Autozulieferer Bosch beendet Produktion von Lichtmaschinen-Reglern in Arnstadt

Der Bosch-Konzern will die Produktion in Arnstadt in Thüringen einstellen. Grund sind nach Angaben des Unternehmens fehlende Aufträge. In Arnstadt werden ausschließlich Regler für Generatoren gefertigt - besser bekannt als Lichtmaschinen, die wiederum in Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor Strom liefern und die Batterie laden.

Der Standort der Firma Bosch in Arnstadt.
Die Firma Bosch will die Fertigung am Standort Arnstadt einstellen. Bildrechte: Robert Bosch GmbH

"Bei den in Arnstadt produzierten Reglern handelt es sich leider um ein Auslaufprodukt", so Geschäftsführer Lutz Welling. Die Nachfrage nach Generatoren gehe stark zurück, unter anderem da sie in Elektro- und Hybridfahrzeugen nicht mehr benötigt werden. Die Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH will nun nach Angaben der Geschäftsleitung Gespräche mit dem Betriebsrat führen. Dabei soll es auch um einen Sozialplan für die rund 100 Mitarbeiter gehen.

Höcke sieht Negativeffekt der Förderung der Elektromobilität

Thüringens AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke erklärte zu den Bosch-Plänen, hier wirke sich der "erbitterte Kampf gegen den Verbrennungsmotor" aus. Die einseitige Förderung der Elektromobilität untergrabe die technologische Spitzenposition der deutschen Automobilbranche und setze tausende Arbeitsplätze auch in Thüringen aufs Spiel.

Eine Umfrage des Brachenverbands Automotive Thüringen Angang des Jahres zeigt, wie die Elektromobilität die Wirtschaft im Freistaat beeinflusst. Demnach sei die Lage je nach Betrieb unterschiedlich: Bei Betrieben, die elektronische Bauteile herstellen, sei die Lage oft besser als vor einem Jahr. Bei einem Drittel der Firmen war der Umsatz zu Jahresbeginn ganz ähnlich wie im Vorjahr, bei einem weiteren Drittel zehn bis 15 Prozent darunter. Auf Firmen, die Teile für den Antriebsstrang herstellen, wachse hingegen der Druck.

Quelle: MDR THÜRINGEN/fno

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Juli 2021 | 19:00 Uhr

44 Kommentare

Caramba vor 28 Wochen

@Nico Walters:
Ihre Zahlen zeigen doch nur die aktuelle Situation. Betrachtet man diese, dann sind bereits über 10% der Fahrzeuge in Deutschland elektrisch betrieben.

Betrachtet man die Entwicklung weltweit und in Deutschland so ergibt sich eine Dynamik die denjenigen überrollen wird, der nicht schnell genug reagiert:

Ich zitiere mal einen Artikel von Heise.de von 3/21 (Elektroautos: Deutschland rückt bei Neuzulassungen weltweit auf den 2. Platz vor )

"Weltweit wurden im vergangenen Jahr 3,18 Millionen Autos mit elektrischem Antrieb zugelassen. Das sind nach Angaben des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) 38 Prozent mehr als 2019. In Deutschland stieg die Zahl der Neuzulassungen von 108.530 im Jahr 2019 auf 394.632. Das bedeutet ein Plus von 264 Prozent und damit die weltweit höchste Wachstumsrate."

Steigerungsraten bei E-Autos von 38% weltweit und 264% von 2019 auf 2020 setzen alle Automobilzulieferer massiv unter Druck.

Caramba vor 28 Wochen

@Ralf Richter:
Nur ein paar kleine Anmerkungen:
- technologieoffenheit bedeutet nicht, dass man keinerlei weichenstellungen vornimmt, bis man die eierlegende Wollmilchsau erfunden hat

- wo gibt es Verbohrtheit in nur eine Richtung? Soweit mir bekannt ist wird in alle von ihnen genannte Richtungen staatlich gefördert weiter geforscht. Einführen kann man aber nur was marktreif ist

- jede neue Technologie hat ihre Herausforderungen. Diese wurden i.d.r. immer gemeistert. Wer hätte vor 60 Jahren gedacht, dass Menschen wie sie und ich einen Computer unser eigen nennen und diesen auch ihne Infromatiker bedienen können? Dass der dann auch noch in die Hosentasche passt - reine Science Fiction damals.

- ausgehend von einer neuen Standartechnolgie für die Mobilität werden sich sicher für Spezialanwendungen weitere Techniken etablieren.

Also um was geht es ihnen? Einfach eine notwendige Entwicklung hinauszuzögern? Das könnte massive negative Folgen für unser LAnd haben.

Caramba vor 28 Wochen

@Wachtmeister:
Wieder mal eine Untergangsvision aus der blaubraun angehauchten Ecke die mit Rezepten von vorgestern die Zukunft meistern will.

Wie kommen sie auf das schmale Brett, dass nahezu alle Regierungen weltweit auf E-Mobilität für die Zukunft setzen? Weil die alle zu blöd sind das zu erkennen was sie erkennen? Wohl kaum!

Ach ja, Deutschland exportiert so viel Strom wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Man sollte schon die grundlegenden eckdaten von dem kennen von dem man spricht. Es ist übrigens ja auch nicht so, das Erdöl unendlich vorhanden ist. Das Ende ist hier, neben den klimaschädlichen Auswirkungen, absehbar. Die Auswirkungen auf den Preis zeigen auch nur in eine Richtung - nach oben!

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