Polizei Nach Brand mit vier Todesopfern: Bulgarische Botschafterin in Apolda

Nach dem schweren Wohnhausbrand in Apolda gibt es vier Todesopfer zu beklagen. Am Mittwoch reiste die bulgarische Botschafterin an. Im Haus lebten überwiegend Menschen bulgarischer Herkunft.

Die bulgarische Botschafterin Elena Radkova Shekerletova steht vor dem Brandhaus in Apolda.
Die bulgarische Botschafterin Elena Radkova Shekerletova reiste am Mittwoch nach Apolda. Am Sonntag hatte es in einem Haus, in dem überwiegend Menschen bulgarischer Herkunft wohnten, lichterloh gebrannt. Bildrechte: dpa

Nach dem schweren Brand in Apolda haben Experten der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes das Gebäude untersucht und keine weiteren Opfer gefunden, wie Apoldas Feuerwehrchef Ingo Knobbe am Mittwoch mitteilte. Vier Menschen sind bei dem Brand gestorben.

Die Beamten hätten Handys und Ausweispapiere mitgenommen und würden diese nun an die Betroffenen ausgeben. Wann und ob die Mieter Zugang zu ihren Wohnungen haben werden, ist offen.

Brandhaus weiter nicht betretbar - offenbar keine Feuermelder

Das Haus ist von einem Statiker noch nicht wieder freigegeben worden. Weil das Treppenhaus zerstört ist, konnte auch die Feuerwehr den Brandort bisher nur per Drehleiter vom Dach aus untersuchen. Laut Feuerwehrchef war dabei aufgefallen, dass offenbar die eigentlich vorgeschriebenen Rauchmelder fehlten.

Nach Angaben der Stadtverwaltung lebten in dem nun nicht mehr bewohnbaren Haus überwiegend Menschen bulgarischer Herkunft oder Staatsbürgerschaft. Auch der Hausbesitzer ist Bulgare. Gegen einen 35 Jahre alten Mann - ebenfalls bulgarischer Herkunft - ist am Dienstag Haftbefehl erlassen worden. Gegen ihn wird wegen Mordes und Brandstiftung ermittelt. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Bulgarische Botschafterin in Apolda

Am Mittwochnachmittag war die bulgarische Botschafterin Elena Radkova Shekerletova in Apolda zu Gast. Nach einem Gespräch mit den betroffenen Landsleuten traf sie sich zum Austausch mit Bürgermeister, Polizei und Feuerwehr. Sie dankte dabei den Einsatzkräften und der Stadtverwaltung für ihr Engagement.

Die Opfer hätten viele Fragen, so Shekerletova. So wollen sie beispielsweise ihre verstorbenen Familienmitglieder beerdigen. Sie sollen nach Bulgarien überführt werden. Noch aber sind die Leichname in der Gerichtsmedizin.

Vor allem Mütter fragten laut Shekerletova nach psychologischer Hilfe für ihre Kinder. Auch das sollte organisiert werden. Die Botschafterin regte eine Informationsveranstaltung mit Dolmetscher an. Die Sprache sei eine große Barriere. Die Menschen seien orientierungslos.

Elena Radkova Shekerletova,(l) Botschafterin Bulgariens in Deutschland und Rüdiger Eisenbrand (parteilos), Bürgermeister von Apolda sprechen vor dem Rathaus auf dem Markt zusammen.
Die bulgarische Botschafterin Elena Radkova Shekerletova traf sich am Mittwoch unter anderem mit Apoldas Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand. Bildrechte: dpa

Betroffene Familien in Wohnungen untergebracht

Inzwischen hat die Stadt für sieben von neun betroffenen Familien Wohnungen besorgt. Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand (parteilos) ist zuversichtlich, dass auch für die anderen beiden Familien eine Lösung gefunden wird.

Drei der Todesopfer sind laut Polizei noch nicht identifiziert. Allerdings, so die Botschafterin, wüssten die Bewohner, um wen es sich handelt. Es seien drei Personen bulgarischer Herkunft gewesen, die noch nicht in Apolda gemeldet waren. Sie seien erst kürzlich zugezogen.

Brand in Apolda: Vier Menschen gestorben

Bei dem Brand am Sonntag waren vier Menschen ums Leben gekommen. Ein 53-jähriger Mann starb bei dem Versuch, sich mit einem Sprung aus dem Fenster vor den Flammen zu retten. Drei weitere Leichen hatte die Feuerwehr später im Dachgeschoss des Hauses entdeckt und per Drehleiter geborgen. 30 Menschen hatten die Feuerwehrleute aus dem lichterloh brennenden Haus gerettet. Darunter war nach Angaben der Botschafterin auch ein 25 Tage altes Baby.

MDR (cma/fno/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 31. August 2022 | 19:00 Uhr

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