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Die Löffelform und die Prägung sind erhalten geblieben. Nur die Farben haben sich geändert. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

HeichelheimBunte Kult-Eislöffel: EU-Verordnung hätte beinahe das Aus bedeutet

von Cornelia Mauroner, MDR THÜRINGEN

Stand: 20. Januar 2022, 13:21 Uhr

In der EU gilt seit Sommer 2021 ein Verbot für Einweggeschirr und -besteck aus Kunststoff, um die Berge aus Plastikmüll zu verringern. Den bunten Thüringer Kult-Eislöffeln mit Namensprägung drohte daher das Aus. Nun hat der Hersteller aus Heichelheim eine Lösung gefunden.

Seit dem vergangenen Sommer sind viele Einweg-Produkte aus Plastik verboten. Das betrifft Teller, Gabeln und Löffel. Auch für Hersteller von Speiseeis ist diese Verordnung eine Herausforderung: In ihren Packungen sind nicht selten Löffel aus Kunststoff versteckt.

Auch den Thüringer Kult-Plastiklöffeln mit Namensprägung drohte kurzzeitig das Aus. Nun hat die Firma ABLIG Feinfrost GmbH aus Heichelheim eine Lösung gefunden, um weiter Eislöffel mit Namenszug anbieten zu können.

Biobasierter Kunststoff statt Plastik

Eislöffel aus Pappe? Unmöglich in diesem feuchten Milieu. Auch Holz kam nicht in Frage: "Dafür müssten wieder wertvolle Buchenbestände gefällt werden", sagt ABLIG Geschäftsführer Torsten Langbein. Gemeinsam mit ihren Zulieferern haben sie getüftelt und sind schließlich bei einer Firma in Mittweida hängengeblieben. "Die stellen Kunststoffteile aus biobasiertem Kunststoff her, der mikroplastikfrei ist."

Und genau darauf kommt es an. Der Zulieferer wurde zum neuen Partner und stellt seitdem Eislöffel aus Cellulose-Granulat her. Das Biopolymer wurde so konzipiert, dass es die Natur nachahmt, da es sich in einem ähnlichen Zeitrahmen wie Baumblätter in der Natur vollständig in CO2, Wasser und Biomasse abbaut, ohne dauerhaft Mikroplastik oder schädliche Chemikalien zu hinterlassen.

Der Geschäftsführer der ABLIG Feinfrost GmbH aus Heichelheim, Torsten Langbein, hat lange nach einer guten Alternative gesucht. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Die Form der Löffel ist geblieben, nur die Farben sind gedeckter. "Vom grellen Grün und Rot mussten wir uns verabschieden." Wichtig ist aber: die Prägungen bleiben erhalten. Nach wie vor stehen Namen auf den Löffeln. "Diese Namen machen die Löffel zum Kult- und Sammlerobjekt", sagt Langbein.

Noch vor Kurzem wurden die bunten Eislöffel aus Heichelheim aus reinem Plastik hergestellt. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

60 Jahre Kult-Eislöffel

Was in den 1960er-Jahren mit einer Auswahl von etwa 30 Namen begann, hat sich weiterentwickelt: "Heute haben wir rund 150 verschiedene Namen zur Verfügung." Damals waren es Petra, Ines und Otto. Heute stehen Namen wie Luca, Ella und Oskar drauf.

Zu DDR-Zeiten lagen den Eisbechern kleine Plastiklöffel bei. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Namen auf den Löffelchen dagegen schon. Bildrechte: MDR/privat

Wie aber werden die Namen ausgewählt? "Zum einen schauen wir die Listen mit den häufigsten Namen an, dann aber werden auch unsere Mitarbeiter befragt", verrät Langbein. Und so findet sich die Tochter einer Mitarbeiterin der Produktion auf dem Löffelstiel, genauso wie der Sohn der Chefsekretärin. "Außerdem erreichen uns immer wieder Zuschriften mit Namenswünschen", erzählt Langbein. Nicht alle könnten berücksichtigt werden.

Für jeden Namen wird ein neues Werkzeug gebaut. Zudem ist die Zahl der Buchstaben begrenzt. Menschen mit langen Vornamen haben deshalb leider keine Chance. Damit es nicht langweilig wird, wird die Liste der Namen fortlaufend ergänzt und erneuert.

In den 1960er-Jahren hat die Produktion begonnen. Mit der Zeit wurden die Löffel größer und bunter. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Auf die neuen Löffel und Namen müssen die Kunden allerdings noch etwas warten. Noch werden Restbestände aufgebraucht und das kann noch einige Monate dauern, so Langbein. Er rechnet damit, dass die Umstellung bis Jahresende dauern wird.

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Quelle: MDR (mw)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Vormittag mit Haase und Waage | 20. Januar 2022 | 10:40 Uhr

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