Ursachenforschung Nach tödlichem Sturz in Bad Sulza: Erdloch soll gefüllt werden

Nach dem tödlichen Sturz eines Mannes in ein plötzlich entstandenes Loch in seinem Garten empfehlen Thüringer Experten das Loch zu füllen.

Zwei Männer stehen auf einer Brücke, auf einer Wiese ist ein Loch in der Erde zu sehen.
In ein schmales, sechs Meter tiefes Erdloch fiel in Bad Sulza ein Mann und starb. Bildrechte: MDR/ Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz

Das sich plötzlich aufgetane Loch, in das in Bad Sulza ein Mann fiel und starb, soll verfüllt werden. Um weitere Unfälle zu verhindern und den Graben als Hochwasserentlastung weiter nutzen zu können, soll es mit Erdbeton oder verdichtungsfähigem und raumbeständigen Material wie etwa lehmigem Schotter gefüllt werden. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) auf Nachfrage mit.

Experten sehen aktuell keine weitere Gefahr im Umfeld

Außerhalb des direkten Umfeldes um das Loch herum sehen die Experten "aktuell keine akute Gefährdung". Ein 62 Jahre alter Mann war am 4. Juli am Rande der Kleinstadt Bad Sulza nahe Weimar beim Rasenmähen in das sich plötzlich auftuende Loch gestürzt und gestorben.

Die Ursachenforschung dauert unterdessen noch an: "Aktuell kann noch nichts zur Ursache gesagt werden, weil die Ermittlungen dazu noch laufen. Es kommen alle möglichen Ursachen in Betracht", erklärte eine Sprecherin des Landesamtes auf Anfrage.

Historische Unterlagen zu Salinen untersucht

Als Nächstes stehen nun historische Unterlagen zur Salinentätigkeit im Vordergrund. Mit einer Kamera waren in der vergangenen Woche per Bohrlochkamera und einer Minidrohne Bilder im Inneren des Lochs gefertigt worden. Zuvor pumpte die Feuerwehr das Wasser ab. "Die Auswertung der Aufnahmen bestätigte die Schätzung der Feuerwehr: Die Einbruchstelle hat einen Durchmesser von circa 1,5 Meter und ist circa 6 Meter tief", sagte sie weiter.

Zudem sei zu erkennen, dass die Wand im oberen Teil aus Erde mit Ziegel- und Glasresten und im tiefsten Teil aus lehmig zersetzten Kalksteinen des natürlichen Untergrundes besteht.

Bad Sulza ist bekannt für seine bis ins Jahr 1046 zurückreichende Tradition des Salzsiedens. Zwischen 1848 und 1853 wurde in dem Sole-Kurort eine Salinenschenke erbaut.

MDR (dpa/rom)

Mehr zu Erdfällen in Thüringen

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 04. Juli 2022 | 15:30 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus der Region Weimar - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen