Ursachensuche Erdfall in Bad Sulza: Nach tödlichem Sturz erkundet Kamera das Erdloch

Nach dem tödlichen Erdfall in Bad Sulza haben Experten am Mittwoch die Unfallstelle mit einer Kamera und einer Drohne untersucht. Derzeit besteht offenbar kein erhöhtes Risiko für Anwohner des Areals. Am Montag war ein Mann beim Rasenmähen in ein Erdloch gestürzt und konnte nur noch tot geborgen werden.

Mit Spezialkamera und Mini-Drohne haben Geologen am Mittwoch den sechs Meter tiefen Hohlraum im Boden untersucht. Zwei Tage nach dem tödlichen Sturz eines Mannes in ein Erdloch musste zunächst die Feuerwehr anrücken und Wasser aus dem Loch pumpen, wie ein Sprecher sagte.

Danach konnte die etwa sechs Meter tiefe und glockenförmige Unglücksstelle mit der Kamera erkundet werden. Dies sollte zur Sicherheit aber von einer Drehleiter aus gemacht werden, weil unklar war, wie stabil die Ränder des Hohlraums sind. Ergebnisse der Untersuchung würden nicht vor nächster Woche erwartet, hieß es.

Für Ina Pustal vom Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz war die Untersuchung erfolgreich: "Es ist gelungen, in diesen Hohlraum hineinzufliegen und diesen mit Fotos quasi zu scannen, dann wird gerechnet, so dass wir unterm Strich ein Modell von dem Hohlraum haben".

Zwei Männer laufen auf ein Feuerwehrauto zu. 2 min
Bildrechte: Johannes Krey
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Beim Rasenmähen stürzte ein Mann in Bad Sulza am Montagmittag in ein einstürzendes, sechs Meter tiefes Loch. Die Einsatzkräfte konnten ihn nur noch tot bergen.

MDR THÜRINGEN - Das Radio Mo 04.07.2022 18:59Uhr 01:40 min

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Kein erhöhtes Risiko für Anwohner

Unterdessen sehen Experten zurzeit kein erhöhtes Risiko für die Anwohner. Es gebe keinen Anlass zur Sorge für das weitere Umfeld, so der Sprecher des TLUBN. Es könne jedoch passieren, dass der Rand nicht standhalte. Die Absperrung im Umkreis von 50 Metern würde aber ausreichen.

Zwei Männer stehen auf einer Brücke, auf einer Wiese ist ein Loch in der Erde zu sehen.
Am Mittwoch wurde das Areal mit einer Spezialkamera untersucht. Bildrechte: MDR/ Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz

Am Montag war ein 62-jähriger Mann in der Nähe des Gradierwerks beim Rasenmähen in seinem Garten in ein sechs Meter tiefes Loch gestürzt und gestorben. Am Dienstag wurden Karten und Unterlagen zum Bergbau in der Region sowie der geologischen Beschaffenheit des Untergrundes miteinander abgeglichen. An der Unglücksstelle soll sich ein ehemaliger Bachlauf befunden haben, der vermutlich zugeschüttet wurde.

Bislang acht Erdfälle 2022 in Thüringen

Thüringenweit hat es in diesem Jahr bereits acht Erdfälle gegeben. Erst vor etwa vier Wochen war in der Innenstadt von Apolda die Straße über einem Kanalschacht eingebrochen. Verletzte gab es dabei nicht. Im Kyffhäuserkreis war Mitte Juni beispielsweise eine Straße wegen eines Erdfalls abgesackt.

MDR (dst)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. Juli 2022 | 08:00 Uhr

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