Deutsche Bahn Streik bei der Bahn: Einschränkungen auch in Thüringen

Der Streik der Lokführer führt zu großen Lücken im Angebot der Deutsche Bahn AG auch in Thüringen. Kunden werden gebeten, für den Zeitraum der Streiks geplante Fernreisen zu verschieben, die Gültigkeit der Tickets werde ausgeweitet. Für die trotz des Streiks verkehrenden Züge wird eine sehr hohe Auslastung erwartet. Laut Lokführer-Gewerkschaft GDL sollen die Streiks bis Freitagmorgen dauern. Private Bahnbetreiber wie Abellio oder die Erfurter Bahn sind von dem Lokführer-Streik nicht betroffen.

Bahnreisende stehen Schlange am DB-Reisezentrum am Erfurter Hauptbahnhof
Die Deutsche Bahn hat für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Wegen des angekündigten Lokführerstreiks kommt es im Fern- und Regionalverkehr seit Mittwochmorgen 2 Uhr zu erheblichen Einschränkungen und Zugausfällen. In Thüringen sind alle Regionallinien der Deutschen Bahn betroffen, wie die Bahn mitteilte. Auch im Fernverkehr gibt es Einschränkungen. So fahren nach MDR-Informationen von Erfurt deutlich weniger ICE. Nach München und Berlin gibt es bis zum Mittag nur zwei Verbindungen, nach Frankfurt und Dresden vier.

Ersatzfahrplan für Regionalexpress-Linien

Im Regionalverkehr könne kein Ersatz mit Bus gestellt werden, hieß es am Dienstagabend. Im Folgenden werden die Linien aufgeführt, die nach einem Ersatzfahrplan verkehren.

  • Regionalexpress (RE) 1 Glauchau - Göttingen, dort ist ein Zug ausschließlich zwischen Gera und Erfurt im Einsatz
  • RE 2 Erfurt - Kassel-Wilhelmshöhe verkehrt ebenfalls auf kürzerer Strecke, und zwar mit einem Zug zwischen Erfurt und Leinefelde
  • RE 3 Altenburg/Greiz - Erfurt soll im Zwei-Stunden-Takt unterwegs sein, ebenso die Regionalbahn 52 Erfurt - Leinefelde.

Kunden werden gebeten, während der Zeit des Streiks geplante Fernreisen zu verschieben. Die Streiks sollen bis Freitagmorgen dauern. Für die trotz des Streiks verkehrenden Züge wird eine sehr hohe Auslastung erwartet. Die Bahn hat eine kostenfreie Hotline eingerichtet. Die Nummer lautet 08000 996-633. Aktuelle Informationen gibt es zudem auf der Website der Bahn.

Sonderregelungen für Fahrkarten

Die Gültigkeit für Fahrkarten wird erweitert. Das heißt, dass alle bereits gebuchten Fahrkarten für Strecken, die vom Streik betroffen sind, gültig bleiben. Die Tickets können vom 10. August 2021 bis einschließlich 20. August 2021 flexibel genutzt werden. Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super-Sparpreisen ist aufgehoben. Die Fahrkarten können aber auch kostenfrei erstattet werden.

Bahnreisende stehen Schlange am DB-Reisezentrum am Erfurter Hauptbahnhof
Am Reisezentrum am Erfurter Hauptbahnhof bildeten sich am Mittwoch lange Warteschlangen. Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Für den Verkehr auf den Autobahnen in Thüringen hatte der Streik bei der Bahn am Mittwoch zunächst kaum Auswirkungen. Es sei der übliche Morgenverkehr registriert worden, mehr Staus wegen des Streiks seien nicht vermerkt worden, teilte der Verkehrswarndienst mit.

Kein Streik am Wochenende

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat nach einer Urabstimmung ihre Mitglieder im Bahnkonzern zu einem Arbeitskampf aufgerufen, der im Güterverkehr bereits am Dienstagabend beginnen sollte. Die GDL fordert im laufenden Tarifkonflikt Lohnerhöhungen von 1,4 Prozent für 2021 und 1,8 Prozent für 2022. Außerdem soll es für jeden Lokführer der Deutschen Bahn 600 Euro Corona-Prämie geben.

Ein Zug der Erfurter Bahn steht an Gleis 9 am Erfurter Hauptbahnhof.
Privatbahnen, wie die Erfurter Bahn, sind vom Streik nicht betroffen Bildrechte: MDR/Nicky Scholz

Fern- und Regionalverkehr werden laut der Ankündigung ab Mittwoch, 2 Uhr, für 48 Stunden bundesweit bestreikt, so dass die Bahn erst für den Freitag wieder mit einem störungsfreien Verkehr rechnet. Das folgende Wochenende soll verschont bleiben, kündigte die GDL an. Die Deutsche Bahn hat für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Privatbahnen, wie Abellio oder die Erfurter Bahn sind nicht betroffen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/gh

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. August 2021 | 20:00 Uhr

7 Kommentare

Rico Marbach vor 10 Wochen

Auch in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes ist die erreichte Qualifikationen und die tatsächlich erbrachten Leistung nicht immer Entscheidungsrelevant für die Auswahl von Führungskräften. Ich bin für eine deutliche Gehaltsspreizung (Studium, individuelle Leistungen etc). Aber warum bei der Bahn, die ja immer noch vom Steuerzahler subventioniert wird, Führungskräfte zusätzlich, bei den erreichten ErgebnissenBoni bekommen sollen, erschließt sich wohl niemandem; dank dem Vorsitzenden der GDL wissen wir nun darum und das ist gut so. Ich wünsche der GDL viel Erfolg und Herrn Weselsky weiterhin starke Nerven!

Frau K. vor 10 Wochen

Dazu kommt noch, dass bei prozentual steigenden Löhnen die unteren Gehaltsklassen immer weiter zurückbleiben, die Schere spreizt sich immer weiter und die Gesellschaft wird gespalten.
Die Gewerkschafter sollten sich mal daran erinnern, dass sie alle zu vertreten haben und nicht nur die oberen Gehaltsgruppen auch wenn diese ihre eigene ist.

Frau K. vor 10 Wochen

Die GDL hat 37000 Mitglieder im Gegensatz zur EVG mit 184000 Mitgliedern.
Ich kann der immer stärker werdende Kleinteiligkeit der Gewerkschaften nichts abgewinnen. Die Lokführer haben ihre eigene Gewerkschaft und wollen die behalten wie die Ärzte und die Piloten.
Hier geht es eindeutig darum, die Besserverdienenden , ausgestattet mit der größten Macht durch ihre Position, nicht mit dem normalen Fussvolk zu vertreten.
-als Gewerkschaftsboss will man ja auch nicht arbeitslos werden. Das Gehalt ist einfach zu gut. Und so haben wir jedes Jahr Streiks mal die einen mal die anderen. Derzeit die Sparte männlich, machtvoll, gutverdienend (sry, aber die Lokführer sind doch mehrheitlich männlich, wie auch Ärzte und Piloten ;) und wenn man dazwischen mal rumfragt, geben die männlichen Machtinhaber natürlich zu, wenn sie überproportional mehr verdienen, dann kriegen die anderen weniger oder bei denen werden Stellen eingespart.
Mit Gewerkschaftsarbeit hat das für mich nichts zu tun.

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