Polizei bittet um Hinweise Mehrere Einbrüche bei Sportvereinen im Ilm-Kreis

Bei drei Einbrüchen in Gebäude von Sportvereinen sieht die Polizei Parallelen und bittet Zeugen nun in einer Öffentlichkeitsfahndung um Hinweise: Innerhalb von nur drei Wochen im Zeitraum Dezember 2020/Januar 2021 schlugen die Diebe beim FSV Martinroda, beim SV Gehren und beim FVS Großbreitenbach zu. Zuständig ist die Polizei in Arnstadt-Ilmenau.

Fenster
In der Nacht vom 1. zum 2. Januar wurde beim FSV Martinroda eingebrochen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sportvereine sind immer wieder das Ziel von Kriminellen. Die TäterInnen schlagen oft im Schutz der Dunkelheit zu, wobei sie größere Schäden anrichten, als ihre Beute überhaupt wert ist. Das zeigt eine Reihe von aktuellen Fällen aus dem Raum Ilmenau.

1./2. Januar - Einbruch beim FSV Martinroda

In der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2021 wurde das Vereinsgebäude des FSV Martinroda zum Ziel von Einbrechern. Sie verschafften sich Zutritt, indem sie an der Rückseite des Hauses ein Fenster einschlugen. In den Räumlichkeiten des Fußballvereins wurde versucht, die Türen zu den abgeschlossenen Räumen des Vereins mit Werkzeugen aufzuhebeln. Doch dies blieb erfolglos.

Andreas Hergert, der Vorsitzende des FSV Martinroda, ging am Morgen des 2. Januars zum Vereinsgebäude und sah, welches Chaos angerichtet wurde: "Es ist mehr Schaden angerichtet worden als gestohlen wurde. Weggekommen ist ein kleiner Ballkompressor. Für mich ist das unverständlich." Durch den Einbruch entstand ein Sachschaden von mindestens 2.500 Euro.

Chaos
Auf der Suche nach Beute zerstörten die TäterInnen teilweise das Mobiliar der Sportvereine. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

15. Dezember - der SV Gehren wird heimgesucht

Am 15. Dezember 2020 brachen Unbekannte in ein Gebäude des SV Gehren ein. Die TäterInnen gingen mit brachialer Gewalt vor. Erst wurde die Außentür zum Sportlerheim aufgebrochen, dann die Türen zu einem Versammlungsraum und einem Raum, der für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter vorgesehen ist. Entwendet wurde dabei nichts. Offenbar waren die EinbrecherInnen auf der Suche nach Geld oder Wertgegenständen.

Ihr Diebeszug führte sie schließlich zur Tür des Sportbüros des Vereins, welche sie aufbrachen. Dort durchwühlten die TäterInnen wieder alles. Dabei fanden sie eine Geldkassette mit etwas mehr als 1.200 Euro, die sie an sich nahmen. Der gesamte Schaden beläuft sich jedoch auf 6.000 bis 8.000 Euro, schätzt Mario Manthey vom SV Gehren.

Türrahmen
Die Einbruchsspuren an einem Türrahmen beim SV Gehren zeugen von massiver Gewalteinwirkung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Am 13./14. Dezember traf es den FSV Großbreitenbach

Das Gebäude des Fußballsportvereins Großbreitenbach wurde in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2020 von Unbekannten heimgesucht. Dies befindet sich gut acht Kilometer entfernt von Gehren. Hier wurde ein Fenster des Vereinsheims aufgehebelt, um ins Innere zu gelangen. Die mutmaßlichen TäterInnen durchsuchten alle Räume und entwendeten zwei Taschen, die mutmaßlich zum Transport von Diebesgut genutzt wurden.

Zur Beute zählte etwas Bargeld und unter anderem ein Akkuschrauber der Marke Makita. Einen Fernseher, der aus dem Vereinsheim entwendet wurde, ließen die EinbrecherInnen vor dem dem Fenster stehen, durch das sie eingestiegen waren. Die Polizei hält es deswegen für denkbar, dass die EinbrecherInnen bei ihrer Tat gestört wurden. Der Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 4.000 Euro.

Sportlerheim Großbreitenbach
Das Sportlerheim des FSV Großbreitenbach war der erste tatort bei dieser mutmaßlichen Einbruchserie. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Polizei sieht Parallelen

Drei Einbrüche in kurzer Zeit hintereinander – reiner Zufall? Dass es sich bei den mutmaßlichen TäterInnen um dieselben Personen handeln könnte, sei noch nicht geklärt, heißt es dazu von der Polizei. "Aber wenn man sich die Fälle im Einzelnen mal anschaut, sind natürlich Parallelen erkennbar", erklärt Dennis Bolduan von der Landespolizeiinspektion Gotha. "Zum einen liegen die Tatorte in ziemlicher Nähe, zum anderen ist das Vorgehen in allen Fällen ähnlich. Und auch das Beutegut ist ziemlich ähnlich und vergleichbar. In allen Fällen ist Geld weggekommen und daher lässt sich durchaus ein Zusammenhang erkennen."

Polizei bittet um Hinweise Die Polizei sucht Zeugen. Wer hat in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2020 in Großbreitenbach etwas beobachtet? Ist Ihnen am 15. Dezember 2020 in Gehren etwas aufgefallen? Oder haben Sie in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2021 in Martinroda eine verdächtige Beobachtung gemacht? Hinweise nimmt die Polizei Arnstadt-Ilmenau entgegen unter der Telefonnummer 03677 / 601-124.

Karte
Die drei Tatorte im thüringischen Ilm-Kreis im Überblick: Die Polizei schließt einen Zusammenhang zwischen den Einbrüchen nicht aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hohe Sachschäden für Vereine

In allen drei Fällen gingen die TäterInnen mit rücksichtsloser Gewalt vor, um in die jeweiligen Gebäude und Räume einzudringen. Den Sportvereinen entstanden dadurch Sachschäden, die den Wert des gestohlenen Geldes oder der entwendeten Gegenstände mitunter weit übersteigen. In einer Zeit, die pandemiebedingt geprägt ist von Vereinsaustritten und somit rückläufigen Mitgliedsbeiträgen, ist das besonders schmerzhaft für die Vereine.

Quelle:

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | KRIPO LIVE | 21. März 2021 | 19:50 Uhr

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