EducAid Kenya e.V. Thüringer Verein baut eine Schule in Mombasa

Autorenbild Conny (Cornelia) Mauroner
Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Seit 2003 gibt es in Kenia die Schulpflicht, doch bis heute können viele der Eltern weder lesen noch schreiben. Vor allem die Mädchen haben es schwer. Das Ehepaar Keßler aus Klettbach wollte helfen und gründete einen Verein: "EducAid Kenya e.V.". Der baut jetzt eine neue Schule.

Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Das Ehepaar Keßler hat den Partnerverein in Mombasa kurz vor der Corona-Pandemie besucht. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.

Als die Keßlers das erste Mal in Afrika waren, hat es sie erwischt. Dieser Kontinent hat sie gepackt. Sie wollten wieder kommen. Die nächsten Reisen waren dann allerdings schon keine touristischen mehr.

Bildung ist der Schlüssel

Seit 2006 engagiert sich das Ehepaar aus Klettbach im Weimarer Land in Kenia. 2016 gründeten sie ihren eigenen Verein - EducAid Kenya e.V. "Am Anfang waren wir 45 Gründungsmitglieder - die Zahl wuchs schnell, auf heute 120", sagt Gabriele Keßler, die den Vorsitz übernommen hat. Richter, Bischöfe, Ärzte - viele Berufsgruppen sind im Verein vertreten. Mit ihren Spenden unterstützen sie vor allem die Kinder im Land. "Bildung ist uns wichtig," sagt Gerd Keßler.

Seit 2003 gibt es in Kenia die Schulpflicht, doch bis heute können viele der Eltern weder lesen noch schreiben. Vor allem die Mädchen haben es schwer.

Gerd Keßler

Der Verein "EducAid Kenya e.V." hat sich einen Partner vor Ort gesucht, hat eine Schule in Mombasa unterstützt. Dort wurden in den Letzen Jahren Schulbücher für mehr als 8.000 Euro gekauft.

Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Ausbildung, Schulkleidung und ein warmes Essen kosten pro Kind 250 Euro im Jahr. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.

Es wurde ein Brunnen gebaut, Computer wurden angeschafft, Spielgeräte und andere nützliche Dinge. Außerdem gibt es ein Schulgartenprojekt. "Mehr als 10.000 Euro haben wir investiert, aber das ist nachhaltig. Die Kinder sehen, woher ihr Essen kommt", so Gabriele Keßler. Rund 100 Patenschaften hat EducAid inzwischen vermittelt. Für 250 Euro finanzieren Thüringer Vereinsmitglieder die Ausbildung, Schulkleidung und ein warmes Essen für ein Kind für ein ganzes Jahr.

Vor etwa einem Jahr aber gab es einen Rückschlag. Die Thüringer mussten erkennen, dass die Eigentümerin der kenianischen Schule keine Leidenschaft mehr zeigte. Sie vergaß es, die Lehrer zu bezahlen und die zogen von dannen. Das Projekt drohte zu scheitern. "Das war ein Rückschlag, zugleich aber auch eine Motivation."

Perspektive für die Kinder vor Ort

Mit ihrer Erfahrung im Rücken, haben sich die Thüringer entschlossen, eine eigene Schule zu bauen. Ihr Traum: Eine Schule, in der Kinder vom Kindergartenalter bis zur zwölften Klasse lernen. Ab Klasse neun soll es eine handwerkliche Ausbildung geben. Geplant sind Kooperationen mit Betrieben vor Ort. "Die Kinder brauchen eine Perspektive, brauchen etwas, woran sie sich festhalten können. Damit es sich für sie lohnt, im eigenen Land zu bleiben".

"Bildung ist uns sehr wichtig"

Erst sei 2003 gibt es in Kenia die Schulpflicht, doch bis heute können viele der Eltern weder lesen noch schreiben. Vor allem die Mädchen haben es schwer. Der Verein "EducAid Kenya e.V." hilft - mit einer neuen Schule.

Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Ausbildung, Schulkleidung und ein warmes Essen kosten pro Kind 250 Euro im Jahr. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Ausbildung, Schulkleidung und ein warmes Essen kosten pro Kind 250 Euro im Jahr. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Das Ehepaar Keßler hat den Partnerverein in Mombasa kurz vor der Corona-Pandemie besucht. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Bildung ist für diese Kinder ausgesprochen wichtig. Etwa 380 von ihnen bietet die neue Schule Platz. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Die Bauarbeiten für die neue Schule begannen im März 2020. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Mit dem Bauunternehmer vor Ort arbeiten Keßlers gut zusammen - es geht schnell voran. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Jetzt steht schon das erste Stockwerk. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Im September soll dann der Rohbau fertig sein. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
Ein Thüringer Ehepaar baut eine Schule in Kenia
Die ersten Kinder sollen schon Anfang 2021 hier einziehen. Bildrechte: MDR/EducAird Kenya e.V.
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Die Idee fand viele Fans, auch unter den Kenianern. Bauunternehmer, Planer, Eltern - viele unterstützten die Thüringer vor Ort. Sie gründeten einen kenianischen "Parallel-Verein", ein Pendent qausi, der die Geschicke im Land leitet. Und dann der Spießrutenlauf in Sachen Finanzierung. Es wurden viele Privatspenden akquiriert. Für öffentliche Gelder warteten Anträge, Akten und Berge an Formularen. Im März 2020 war es so weit. Sie hatten das Geld zusammen und einen Bauunternehmer gefunden.

Es war auf den buchstäblich letzten Drücker. Wir waren in Kenia und haben gerade so den letzten Flieger nach Hause bekommen - vor dem Corona Lockdown.

Gabriele Keßler

Trotz Corona-Krise geht jetzt alles rasend schnell. Im Juni war Spatenstich und das erste Stockwerk steht. Im September soll der Rohbau fertig sein. "Geht alles gut, können die ersten der bald 380 Kinder Anfang 2021 schon einziehen", schätzt Gerd Keßler, der weiter und unaufhörlich für Spenden wirbt. Denn nur damit, sagt er, können gute Lehrer auch bezahlt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Das Fazit vom Tag

2 Kommentare

freiheitfanatiker vor 47 Wochen

Das Musikgymnasium Belvedere Weimar wird im nächsten Schuljahr mit den Spendeneinnahmen ihrer Konzerte dieses Projekt unterstützen.
Hoffen wir, dass wieder Konzerte mit Publikum stattfinden können!

Lothar Thomas vor 47 Wochen

Jawohl vor Ort muss geholfen werden und nicht hier in Deutschland mit Asyl.

Schade nur, dass so etwas immer nur von Privatleuten unternommen wird, hier gehört die Entwicklungshilfe hin, die ständig von der Regierung gezahlt wird, nicht an irgendwelche Warlords, aber die kaufen ja dann hier wieder bei Heckler & Koch dafür ein.

Dieses Projekt der Familie Keßler ist der richtige Weg.

Den Kindern eine ordentliche Bildung angedeihen lassen und ihnen klar machen, dass sie für die Zukunft ihres Landes auch in ihrem Land gebraucht werden.
Es bringt nichts den gefährlichen Weg durch die Wüste zu gehen und vielleicht dort schon zu sterben.

Auch sollte ihnen klar gemacht werden, wie viele ihr Leben im Meer verlieren.

Für solche Projekte sollte endlich von staatlicher Seite mehr Unterstützung erfolgen.

Die NGOs und Andere sollten lieber in diese Länder gehen und dort vor Ort hilfreich zur Seite stehen.

Meinen Respekt für die Familie Keßler und ihre Organisation, macht weiter so.

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