftig führen (also die grobe Richtung vorgeben) und dann die finalen Entscheidungen fällen. Dazu muss ein Landwirtschaftsminister bspw. nicht jahrelang Kühe gemolken haben etc..

Grinch vor 39 Wochen

@ Funkwerker. Außerdem, wann bitte habe ich geschrieben, dass ich mich zur Wahl stellen möchte? Können Sie vielleicht nicht lesen? Oder gelesenes nicht verstehen?

Grinch vor 39 Wochen

@Funkwerker.

Woher wollen SIE bitte wissen was ich für einen Bildungsabschluss habe? Man sollte immer erst denken bevor man schreibt. Vielleicht fangen Sie mal damit an. Denn wer so Urteilt wie Sie scheint ja anscheinend neidisch auf das Wissen u. die Intelligenz anderer zu sein. Und beim besten Willen, aber allein meine Schulzeit dauerte 12 Jahre und nicht nur 9 wie bei Herrn Ramelow. Man sollte nicht über Dinge oder Menschen urteilen, die man nicht kennt.

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