Fahrsicherheit Kampf gegen "Blender" und "Einäugige": Licht-Test-Auftakt in Arnstadt

Für mehr Sicherheit im dunklen Winter rät das Kfz-Gewerbe, die Lichtanlage von Fahrzeugen kostenlos prüfen zu lassen. Dabei würden oft zahlreiche Fehler aufgedeckt - und auch die Werkstätten hätten etwas davon.

Ein Mechaniker wechselt an einem Kfz den Scheinwerfer.
Ein Mechaniker wechselt einen Autoscheinwerfer. Im Freistaat wird die Lichtanlage in zahlreichen Werkstätten kostenlos getestet. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Im Autohaus Schneider-Brey in Arnstadt ist am Montag Auftakt für die Aktion Licht-Test in Thüringen. Etwa 1.000 Innungsbetriebe in Thüringen beteiligen sich nach Angaben des Kfz-Landesverbandes. In dem Test wird überprüft, ob die Beleuchtungsanlage eines Autos richtig funktioniert. Das umfasst die reine Funktion - aber auch die Ausrichtung der Scheinwerfer. Wenn die nicht korrekt ist, kann das dazu führen, dass ein Auto als "Blender" unterwegs ist, wie es Landesverbands-Geschäftsführer Dietmar Hoffmann formuliert. "Das kann passieren, wenn jemand mit zu viel Zuladung unterwegs ist", erläutert er. Oder wenn sich mal durch ein großes Schlagloch die Fassung der Glühbirne verzieht.

Fahrsicherheit: Licht-Test in etwa einer Viertelstunde

Doch auch abgefahrene Reifen oder zu abgenutzte Scheibenwischer können die Sicht beeinträchtigen - und im Winter fällt das mit mehr Fahrten im Dunkel oder bei Nässe auch mehr ins Gewicht. Hoffmann rät, beim Autohaus nach dem Angebot zu fragen und einen Termin zu machen, auch wenn der eigentliche Test kaum länger dauert als eine Viertelstunde. Aber im Oktober seien eben auch die ersten Kunden zum Reifenwechsel in der Werkstatt. Grenzen hat der kostenlose Test allerdings bei LED-Licht - hier sind mitunter Einstellungen nötig, die über das kostenlose Angebot hinausgehen.

Andreas Keßler 22 min
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MDR um 4 Mi 17.03.2021 17:00Uhr 22:21 min

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Vor Corona jährlich 100.000 Kfz getestet

Auftakt ist zwar am Montag in Arnstadt, die Aktion findet aber eigentlich den gesamten Oktober über in Thüringen statt. Teilnehmende Werkstätten sind am Innungszeichen zu erkennen und dürften den Test auch bewerben. "Wenn sich ein Mangel findet, springt ja auch für die Werkstatt der eine oder andere Auftrag heraus." An drei von zehn Autos im Test wurden in den vergangenen Jahren Fehler an der Beleuchtung entdeckt, sagt Hoffmann. Deshalb gehören Verkehrswacht und Polizei zu den Unterstützern der Aktion. Etwa 100.000 Autos seien in den Jahren vor Corona jeweils in Thüringen überprüft worden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Oktober 2021 | 05:00 Uhr

6 Kommentare

DerLandstreicher vor 2 Wochen

Ich musste bei meinem Fahrzeug das Licht so weit herunter regeln lassen, dass ich fast nichts mehr sehe, wenn es dunkel ist. Was mich aber am meisten nervt - ja - ich bin auch einer von Denen, ist wenn die Abblendautomatik VIEL zu spät reagiert und man längst geblendet wird, die "gegnerische" Kamera aber noch längst nicht erkennt, dass da Licht kommt (z.B. in Kurven sehr gut zu merken, weil das automatische Licht erst abblendet, wenn man schon geblendet wurde). Ich finde, jeder sollte sein Licht bei der TÜV Untersuchung mit machen lassen müssen. Klar, der eine Prüfer guckt danach, der andere nicht. Wer weiß das schon. Andererseits kann es ja nicht sein, dass ich "Einäugige" sehe, die mit ihrem Fernlicht SO rein ballern, dass ich anhalten muss. DAS sollte teurer sanktioniert werden.

part vor 3 Wochen

Es gibt ältere Fahrzeuge, da sind die Scheinwerfer schon arg in Mitleidenschaft gezogen und die Streuwirkung ist entsprechend. Es gibt aber auch Fahrzeughalter, die Rüsten und Tunen auf ohne Betriebserlaubnis, aus reiner Egomanie ohne Rücksicht zu nehmen. Die Polizei ist mit diesem Problem oft überfordert, bedarf es doch Fachleuten um das Problem festzustellen. Ich wünsche niemanden, dass er in den Genuss einer solchen >>Blendgranate<< im Rückspiegel kommt, denn dies verursacht sofort Augenschmerzen bei einem nicht legalen Xenon- Scheinwerfer samt falscher Einstellung. Eine jährliche Überprüfung durch eine Fachwerkstatt mit Plakette würde ich deshalb als unbedingt erforderlich empfinden und hoffe an den Gesetzgeber, dass er dies irgendwann bald umsetzt.

Nico Walter vor 3 Wochen

Ich würde behaupten das ist Pflicht. Zumindest hat der Prüfer (immer wenn ich mal dabei war) bei meinem Fahrzeug die Lichtanlage immer mit überprüft, auch die Einstellung der Scheinwerfer.

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