Feuer in Mehrfamilienhaus Vier Todesopfer nach Brand in Apolda - Feuer möglicherweise gelegt

Nach dem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus in Apolda hat die Polizei zwei weitere Tote bestätigt. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf vier. Laut ersten Ermittlungen könnte das Feuer gelegt worden sein.

Ein Polizei- und ein Feuerwehrfahrzeug mit Drehleiter stehen vor einem Haus.
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Apolda sind vier Menschen ums Leben gekommen. Bildrechte: MDR/Alexander Reissland

Redaktioneller Hinweis: Zur Berichterstattung über den Brand in Apolda existiert ein neuerer Artikel:

Nach dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Apolda am Sonntag hat die Polizei zwei weitere Todesopfer bestätigt. Zur Identität wurden noch keine Angaben gemacht. Damit steigt die Zahl der Toten auf vier. Die stark verkohlten Leichen seien am Montagmittag im Dachgeschoss bei einer Begutachtung von einem Brandursachen-Ermittler entdeckt worden.

Im Dachgeschoss hatten Feuerwehrleute bereits am Sonntag ein Todesopfer entdeckt. Wegen Einsturzgefahr des Gebäudes konnte der Leichnam aber zunächst nicht geborgen werden. Die drei Toten wurden nun per Drehleiter aus dem Gebäude geholt.

Ein abgebranntes Mehrfamilienhaus von oben. Feuerwehrautos stehen in den Sraßen.
Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot bei dem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Apolda im Einsatz. Bildrechte: Johannes Krey/MDR

Brandstiftung als mögliche Ursache

Bei dem Großbrand war außerdem ein 53 Jahre alter Mann bei dem Versuch gestorben, sich mit einem Sprung aus dem Fenster zu retten. 21 weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei ermittelt wegen möglicher Brandstiftung. Es gebe Hinweise darauf, dass das Feuer gelegt wurde, sagte ein Sprecher der Landespolizeiinspektion Jena. Aber auch andere Ursachen wie etwa ein technischer Defekt könnten nicht ausgeschlossen werden.

Feuerwehr: Bewohner mit Drehleitern und Sprungkissen gerettet

Wie ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale MDR THÜRINGEN mittteilte, wurden 19 Hausbewohner sowie zwei Feuerwehrleute verletzt. Zwei Bewohner des abgebrannten Hauses werden stationär im Krankenhaus behandelt. Zuvor sollen sich dramatische Szenen abgespielt haben: Während des Brandes befanden sich laut Polizei 30 Menschen im Gebäude. Sie standen um Hilfe rufend an den Fenstern. Das Feuer hatte ihnen den Fluchtweg durch das Treppenhaus abgeschnitten. Die Feuerwehr rettete die Menschen schließlich mit Hilfe von Dreh- und Strickleitern sowie Sprungkissen.

Millionenschaden - Spendenkonto eingerichtet

Der Brand, der wohl am frühen Sonntagmorgen im Dachstuhl ausgebrochen war, war bis zum Nachmittag gelöscht. Das Haus ist unbewohnbar. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa zwei Millionen Euro. Die Stadt Apolda kümmerte sich um Notfallunterkünfte für die Bewohner. Auch ein Arbeitgeber hat einigen Familien eine Unterkunft beschafft. Andere kamen bei Verwandten unter.

Die Stadt hat inzwischen ein Spendenkonto eingerichtet. Es könne auch Bargeld gespendet werden. Sachspenden würden über das Ordnungsamt und ausschließlich über Mailverkehr koordiniert, hieß es. Die Anteilnahme in der Bevölkerung sei groß. Quasi ununterbrochen meldeten sich Bürger und böten Hilfe an.

Die Polizei konnte die kriminaltechnischen Untersuchungen zur Brandursache nicht sofort beginnen. Der Brandort war am Sonntag noch zu heiß, das Betreten zu gefährlich. Die Polizei setzte daher auch Drohnen ein.

Brand in Apolda: Mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz

Mehr als 110 Feuerwehrleute aus Apolda und seinen Ortsteilen, Bad Sulza, Blankenhain, Bad Berka und Weimar waren im Einsatz. Auch Notfallseelsorger waren vor Ort.

MDR (luk/fno/dpa)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 28. August 2022 | 08:30 Uhr

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