Vorsicht geboten Gefahr durch Zecken: Kreis Weimarer Land neues FSME-Risikogebiet

Nach der Gartenarbeit oder dem Wanderausflug folgt die böse Überraschung: Zecken heften sich schon jetzt, im Frühjahr, am Körper fest. Neues Thüringer Risikogebiet für die Hirnhautentzündung FSME: das Weimarer Land.

Blutsaugende Zecke
Zecken bohren sich mit Hilfe ihres Mundwerkzeugs gerne in Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Bildrechte: Imago/blickwinkel

Auch das Weimarer Land ist als Zecken-Risikogebiet eingestuft worden. In dem Kreis besteht laut Robert-Koch-Institut (RKI) eine erhöhte Gefahr, nach einem Zeckenstich an einer Hirnhautentzündung zu erkranken. Als Risikogebiete gelten insbesondere Süd- und Ostthüringen. Für diese Regionen empfiehlt das RKI allen, die in der Freizeit oder beruflich mit Zecken in Berührung kommen, eine Schutzimpfung.

FSME und Borreliose FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) beginnt mit Beschwerden wie Kopfschmerzen und Fieber. Bei einem kleinen Teil der Infizierten kann es nach einer Zeit ohne Symptome zu einer zweiten Phase mit Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung kommen. Die Krankheit kann tödlich verlaufen - 2020 in einem Fall.

Gegen FSME schützt eine Impfung, die aus drei Einzeldosen besteht. Nach der ersten folgt die zweite Dosis ein bis drei Monate später. Die dritte Impfung ist dann - je nach Impfstoff - fünf bis zwölf Monate nach der zweiten fällig. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre.

Nach vollständiger Impfung kann laut RKI bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden. Alle drei bis fünf Jahre ist eine Auffrischung nötig.

Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es dagegen nicht. Früh erkannt, lässt sich die Krankheit aber gut mit Antibiotika behandeln. Borreliose kann Nervensysteme und Gelenke schädigen.

Bei der Gartenarbeit, beim Spazieren und bei Wanderausflügen sollte auch im Frühjahr schon auf die Blutsauger geachtet werden. Bei Temperaturen ab etwa acht Grad Celsius werden Zecken munter. Gewöhnlich halten sie von November bis Ende Februar eine Winterruhe. Mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen nehmen die Zahl und die Aktivität dieser Spinnentiere jedoch zu. Zu den gefährlichen Krankheiten, die Zecken übertragen, zählt neben der Hirnhautentzündung FSME auch die Borreliose. Diese Krankheit kommt in ganz Deutschland vor.

Zwölf Thüringer Kreise als Risikogebiete eingestuft

Zu den Thüringer Kreisen und Städten, in denen eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit FSME besteht, gehören laut RKI:

  • Gera
  • Greiz
  • Hildburghausen
  • Ilm-Kreis
  • Jena
  • Saale-Holzland-Kreis
  • Saale-Orla-Kreis
  • Saalfeld-Rudolstadt
  • Schmalkalden-Meiningen
  • Sonneberg
  • Suhl
  • Weimarer Land

Karte mit Landkreisen in Deutschland, eingefärbt nach Einstufung als FSME-Risikogebiet
Die Karte zeigt die Landkreise in Deutschland, eingefärbt nach Einstufung als FSME-Risikogebiet laut Robert-Koch-Institut. Bildrechte: MDR/23Degrees

Mehr als 700 FSME-Fälle deutschlandweit im Jahr 2020

Deutschlandweit gelten inzwischen 169 Landkreise als FSME-Risikogebiete. Die Einstufung basiert auf Erkrankungsdaten mehrerer Jahre. 2020 wurden mit 704 FSME-Erkrankungen so viele wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet. Untersucht wird derzeit, ob der Anstieg während der Corona-Pandemie möglicherweise mit einem veränderten Freizeitverhalten zusammenhängt, wie das RKI mitteilt. Typische Lebensräume für Zecken sind lichte Wälder, Böschungen und Waldränder sowie Flächen mit hohem Gras. Auch Gärten und städtische Parks bieten gute Bedingungen für die Zecken.

Schutz vor Zecken

Zecken beißen sich gerne in Kniekehlen, unter den Armen und am Haaransatz fest. Mit Hilfe ihres mit Widerhaken versehenen, stachelartigen Mundwerkzeugs bohren sie sich in die Haut, um Blut zu saugen. Spaziergänger sollten im Wald, auf Wiesen und Wanderwegen lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Anti-Zecken-Mittel bieten für einige Stunden einen begrenzten Schutz. Nach einem Ausflug ins Freie sollte der Körper gründlich abgesucht werden. Das gilt auch für Kinder nach ausgiebigem Spielen im Garten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka; dpa; AFP

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. März 2021 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Critica vor 6 Wochen

Jetzt geht die nächste Plage los - und keine Spritzen mehr.... :) :)

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