Politik Mike Mohring will als CDU-Direktkandidat in den Bundestag

Nach dem Politbeben um die Wahl des Thüringer Ministerpräsidenten hatte Mike Mohring sein Amt als CDU-Fraktionsvorsitzender aufgegeben und seinen Rückzug vom Landesvorsitz angekündigt. Nun hat ihn der Kreisverband Weimarer Land als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 vorgeschlagen. Der Unions-Politiker sagte, er würde gern für Thüringen seine Erfahrungen in Berlin einbringen.

Mike Mohring verlässt den Fraktionssitzungssaal in Erfurt
Mike Mohring und die Thüringer CDU erlebten im Oktober 2019 eine Wahlschlappe. Bildrechte: dpa

Der scheidende CDU-Landesvorsitzende Mike Mohring soll nach dem Willen des CDU-Kreisverbandes Weimarer Land Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 werden.

Der Kreisverband nominierte Mohring am Montagabend für den Wahlkreis 191. Zu dem Wahlkreis gehören neben einem Teil des Weimarer Landes die Stadt Jena und der Landkreis Sömmerda. Eine Zustimmung der anderen CDU-Kreisverbände bei einer Wahlkreisversammlung gilt als wahrscheinlich.

Mohring selbst schrieb am Mittwoch bei Facebook, die Union werde sich mit der Bundestagswahl 2021 neu aufstellen. "Es ist eine Chance und Herausforderung zugleich, dabei mitwirken zu dürfen." Wenn sich die drei Kreisverbände aus Sömmerda, Jena und Weimarer Land gemeinsam darauf verständigen, "würde ich gern für Thüringen und meine Heimatregion in Berlin meine Erfahrungen und mein ganzes Engagement einbringen", schrieb Mohring.

Selle über Mohrings Pläne nicht erfreut

Bei der vergangenen Bundestagswahl hatte Johannes Selle das Direktmandat für die CDU in diesem Wahlkreis gewonnen. Selle, der mit Unterbrechungen seit 1994 für die CDU im Bundestag sitzt, hatte sich mit rund 29 Prozent gegen Ralph Lenkert von der Linken durchgesetzt.

Selle reagierte überrascht auf die Nachricht. Er habe nichts von Mohrings Ambitionen gewusst, sagte er MDR THÜRINGEN. Er sei davon ausgegangen, dieser habe andere Pläne. Schließlich habe Mohring sich während der gesamten Frühjahrs- und Sommerzeit nicht geäußert. Es liege in der Natur der Sache, dass man sich über so etwas nicht freue, sagte Selle.

Querelen nach Wahl des Ministerpräsidenten

Mohring hatte im März nach den Querelen um die Wahl von Thomas Kemmerich (FDP) zum Ministerpräsidenten sein Amt als Vorsitzender der Landtagsfraktion aufgegeben. Gleichzeitig erklärte er seinen Rückzug vom Landesvorsitz. Allerdings behielt er das Landtagsmandat und den Beisitzerposten im Bundespräsidium der CDU. Zuerst hatte die "Thüringer Allgemeine" über Mohrings Pläne berichtet.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 09. September 2020 | 08:00 Uhr

84 Kommentare

DER Beobachter vor 35 Wochen

Lieber Herr Leistner,
ich bin zwar "erst" Anfang 50, aber teile offenbar etwas Ihre JG-Erfahrungen. Rechtfertigt die SED-Drangsalierung in irgendeiner Weise irgendeine Hofierung geistiger Väter, die uns genau das erst eingebrockt haben?

DER Beobachter vor 35 Wochen

@ Maddin: Den Nonsens-Stresemann-Vergleich brach zuerst der angebliche Elbflorenzler vom Zaun. Stresemanns viel zu früher Tod ersparte ihm immerhin, weiterhin (!) Propagandaopfer der geistigen Vorgänger deR Flügel der als Alternative angetretenen blaubraunen Partei zu werden...

DER Beobachter vor 35 Wochen

Wobei es bei den Grünen jedenfalls offenbar doch deutlich mehr Widerstand zu geben scheint, den Bsirske in den BT zu entsenden, als bei den Blaubraunen den Höcke.

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